User Online: 2 | Timeout: 21:58Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gefiederter Nachwuchs im Zoo
Zwischenüberschrift:
Schnee-Eulen, Flamingos und Moorenten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Im Zoo Osnabrück können Besucher aktuell die Kinderstube unterschiedlicher Vögel beobachten: Von den Flamingos über die Schnee-Eulen bis zu den Moorenten ziehen die Eltern ihren gefiederten Nachwuchs am Schölerberg auf. Bereits im Eingangsbereich des Zoos können Besucher das erste Küken zwischen seinen farbenfrohen Artgenossen ausmachen: Anfang Juli schlüpfte hier ein kleiner Flamingo. Das Küken konnten wir das erste Mal sehen, als die Eltern gerade nicht im Nest saßen und sich der kleine Flamingo aufrichtete″, wird Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück in einer Mitteilung zitiert. Es sei das erste Küken seit mehr als zehn Jahren, das die Eltern selbst ausbrüten und aufziehen.

Noch sieht der kleine Vogel seinen rosafarbenen, grazilen Artgenossen nicht sehr ähnlich: Nach dem Schlupf tragen die Küken zunächst ein gräulich-weißes Dunengefieder, das sie wärmt, aber nicht vor Wasser schützt. Auch ihr Schnabel ist noch relativ kurz und gerade. Lediglich die langen Beine enttarnen sie als Flamingos.Ein Nest aus Schlamm

Die ersten Tage nach dem Schlupf hält sich das Küken noch im Nest auf einem kegelförmigen Schlammhaufen. Die Landfläche der Flamingos besteht größtenteils aus einem Gemisch aus lehm- und tonhaltigem Sand. Zur Brutzeit feuchten wir diesen zusätzlich an, damit die Flamingos aus dem Schlamm ihre Nester bauen können″, so Wulftange.

Sind die Bauten ausgehärtet, bieten sie den Flamingos ein stabiles Nest, in dessen Mitte sie in eine kleine Vertiefung ihr Ei legen. Mittlerweile macht das etwa 30 Zentimeter große Küken bereits die ersten Ausflüge außerhalb des Nests.

Seine Eltern haben dabei immer ein wachsames Auge auf ihren Zögling und füttern ihn regelmäßig mit der sogenannten Kropfmilch. Die breiartige, eiweißhaltige Substanz wird im oberen Verdauungstrakt sowohl von Weibchen als auch Männchen produziert. Mit etwa zehn bis zwölf Wochen entwickelt sich der Schnabel des Kükens zum flamingotypischen Seihschnabel. Dann kann der kleine Vogel selbst Nahrung aus dem Wasser filtern und ist nicht mehr auf seine Eltern angewiesen. Ungefähr in dieser Zeit tauscht er auch sein flauschiges Dunengefieder gegen das graue Jugendgefieder.

Am Dunengefieder ist auch der jüngste Nachwuchs in der neuen Nordamerika-Tierwelt Manitoba″ zu erkennen: Gleich drei kleine Schnee-Eulen tapsen durch die Schnee-Eulen-Scheune″. Geschlüpft sind die Eulen ebenfalls Anfang Juli in ihrem Nest, das das Weibchen als flache Mulde in den Boden gegraben hatte.Zuchterfolg

Bei den Schnee-Eulen füttert und umsorgt das Weibchen den Nachwuchs und wird vom Männchen unterstützt. Er bringt dann zum Beispiel das Futter zum Nest, wo das Weibchen dies direkt an die Jungen verfüttert oder neben dem Nest lagert. In der Wildbahn wären das Lemminge, bei uns im Zoo bekommen die Eulen meist Eintagsküken″, so Wulftange. Ähnlich wie bei den Flamingos bleiben auch die kleinen Schnee-Eulen zunächst einige Tage im geschützten Nest. Beim Schlupf sind sie noch blind und hilflos.

Deutlich selbstständiger sind die Küken der Moorenten, die in ihrer Voliere in der Nähe der Pinguinanlage schlüpften. Die fünf kleinen Vögel laufen bereits direkt nach dem Schlupf mit ihrer Mutter mit und gehen sogar schon schwimmen. Zuflucht finden aber auch sie in ihrem Nest: Die Moorenten haben ihr Nest im Dickicht zwischen einer Bambuspflanze gebaut und zusätzlich mit Laub und ähnlichem ausgepolstert″, sagt Wulftange.

Über den Nachwuchs bei der europäischen Entenart freue sich der Zoo ganz besonders, denn die Moorente gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht″. Bis 2018 wurden im Rahmen eines Projekts vom Nabu regelmäßig Moorenten am Steinhuder Meer ausgewildert. Der Erfolg des Projekts wird nun zunächst beobachtet und ausgewertet. Ziel ist es, den Bestand der Moorente in Deutschland langfristig wieder zu festigen.″

Im Gegensatz zu Flamingos und Schnee-Eulen tragen die kleinen Moorenten kein richtiges Dunengefieder. Ihr erstes Federkleid ist bereits wasserfest″ und gelblich-braun ähnlich wie bei den in Deutschland weit verbreiteten Stockenten. Ausgewachsene Moorenten sind gut an ihrem braunen Federkleid zu erkennen, dass sowohl Erpel als auch Ente tragen. Zu unterscheiden sind die beiden nur an ihrer Augenfarbe: Männchen haben eine weiße Iris, Weibchen eine braune. Die Augen der Jungtiere sind zunächst blau und verfärben sich dann mit der Zeit.

Bildtexte:
Fragender Blick: Noch tragen die Schnee-Eulen-Küken im Zoo Osnabrück ihr graues Dunengefieder.
Lange Beine und helles Gefieder: Besucher können den Flamingonachwuchs im Zoo Osnabrück bereits im Eingangsbereich entdecken.
Im Zoo Osnabrück schlüpften insgesamt fünf Moorentenküken die heimische Entenart gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht.
Fotos:
Jule Rumpker / Zoo Osnabrück
Autor:
Sebastian Philipp


Anfang der Liste Ende der Liste