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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gewässerränder der Natur überlassen
Zwischenüberschrift:
Antrag der SPD: Landkreis Osnabrück soll mindestens fünf Meter breite Streifen kaufen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In der Diskussion um Gewässerrandstreifen im Landkreis Osnabrück bringt die SPD-Fraktion im Kreistag nun einen neuen Vorschlag: Die Kreisverwaltung soll ein Konzept entwickeln, in dessen Mittelpunkt der Ankauf und die Entwicklung von echten″ Gewässerrandstreifen mit einer Breite von mindestens fünf Metern steht.

Wir wollen erreichen, dass im Landkreis Osnabrück echte Gewässerrandstreifen entstehen, die der Natur überlassen werden und in der auch mal ein umgefallener Baum liegen bleiben kann″, sagt Jürgen Lindemann auf Nachfrage unserer Redaktion. Für den umweltpolitischen Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion ist es nach eigenem Bekunden zu kurz gedacht, nur die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln entlang Gewässern im Blick zu haben, wie es in der Diskussion zur Schutzgebietsausweisung des FFH-Gebietes Else und obere Hase″ erfolgt ist.

Vielmehr müsse es jetzt um echte, naturnahe Gewässerrandstreifen gehen, in denen sich biologische Vielfalt entwickeln könne. Dazu gehöre auch die Einschränkung der ackerbaulichen Nutzung, das Verbot des Ausbringens von Gülle und anderen natürlichen und künstlichen Düngern sowie die Untersagung von Kalkungen in einem Gewässerrandstreifen von mindestens fünf Meter Breite. Dies sei in den Entwürfen der FFH-Schutzgebietsausweisungen wegen der Konzentration auf die jeweiligen FFH-Schutzzwecke nicht vorgesehen.

Konkret fordern die Sozialdemokraten in einem Antrag, die Kreisverwaltung möge ein Programm zur Entwicklung von echten, naturnahen Gewässerrandstreifen ins Leben rufen. Die dafür benötigten Flächen sollen durch den Landkreis angekauft werden. Finanziert werden soll das Vorhaben mit vorhandenen und noch nicht anderweitig gebundenen Ersatzgeldern in Höhe von mehr als einer Million Euro. Lindemann schlägt zudem vor, Fördergelder des Bundes und des Landes einzuwerben.

Das Vorhaben soll zudem nicht nur die Gewässer in FFH-Gebieten betreffen, die nur etwa acht Prozent der Gewässer im Landkreis Osnabrück ausmachen. Vielmehr fordert die SPD-Fraktion einen umfassenden Schutz an allen Gewässern des Landkreises″. Hintergrund: Die bestehenden gesetzlichen Regelungen und FFH-Schutzgebietsverordnungen seien ungeeignete Instrumente, echte, naturnahe Gewässerrandstreifen zu fördern. So sei im FFH-Gebiet Else und obere Hase″ der besondere Schutz für die bedrohten Fischarten Steinbeißer, Groppe und Bachneunauge, aber nicht für Insekten oder Wasservögel gefordert.

Nach Angaben von Lindemann soll der Antrag möglichst in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 18. September thematisiert werden.

Noch im März hatte der Osnabrücker Kreistag nach einem entsprechenden Vorschlag von Landrat Michael Lübbersmann mehrheitlich die Umsetzung eines Ein-Meter-Randstreifens an einem Gewässer in besagtem Meller Landschaftsschutzgebiet beschlossen, obwohl es im Vorfeld bereits harsche Kritik von Naturschützern und Landratskandidaten gegeben hatte.

CDU und SPD hielten seinerzeit einen Ein-Meter-Schutzstreifen für völlig ausreichend und begründeten das mit der modernen Technik, die Landwirte beim Spritzen von Pflanzenschutzmitteln heutzutage einsetzen würden. Für den inzwischen zurückgetretenen damaligen CDU-Fraktionschef Martin Bäumer hatte die Festsetzung für das FFH-Gebiet in Melle Signalcharakter für den gesamten Landkreis Osnabrück.

Auch in Schutzgebietsverordnungen wie etwa für das Gebiet Bäche im Artland″, die in den kommenden Monaten noch erlassen würden, werde es nun diesen Ein-Meter-Gewässerrandstreifen geben, hieß es. Es geht um den Schutz von Gewässern in Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH), die dem Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen dienen.

Im zurückliegenden Wahlkampf um den Landratsposten nahm die Kritik an Schärfe zu. Wenige Tage vor der Stichwahl zwischen dem Amtsinhaber Lübbersmann und seiner Herausforderin und späteren Wahlsiegerin Anna Kebschull (Grüne) ruderte der Landrat zurück. Lübbersmann kündigte an, dass er sich dafür einsetzen will, die Landwirte im Landkreis mit bis zu 121 000 Euro pro Jahr zu entschädigen, damit diese einen wirtschaftlichen Ausgleich für die Berücksichtigung eines Fünf-Meter-Gewässerrandstreifens in den Schutzgebieten Else, Düte und Bäche im Artland erhalten. Bereits im September könne ein entsprechender Beschluss gefasst werden.

Nun liegt zudem der Antrag der SPD auf dem Tisch.

Bildtext:
Die SPD-Fraktion im Kreistag will die Verwaltung beauftragen, ein Programm zur Entwicklung von Gewässerrandstreifen aufzulegen.
Archivfoto:
Michael Gründel
Autor:
Sebastian Philipp


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