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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum die Hase auch bei Wasserknappheit aufgestaut wird
Zwischenüberschrift:
Ein zu niedriger Grundwasserspiegel würde den Bestand der historischen Gebäude in der Altstadt gefährden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Pegelstände der Hase sind derzeit so niedrig, dass Landwirten die Wasserentnahme verboten ist. Aber am Herrenteichswall zeigt sich das Flussbett gut gefüllt wie eh und je. Weil die Hase aufgestaut wird. Das ist nötig, um die historischen Gebäude in der Altstadt zu schützen.

Die fehlenden Niederschläge haben den Pegel in Lüstringen auf einen Tiefstand fallen lassen. Wer von der Schlagvorder Straße auf die Hase blickt, sieht mehr Sandbänke als Wasser. Aber die Spaziergänger am Herrenteichswall bekommen davon nichts mit. Das müsse auch so sein, betont Ralf Lieder, der als Leiter des städtischen Fachdienstes Verkehrsanlagen auch für die nicht schiffbare Wasserstraße Hase zuständig ist. Das Wehr an der Pernickelmühle sichert einen gleichbleibenden Grundwasserspiegel zwischen dem Theater und dem Vitihof.

Ältere Gebäude, etwa an der Hasestraße, würden Schaden nehmen, wenn der Grundwasserpegel sinkt. Die stehen zum Teil auf Holzpfählen″, sagt Lieder, und da könnten schon geringe Veränderungen im Untergrund gefährlich werden. Das Wasser bringt einen gewissen Auftrieb″, erklärt der Fachmann. Wenn dieser Auftrieb wegfalle, könne es zu Setzungen kommen, also zu Rissbildungen bis hin zur Einsturzgefahr.

Die Überwachung des Wasserspiegels wird deshalb keineswegs dem Zufall überlassen. Als Eisschollen das Wehr und die Brücke an der Pernickelmühle im Winter 2013 zerstörten, wurde die Anlage schon kurze Zeit später für 600 000 Euro erneuert, um die Altstadtgebäude vor Schaden zu bewahren.

Seitdem wird das Wehr von der Stadtwerke-Leitstelle am Klärwerk Eversburg überwacht und ferngesteuert. Eine elektronische Messeinrichtung übermittelt den Wasserstand 24 Stunden am Tag. Bei Starkregen wird der Durchlass vergrößert, damit kein Rückstau entsteht. Dabei bleibe der Wasserstand immer in etwa gleich, sagt Lieder. In diesem Fall bedeute das eine Toleranz von plus-minus fünf Zentimetern.

Nicht nur an der Pernickelmühle wird die Hase aufgestaut, auch an der Neuen Mühle, gegenüber vom Alando, und bei Kämmerer im Hafen stehen Wehre, die den Wasserstand regulieren. In beiden Fällen geht es nicht um den Schutz historischer Gebäude, wie Lutz Vorreyer vom Fachdienst Verkehrsanlagen erläutert. Die Papierfabrik Kämmerer nutzt das Wasser für ihre Produktion, und an der Neuen Mühle geht es um den Artenschutz, vor allem um Fische, die flussaufwärts unterwegs sind. Die Stadt hat dafür einen Borstenfischpass installiert, der aus senkrechten Plastikborsten besteht. Fische und andere Wasserlebewesen können dieses Hindernis überwinden. Am Herrenteichswall will die Stadt ebenfalls dafür sorgen, dass die Hase durchgängig wird. Geplant ist ein Bypass, der zum Teil jenseits der alten Stadtbefestigung verläuft. Das Projekt wird voraussichtlich 3, 6 Millionen Euro kosten, ein großer Teil davon soll aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) finanziert werden.

Bildtext:
Die Hasebrücke mit dem Wehr an der Pernickelmühle wurde vor sechs Jahren erneuert. Eisschollen hatten die historische Anlage zuvor zerstört.
Die historischen Gebäude am Vitihof und an der Hasestraße könnten Schaden nehmen, wenn der Grundwasserspiegel zu stark sinkt.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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