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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zehn Grad zu viel!
Artikel:
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Originaltext:
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Manche mögen′s heiß: Hans Reker nimmt die Hitze gelassen hin, er sitzt im Schlossgarten im Schatten der Bäume. Er komme mit der Hitze klar. Viel trinken und immer ein Handtuch im Nacken, das ist bei fast 40 Grad die Devise der Bauarbeiter auf dem Neumarkt. Die vierjährige Anastasia genießt am Nachmittag die Abkühlung im Moskaubad.
Fotos:
Michael Gründel

Das Wichtigste: Viel trinken

Kinder und alte Menschen sind bei Hitze besonders anfällig. Im Seniorenheim Residenz Ambiente″ an der Wilhelm-von-Euch-Straße in Haste werden kontinuierlich Getränke angeboten, sagt Pflegedienstleiterin Anna-Maria Hemker.

Insbesondere Menschen mit Demenzerkrankungen denken nicht daran zu trinken. Sie mögen vor allem süße Getränke wie Eistee oder Fruchtsaftschorlen, so Hemker. Die Trinkmengen der Bewohner werden zudem protokolliert.″ Wenn sie sich weigern zu trinken, werden der Arzt und die Angehörigen informiert. Im schlimmsten Fall werden sie durch subkutane Infusionen mit Flüssigkeit versorgt.

Das ist bei Margret Künker (80) und Ilse ten Eicken (84) nicht notwendig. Wir haben immer Wasser griffbereit″, sagen sie. Für die Damen ist die Flüssigkeitsaufnahme selbstverständlich. Margret Künker erzählt, sie habe 1959 einen ähnlichen Hitze-Sommer erlebt. Damals sei sie mit ihrem ersten Kind schwanger gewesen. Vor 60 Jahren war es aber längst nicht so heiß wie gestern.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz appelliert an die Bürger, in der Hitzewelle älteren Menschen zur Seite zu stehen. Besonders für alte und pflegebedürftige Menschen ist die Hitzewelle eine Gefahr″, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch. Er rät dazu, die Augen offen zu halten und geschwächten Menschen zu helfen, denen man auf der Straße begegnet. Auch könnten Jüngere Senioren beim Verdunkeln ihrer Wohnung helfen.

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Regelmäßig Wasser trinken: Das ist für Margret Künker und Ilse ten Eicken selbstverständlich.
Foto:
Gert Westdörp

Bis es wehtut

Leon Hoffmann trainiert auf dem Willy-Brandt-Platz. Bei dieser Hitze intensives Training? Dann bringt das Training was. Dann tut es weh″, sagt er und freut sich. Ungeübte sollten das aber besser nicht in der Hitze nachahmen. Am Rubbenbruchsee lassen sich einige junge Leute von den hohen Temperaturen nicht davon abhalten, eine Tretbootfahrt zu unternehmen. Schatten gibt es auf dem Wasser nicht. Und anschließend geht es zum Fußball. Na denn...

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Für effektives Training ist kein Wetter zu heiß, sagt Leon Hoffmann.
Foto:
Michael Gründel

Schaschlik geht immer

Den Händlern auf dem Wochenmarkt am Ledenhof geht es Donnerstagmorgen dank des leichten Windes und des Schattens noch gut. Auch Obst und Gemüse verkraften die Temperaturen. Nur Erdbeeren und Kirschen sind schon so reif, die sollten nicht mehr lange in der Hitze liegen″, meint Gudrun Kerstin vom Gemüsestand.

Am besten haben es die Fleischer. Uns geht′s gut!″, sagt Heiko Beermann. Die Theke hat zwei Grad. Die Kühlung funktioniert, solange sie nicht in der prallen Sonne stehen. Gut gehen so leichte Sachen wie Würstchen und Buletten, aber keiner würde jetzt Rinderbraten kaufen″, sagt er schmunzelnd, während sich neben uns jemand nach Schaschlikfleisch zum Grillen erkundigt.

Für prall gefüllte Eisdielen ist es derweil zu heiß. Nur ein paar Leute genießen bei Fontanella in der Altstadt im Schutz der Sonnenschirme ihren Becher. Maximal 30 Grad wären besser, sagt Tatiana Fontanella: Jetzt kommen die meisten Leute erst gegen neun oder zehn Uhr abends.″

Schockgefrostet in der Eis-Sauna″

Von plus 45 auf 130 Grad minus: Die Osnabrückerin Carmen Schlattmann hat sich in der Physio- und Kältetherapie-Praxis von Susanne Freytag an der Meller Straße einer Anti-Hitze-Maßnah-me″ unterzogen, wie sie sagt.

Die 36-jährige Altenpflegerin ist Stammkundin. So wie andere Menschen in die Sauna gehen, um zu entspannen, geht Carmen Schlattmann in die Eis-Sauna.

Sie erzählte, dass es Donnerstagmittag in ihrer Dachgeschoss-Wohnung 45 Grad heiß war. In der Eisbox herrschten angenehm kühle minus 130 Grad. Susanne Freytag sagt, zu ihr kommen Patienten mit Sportverletzungen, Rheuma, Migräne oder nach Operationen. Durch die Kältetherapie wird die Heilung um 50 Prozent beschleunigt.″ Aber nicht nur für therapeutische Zwecke ist die Eis-Sauna hilfreich. Sie hilft auch gegen die Hitze. Ich persönlich glaube, dass man die Wärme besser ertragen kann, wenn man einmal am Tag friert″, sagt Susanne Freytag. Außerdem würde durch die Kältetherapie das Immunsystem gestärkt, fügt sie an und verweist auf Naturheilkundler Sebastian Kneipp. Durch ihn ist das Wassertreten populär geworden.

Das verschafft in diesen Tagen ebenfalls Kühlung, wenn auch nicht so extrem wie bei Sabine Freytag.

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Das tut gut: Carmen Schlattmann ist Stammkundin der Kältetherapie.
Foto:
David Ebener

Zu heiß fürs Freibad

Manchen ist es offenbar selbst zum Baden zu heiß. Im Nettebad war zum Beispiel Mittwoch mehr los als am Hitzedonnerstag.

Das Moskaubad ist zur gleichen Zeit gut gefüllt. Der Besucherandrang ist aber weit von einer Rekordmarke entfernt. In diesem Jahr kamen bisher am 26. Juni am meisten kleine und große Wasserratten, genau 5345. In früheren Jahren waren es auch schon mal 8000 und mehr an einem Tag, sagt Bäderchef Wolfgang Hermle.

Im Freibad arbeiten ist etwas anderes, als dort zu baden aber man kann es sich trotzdem nett machen, wie die Bademeisteraushilfen Mouath Matrood und Jan Malte Brauner am Nachmittag verdeutlichen. Gleichwohl müssen die Augen überall sein. Wir müssen besonders auf den Wellenball achten und auf die Rutsche, weil da immer wieder Leute hochklettern wollen″, erzählt Jan. Bis zum späten Donnerstagnachmittag gab keine unliebsamen Zwischenfälle, aber es ist auch eine Sicherheitskraft im Einsatz. Bei der Hitze geht′s bei dem ein oder anderen schneller mit den Emotionen″, sagt Bäderchef Hermle. Wem es in den städtischen Bädern zu voll ist, der weicht auf den Stichkanal aus. Hier sammeln sich schon am Nachmittag Jugendliche zum Baden und Musikhören.

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Abkühlung in der Hase.
Foto:
Michael Gründel

Kühle Kirche

Im Dom ist nicht viel los trotz eines Temperaturunterschieds von 15 Grad. Auch der Domhof ist wie leer gefegt. Selbst Touristen bleiben bei diesen Temperaturen aus.

Einer der Küster im Dom, Volkhard Wiechmann, zeigt das Thermometer: mit 24 Grad Innentemperatur ist es im Vergleich zu den 39 Grad draußen sehr angenehm wahrscheinlich einer der kühlsten Orte an diesem Nachmittag. Nur den Priestern hilft das kaum. Die sind immer schweißgebadet nach einem Gottesdienst″, weiß Wiechmann und zeigt auf die schweren Gewänder, von denen gleich mehrere angezogen werden müssen.

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Der perfekte Ort zum Abkühlen. Wer kann, bleibt aber lieber gleich zu Hause und begibt sich nicht in den Glutofen der Stadt.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Finja Jaquet, Leonie Plaar, Thomas Wübker, Holger Jansing


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