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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hitzewelle erreicht heute ihren Höhepunkt
 
Jetzt hilft nur noch abtauchen
 
Stadt verbietet Wasserentnahme aus Gewässern
Zwischenüberschrift:
DWD: 40,5 Grad in Geilenkirchen / 39 Grad in Lingen / In den Niederlanden werden Straßen gestreut
 
Der Pool im eigenen Garten liegt weiter im Trend
 
Wegen anhaltender Trockenheit darf aus den Flüssen nicht mehr beregnet werden
Artikel:
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Originaltext:
Lingen/ Offenbach Die Hitzewelle bringt Deutschland mit rekordverdächtigen Temperaturen zum Schwitzen, inklusive eines neuen Rekordwertes von 40, 5 Grad. Ihren Höhepunkt soll sie aber heute erreichen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden in der Westhälfte Deutschlands Höchstwerte bis 40 Grad erreicht und teils überschritten.

Vielerorts war das allerdings schon gestern der Fall. In Geilenkirchen meldete der DWD einen neuen Hitzerekord für Deutschland: 40, 5 Grad. Bisher lag er bei 40, 3 Grad. Den verfehlte Saabrücken nur knapp. Hier meldete der DWD 40, 2 Grad. In Lingen waren es am Nachmittag 39, 0 Grad.

Unterdessen gab der DWD für ganz Deutschland Hitzewarnungen heraus. Im Osten handelt es sich überwiegend um die Warnstufe 1, im Westen und Süden überwiegt die Warnstufe 2″, sagte ein Sprecher des DWD. Auch am Alpenrand und an den Küsten gibt es Hitzewarnungen. Das ist schon ziemlich selten″, sagte der Sprecher über die normalerweise stets etwas kühleren Regionen. Die Warnstufe 2 wird ausgerufen, wenn tagsüber extreme Wärmebelastung herrscht. Die sogenannte gefühlte Temperatur liegt dann über 38 Grad.

Starke Wärmebelastung und damit die Voraussetzung für die Warnstufe 1 liegt vor, wenn um 14 Uhr die gefühlte Temperatur 32 Grad und mehr beträgt. Die vom DWD verwendete gefühlte Temperatur ist nicht mit der Lufttemperatur gleichzusetzen. Für die Wärmebelastung müssen neben der Lufttemperatur die Feuchtigkeit der Luft, der Wind und die UV-Strahlung berücksichtigt werden.

In den Niederlanden werden unterdessen Streuwagen auf die Straße geschickt. Streusalz bei Tropenhitze sei kein Witz, sagt eine Sprecherin der Kommune Utrechtse Heuvelrug gestern. Das Salz entziehe der Luft Feuchtigkeit, und die kühle den Asphalt etwas ab.

Die Klimaveränderungen der vergangenen Jahre haben zudem bundesweit zu massiven Waldschäden geführt. Um ein neues Waldsterben abzuwenden, fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) von der Bundesregierung rasches und konsequentes Handeln für den Klimaschutz. Spätestens auf der Sitzung des Klimakabinetts im September müssen verbindliche Maßnahmen beschlossen und diese dem Bundestag umgehend zur Befassung vorgelegt werden″, sagte der Vorsitzende des Umweltverbands, Hubert Weiger. Dieser Handlungsappell sei die zentrale von zehn Forderungen an Politik, Forstwirtschaft und Jagd, die der BUND am Mittwoch vorstellte.

Osnabrück Heute packt Vati nicht mehr die Badehose ein, sondern den Gartenpool aus. Denn was früher wohlhabenden Villenbesitzern vorbehalten war, ist mittlerweile für jeden Eigenheimeigner leistbar: das eigene Schwimmbecken. Mit der Hitzewelle dürfte die Nachfrage nach den überdimensionalen Badewannen in Osnabrücks Baumärkten noch einmal steigen.

Aufstellpools, Rahmenpools, Einbaupools, Stahlwandpools das Angebot ist ebenso vielfältig wie unüberschaubar. So stellt sich zum Beispiel die Frage, ob das Runde der Hausherr ins Eckige den Pool soll oder doch eher auch ins Runde. Denn nicht nur die Größen, auch die Formen sind durchaus variabel. Wobei die Hersteller ebenfalls die figurumschmeichelnde Acht als Beckenform anbieten. Welche Form auch immer: In Osnabrück sind nicht mehr alle Modelle an Lager. Wer im Internet bestellt, muss sich auf mehrtägige Lieferzeiten einstellen.Da geht was rein

Ist die Frage der Form geklärt, rückt schlagartig die der Größe in den Vordergrund und damit die Frage, ob es denn vielleicht auch für 10 000 Liter mehr sein darf. Denn in direktem Zusammenhang mit der Größe steht naturgemäß das zum Teil immense Fassungsvermögen, das wohl schon bei so manchem unbedarften Poolkäufer für eine gleichgroße Fassungslosigkeit gesorgt haben dürfte. Angstgeweitete Augen beim Gedanken an die nächste Wasserrechnung inklusive, wenn der Ersterwerber den Hahn aufdreht und das kühle Nass aus der Leitung in den Pool rinnt. Zumal wenn er erkennen muss, dass nach der ersten Stunde der Einfüllprozedur mal eben gerade der Poolboden mit Wasser benetzt ist.

Ein Aufstellpool, also ein Pool mit einem aufblasbaren Ring, der das Becken bei Befüllung automatisch aufrichtet, mit den Maßen 366 Zentimeter im Durchmesser und 91 Zentimeter Höhe also unter Poolkennern eigentlich nichts wirklich Dolles fasst zum Beispiel schon 6844 Liter Wasser. Das sind ungefähr 40 Badewannenfüllungen oder 684 Zehnlitereimer. Würde man das Becken mit einem solchen Eimer befüllen wollen, hätte man bei einer Entfernung zwischen Wasserhahn und Pool von zehn Metern vor dem ersten Sprung in die plastikummantelten Fluten die sportliche Entfernung von 13, 7 Kilometern zurückgelegt.

Und mit der Füllmenge, die sich übrigens sehr leicht auf bis zu 30 000 Liter steigern lässt, keimt denn auch die Frage nach der ökologischen Sinnhaftigkeit eines heimischen Miniaturfreibades auf. Jedem Poolbesitzer müsste es eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben, wenn er sein Becken mit dem Lebensmittel Wasser volllaufen lässt, während er gleichzeitig von seinem Wasserversorger zu einem sparsamen Umgang mit ebendieser Ressource aufgefordert wird.Knappe Ressource

Die Osnabrücker Stadtwerke verzeichneten im vergangenen Juni bereits 11 Tage mit einem Abnahmewert von über 40 000 Kubikmetern am Tag. Den Spitzenwert von 46 811 Kubikmetern hält dabei der 25. Juni. Zum Vergleich: Im vergangenen Hitzesommer 2018 waren es insgesamt 12 Tage mit der Spitzenabnahme von mehr als 40 000 Kubikmetern, der Topwert wurde am 7. August 2018 mit 45 065 Kubikmetern erreicht. Im Jahresdurchschnitt liegt die Tagesabgabemenge bei 30 000 Kubikmetern.

Zu unterscheiden sei zwischen der Trinkwassergewinnung aus Grundwasser und der Trinkwasserversorgung, sagt Stadtwerkesprecher Marco Hörmeyer. Die Versorgung ist aufgrund unseres sehr gut ausgebauten Verteilnetzes inklusive der Hochbehälter als Wasserspeicher auch bei sehr hohen Abgabemengen jederzeit sicher und gewährleistet.″ Bei der Trinkwassergewinnung sehen sich die Stadtwerke laut Hörmeyer allerdings vor der gleichen Herausforderung wie alle anderen Wasserversorger. Die Grundwasserspeicher seien aufgrund des Dürresommers 2018 und des trockenen Winters 2018/ 2019 nicht in dem Maße gefüllt, wie es im durchschnittlichen Mittel der Fall ist. Mit Blick auf die Wetterprognosen gilt weiterhin von unserer Seite: Die Osnabrücker sollten weiterhin sorgsam mit der Ressource Wasser umgehen.″

Nun muss man zur Ehrenrettung der Poolbesitzer sagen, dass viele von ihnen ihre Becken bereits zu Beginn der Saison, oftmals schon in den ersten warmen Tagen im Mai, befüllt haben. Und wer den Badespaß ernst nimmt, und das dürften beim Blick auf die schon erwähnte heißlaufende Wasseruhr die meisten Poolfans tun, hält sein Wasser frisch, um es nicht wechseln zu müssen. Filteranlagen und Chemie machen es möglich. Da wird der Papa schnell zum Schwimmmeister, der spätestens alle zwei Tage eine Wasserprobe nimmt, die er mit dem erforderlichen technischen Equipment dann vor allem auf den Chlor- und pH-Wert des Wassers untersucht.Rgelmäßige Reinigung

Und schon wären wir beim Thema Poolzubehör. Viele Pools, auch die kleineren, werden mit Filteranlagen geliefert. Geiz ist an dieser Stelle nicht geil, denn je besser der Filter, desto besser die Wasserqualität und die Möglichkeiten, das Becken sauber zu halten, zum Beispiel durch den Anschluss eines Saugers, mit dem der Beckengrund gereinigt werden kann. Denn was der Mensch so an seinem Körper trägt und was durch Wind und Regen in das Poolwasser eingetragen wird, ist nicht unbedingt lecker. Pilze, Bakterien, Körperausscheidungen und dergleichen mehr man möchte die Augen vor den Risiken gerne verschließen, sollte es aber nicht tun. Zumal wenn der Pool auch noch von den Freunden der lieben Kleinen genutzt wird. Man mag sich den Shitstorm gar nicht vorstellen, wenn eine ganze Kinderbande nach der feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier am darauffolgenden Tag mit Erbrechen und Schlimmerem das Bett hüten muss.

Wussten Sie übrigens, dass die Poolgröße mit den Kindern wächst? Reicht zu Anfang noch das kleine aufblasbare Becken mit ein paar Litern Inhalt, folgt zügig der noch immer aufblasbare, aber gleichwohl bereits um mehrer Hundert Liter gewachsene Pool nach. Wer dann nicht rechtzeitig den Absprung findet und seine Kinder ins Freibad schickt, steht schnell wieder im Baumarkt, um die nächste Poolgröße zu erwerben. Diesmal sind schon ein kleiner Filter, ein Käscher für auf der Oberfläche treibende Insekten und Blätter sowie das erste Chemie-Starter-Set dabei. Zumeist handelt es sich bei diesem Modell um einen Aufstellpool, dessen aufblasbarer Rand in der Regel als erstes kaputtgeht.

Das ist nur im ersten Moment lustig, wenn sich der Inhalt wasserfallartig in den Garten ergießt. Danach wird es teuer, denn der mittlerweile zu Jugendlichen herangreifte Nachwuchs fordert die nächstgrößere Poolanlage ein mit dem unschlagbaren Argument, dass man ja nun kein Baby mehr sei und eine ausgewachsene Poolparty mit den Freunden eines ebenso ausgewachsenen Pools bedürfe.

Und weil der Fridays for Future″-erprobte Nachwuchs sich um die Zerstörung der Natur sorgt, schlägt er vor, das neue Becken zumindest in der weitaus weniger störanfälligen und damit haltbareren Rahmenpool-Variante zu kaufen und den alten Pool zu zerschneiden, um ihn einer Nachnutzung als Unterlage für den neuen Pool zuzuführen. Das macht Sinn, besteht so ein Pool doch aus mehrlagigem PVC und Polyester mit PVC-Beschichtung, mithin also Materialien, an denen entsorgungstechnisch wahrscheinlich auch die Urenkel noch ihre Freude haben. Dass unter dem Pool kein Grashalm überleben kann immerhin lasten auf ihm zehn Tonnen Gewicht und mehr –, lässt die ökologische Waagschale da nicht mehr wesentlich tiefer sinken.Plastikmüll

Klotzen und nicht kleckern heißt jetzt die Devise. Mittlerweile ist das Eigenheim auch so weit abbezahlt, dass die Anschaffung eines noch größeren Beckens zwar den anstehenden Sommerurlaub um eine Woche verkürzt was nicht weiter tragisch ist, denn man hat ja jetzt einen respektablen Pool daheim –, die Familie insgesamt aber nicht in den Ruin treibt. War der Badespaß für das Kleinkind noch mit einer Investition von überschaubaren 20 Euro realisiert, sind nun schon mehrere Hundert Euro fällig.

Wer das Vergnügen mit einem Einbaupool auf die Spitze treiben möchte, kann sich auf Ausgaben von bis zu 7000 Euro und mehr vorbereiten nur für das Becken. Die Erd- und anderen Arbeiten sind darin noch nicht enthalten. Aufgemerkt: Wir sprechen hier noch immer über im Internet beziehbare Pools, die vom versierten Heimwerker selbst an den Start gebracht werden müssen.

Übrigens: Fürs Olympiatraining taugt keiner der Pools, denn bei Maßen von bis zu etwa acht Metern kann im besten Falle an der Wendetechnik gefeilt werden.

Bildtexte:
In Anbetracht der derzeit vorherrschenden Hitze wird die Sehnsucht nach Abkühlung von Tag zu Tag größer.
Tabletten oder Teststreifen zur Ermittlung des pH- und Chlorgehalts sind hilfreich, um die Qualität des Wassers zu überprüfen.
Bei Füllmengen von 10000 Litern und mehr ist Geduld gefragt, bevor der erste kühne Sprung ins kühle Nass gelingen kann.
Fotos:
David Ebener

Osnabrück Wegen der anhaltenden Trockenheit verbietet die Stadt Osnabrück ab sofort die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen und schließt sich damit dem Verbot des Landkreises Osnabrück an.

Wie die Stadt am Mittwoch mitteilt, haben sich in den Gewässern der Stadt extrem niedrige Wasserstände eingestellt, sodass eine Mindestwasserführung zurzeit nicht mehr gewährleistet ist. So hat der Wasserstand der Hase in Lüstringen mit 72 cm einen extrem niedrigen Stand erreicht. Nur 2018 war er noch tiefer abgesackt auf 71 cm.

Deshalb werden mit der Allgemeinverfügung zur Beschränkung der Wasserentnahme aus Fließgewässern auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück″ Wasserentnahmen aus Gewässern 2. und 3. Ordnung zu Bewässerungs- und Beregnungszwecken mittels Pumpvorrichtungen ab Mittwoch, 24. Juli, untersagt. Das Verbot gilt bis einschließlich 31. August.

In Osnabrück gilt das Verbot nach Angaben der Stadt sowohl für Gewässer der 2. Ordnung wie beispielsweise die Hase, die Nette oder die Düte als auch für alle kleineren Bäche und Gräben als Gewässer der 3. Ordnung.

Das Verbot gilt auch für Wasserentnahmen, für die eine gültige wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt. Der genaue Wortlaut der Allgemeinverfügung kann auf der Homepage der Stadt Osnabrück eingesehen werden.

Der Landkreis Osnabrück hat bereits am 23. Juli die Wasserentnahme aus den Gewässern untersagt.

Bildtext:
Wegen der anhaltenden Trockenheit verbietet die Stadt Osnabrück ab sofort die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen. Im Bild die Hase in der Innenstadt.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
dpa, Dietmar Kröger


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