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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Der Weltraum, unendliche Weiten...
Zwischenüberschrift:
Planetarium feiert das Mondlandungsjubiläum mit einem Aktionstag / Live-Schalte zu Astronaut Alexander Gerst
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück 50 Jahre Mondlandung diesem Jubiläum hat das Osnabrücker Planetarium am Samstag einen ganzen Aktionstag gewidmet. Höhepunkte waren die Premiere der neuen Planetariums-Show Capcom go! und die Live-Übertragung des Starts der Sojus-Rakete zur ISS. Auch ein echter Astronaut war live dabei wenn auch nur auf der Leinwand.

Schauer und Gewitter konnten die Weltraum-Fans jeden Alters nicht aufhalten, ins Planetarium zu kommen. Die Astronomische Arbeitsgemeinschaft präsentierte ihre Arbeit. Die kleine Gruppe stellt in der NVO-Sternwarte in Melle eigene Beobachtungen an und zeigte selbst aufgenommene Nahaufnahmen des Mondes. Obwohl die Teleskope wegen des Wetters drinnen standen, konnten die Besucher einen eigenen Blick auf den Mond werfen. Vor allem die Kinder rätselten, wie das möglich war. Die Lösung: ein kleiner Papiermond, der in einiger Distanz aufgehängt worden war.

Mit Schere und Kleber konnte die Saturn-V-Rakete aus Papier nachgebaut werden. Auf einem Computer lief der Original-Funkverkehr zwischen den Astronauten und dem Kontrollzentrum. Besonders beliebt bei den Kindern war ein Retro-Computerspiel, in dem die Mondfähre mithilfe der Pfeiltasten vorsichtig zur Landung gebracht werden musste.

Zur Premiere von Capcom go! war das Planetarium dann voll besetzt. Der Capcom ist der Einzige aus dem Kontrollraum, der direkt mit den Astronauten sprechen darf. Die 26-minütige Show besteht zum großen Teil aus Animation. Sie zeigt anhand eines Zeitstrahls den Weg der Apollo-Missionen von 1 bis 17. Eine Besonderheit ist die Wertschätzung der Mathematikerinnen, die durch den Film Hidden Figures″ bekannt wurden. Manche Zuschauer mussten während der Show ziemlich den Nacken verdrehen, um etwas sehen zu können, weil sich das Geschehen meist einseitig abspielte.„Capcom go!

Bei den Panoramabildern im Anschluss wurde die Kuppel wieder voll genutzt. Unter fachkundiger Leitung wurde die Geografie des Mondes erklärt. Danach ging es mit dem aktuellen Sternenhimmel weiter, der Teil jeder Capcom go!″- Vorstellung sein wird. Sternenbilder, Planet oder Stern, ISS oder Flugzeug unter kurzweiliger Anleitung wurde den Zuschauern ein Wegweiser für eigene Beobachtungen des Nachthimmels gegeben.

Direkt im Anschluss strömten die Besucher in den Vorführungsraum, um einem Vortrag von Alexander Gerst zu lauschen. Der Andrang war so groß, dass die Veranstalter noch Stühle dazustellten. Gerst sprach im Planetarium von Berlin über seine zwei Missionen auf der Raumstation ISS. 362 Tage war der ESA-Astronaut insgesamt im All. Der Vortrag wurde live in 14 Planetarien bundesweit übertragen. Gerst erzählte von seiner fünfjährigen Ausbildung zum Astronauten und erläuterte die Bedeutung der Raumfahrt. Die weltweite Kooperation sei beeindruckend, ein Friedensprojekt, das Mut mache. 100 000 Menschen aus 15 Nationen arbeiten gemeinsam an der ISS.

Ein wichtiger Teil der Raumfahrt sei der Perspektivwechsel, sagte Gerst. Die Erde sei ein winziger Punkt im Universum. Sie habe eine zerbrechliche Atmosphäre, und die Auswirkungen des Menschen auf seine kleine blaue Heimat seien erschreckend.

371 Experimente hat die Crew während seiner zwei Missionen durchgeführt. Dabei sei es auch um die Entwicklung neuer Medikamente gegangen. Krebstumore zum Beispiel wachsen in der Schwerelosigkeit in 3-D, was dem Wachstum im Körper näherkomme. So können bessere Erkenntnisse gewonnen werden, die Patienten konkret helfen. Auf der Erde ist ein Wachstum im Labor nur in 2D möglich.

Gersts Kollege Luca Permitano und zwei weitere Astronauten saßen währenddessen bereits in Baikonur in der Sojus-Rakete. Durch Gersts Vortrag bekamen die Zuhörer einen Einblick in das, was die Astronauten gerade erleben. Man brauche einen Moment alleine, um das irdische Leben zur Seite zu schieben″, sagte Gerst. Dann werden die drei in die kleine Kapsel gequetscht. Zwei Stunden lang testen sie die Systeme, bevor es schließlich losgeht. Obwohl Raketenstarts mittlerweile Routine sind, bleiben sie riskant. Erst vergangenes Jahr mussten einige von Gersts Kollegen notlanden. Sie blieben zum Glück unverletzt.

Die aktuelle Crew auf der ISS bereite sich unterdessen auf die Ankunft der Neuen vor. Die Crew sei immer gemischt, sowohl was Nationen als auch was Geschlechter angehe. Gemischte Teams arbeiten einfach besser!″, stellte Gerst fest. Leider seien nur 16 Prozent der Bewerber weiblich. Also: Bewerbt euch!

Dann hieß es: 3, 2, 1...″ zum Start der Sojus-Rakete kommentierte Gerst live die einzelnen Schritte, detaillierter als der offizielle Kommentar. Alles klappte problemlos. Sechs Stunden später fing die Crew ihre Verstärkung mit dem Roboter-Greifarm ein, so wie es auch Gerst schon erlebt hat. Die ISS hat somit wieder eine Besatzung von sechs Astronauten.

Bildtexte:
So nah, so fern: Jesse (7) schaut mit Papa Karl durchs Teleskop.
Wenn sich einer mit Raumfahrt auskennt, dann ist es Alexander Gerst und zu ihm wurde live geschaltet.
Die Saturn-V-Rakete, die Armstrong & Co zum Mond gebracht hat, konnte nachgebaut werden.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Stella Essmann


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