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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Eine Frage des Geschmacks: Osnabrücker Bergquell-Pilsener
Zwischenüberschrift:
Das neue unbekannte Foto: Wo stand dieser Bunker?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. 1987 endete die Osnabrücker Brautradition: Nach 127 Jahren stellte die Osnabrücker Aktien-Brauerei (OAB) auf dem Westerberg die Bierproduktion ein. Vielen Osnabrückern sind der Brauereibetrieb und das Osnabrücker Bergquell-Pilsener aber noch in lebhafter Erinnerung.
Ganz weit zurück blickte Lore Kreft: Seit 1923 lebe ich an der Bergstraße neben der Brauerei. Bis in die 50er- und 60er-Jahre kamen die Pferdewagen, um den Treber( Gerstenabfall) abzuholen. Der Geruch des Trebers warauf der Bergstraße besonders bei Südwestwind stark zu riechen. Als nach dem Krieg Flaschenbier abgefüllt wurde, hörte man die Porzellanverschlüsse klirren. Vor dem Krieg konnte man im Sommer große Eisstangen aus den Kühlkellern kaufen. Wenn im Krieg nach Bombenangriffen Wasserausfälle waren, konnte man warmes Wasser in der Brauerei bekommen.″
Jörg Nicolay arbeitete 1982 in den Sommerferien in der Brauerei: Ich wurde im Flaschenkeller, wo sich die Abfüllmaschine für Bier, Pils und andere Sorten befand, eingesetzt″, schrieb er auf OS-Nachbarn.de. Zu einem anderen Zeitpunkt wurde ich in der Fassabfüllung und Reinigung eingesetzt. Was mich beeindruckt hat, war, dassdie Mitarbeiter und auch wir Aushilfen tagtäglich einen Haustrunk bekommen haben. [...] Mein Eindruck war, dass die Mitarbeiter sich doch schon sehr mit der Brauerei und ihren Produkten identifiziert haben. [...] Die Biere, die dort gebraut wurden, waren: Spezial Urtyp, Edel Export, Bergquell-Pilsener, Gold Malz, Ossen Alt und der Maibock. Einige dieser Biere wurden auch mit der DLG-Medaille in Silber ausgezeichnet.″
Auch Hans Brodi wusste nur Gutes zu berichten: Ich habe 32 Jahre auf dem Westerberg gearbeitet und habe auch manches Glas Bergquell-Pilsener getrunken. In den Jahren haben sich Tausende Gäste im Bierstübchen eingefunden und haben Tausende Gläser Gerstensaft für gut′ befunden.″
Peter S. war dagegen von dem Bier nicht so begeistert: Eigentlich war das Osnabrücker bei uns nicht sehr beliebt. Viele regionale Gaststätten hatten aber einen Vertrag mit der OAB. Wenn wir damals eine Kiste kauften, dann war meist das Herforder Pils unser Lokalpatriot′, bevor die Sauerländer Marken wie Warsteiner und Veltins auch den hiesigen Markt eroberten.″
An die Folgen des Biergenusses erinnerte sich Christiane T.: Ich kann mich nur dunkel an die OAB erinnern. Einige nannten dies es Bier auch Schädelbier, und irgendwann hab ich mal ein Glas zu viel davon getrunken zwei Tage war ich todsterbenskrank. Aber in den frühen 70er-Jahren da gab es den Westerbergkeller –, das weiß ich noch genau.″
Wenn in zwei Monaten wieder die Maiwoche beginnt, ist dies auch der Osnabrücker Aktien-Brauerei zu verdanken, wie Jörg Nicolay berichtete: Wussten Sie eigentlich, dass die Brauerei ein Mitinitiator der heutigen Maiwoche war? Im Mai wurde durch einen Fassanstich im Beisein des Oberbürgermeisters der leckere Maibock( 1 Liter) auf dem Rathausplatz auf einen Holzschemel gegossen, und ein Mitarbeiter der OAB (Braumeister Nicolay) musste sich mit einer Lederhose auf den Schemel setzen. Nach ungefähr einer Minute musste er aufstehen. Blieb der Schemel am Hintern kleben, so war der Maibock gut, und es gab Freibier. Das ist ein Brauchtum aus Bayern!
Das neue unbekannte Foto führt uns zurück in die Osnabrücker Nachkriegsgeschichte. Vier Männer machen sich mit Pressluftbohrern daran, einen Bunker abzureißen. An den Außenwänden ist noch der Schriftzug Fahrradstand″ zu erkennen. Wissen Sie, wo dieser Bunker stand? In Osnabrück gab es noch zahlreiche andere Bunker. Erinnern Sie sich vielleicht noch an Bombennächte in den Schutzräumen? Welche Bunker gibt es noch heute, und wie werden sie genutzt?

Bildtexte:
Die Osnabrücker Aktien-Brauerei auf dem Westerberg 1991.Heute befindet sich dort das Diakonie-Wohnstift.
Ein Kriegszeuge zerbröckelt: 1955 wurde der stärkste Osnabrücker Betonbunker abgerissen. Erinnern Sie sich?
Fotos:
Archiv
Autor:
r.


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