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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Weg von den Drogen
 
Gründe für die Sucht finden
 
Mit dem Roboter Matherätsel lösen
Zwischenüberschrift:
Der tägliche Kampf gegen die Sucht in der Fachklinik Nettetal
 
Interview: Therapeutin Yvonne Meiners
 
Wissenschaft geht auch spannend: Akademie fördert Interesse bei Schülern
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
WALLENHORST. Triste, sterile Gebäude sehen wir nicht, als wir den sonnigen und ruhigen Hof der Fachklinik Nettetal (Rehabilitationseinrichtung für drogenabhängige Männer) erreichen. Alte Fachwerkhäuser vermitteln einen freundlichen Charakter. Der Weg zur Verwaltung ist gesäumt von schönen grünen Rasenflächen, einem einladenden Pavillon und einem Fußballplatz. Die Angestellten und Patienten wirken ausgeglichen und zufrieden. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und aufgenommen.

Der Patient Benny aus der Rückfallabteilung″ berichtete uns von seinem Leben mit den Drogen. Der 20-Jährige ist bereits seit 19 Wochen in der Klinik und hat seinen Aufenthalt nun verlängert, weil er seine Ziele, die er beider Reflexion mit seiner Therapeutin erarbeitet hat, noch nicht erreicht hat. So wie viele andere Jugendliche probierte er mit seinen Freunden im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal die Droge Cannabis aus. Jeder vierte Jugendliche probiert einmal oder öfter in seinem Leben Cannabis aus″, erklärt Yvonne Meiners, Suchttherapeutin der Klinik.

Schwitzige Hände

Anfangs so schildert Benny habe er nur zu besonderen Anlässen, auf Partys oder zum Spaß konsumiert. Doch nach einiger Zeit sei die Droge immer wichtiger für ihn geworden. Dass er süchtig war, habe er nach ungefähr einem Jahr gemerkt: Ich bekam schwitzige Hände, zitterte und wurde unruhig, sobald die Wirkung der Droge nachließ.″ Zu diesem Zeitpunkt kiffte er zwei- bis dreimal täglich, und er gab dabei bis zu 16 Euro aus. Das Taschengeld reicht nicht mehr aus. Er geriet auf dieschiefe Bahn. Mit Beschaffungskriminalität finanzierte er seine Sucht. Ein Teufelskreis.
Die Wirkungsweise von Cannabis variiert. Entweder entspannt sich der Konsument, oder er wird unternehmungslustig. Oftmals verändert die Droge die Wahrnehmung und das Bewusstsein. Doch nach regelmäßigem Konsum lassen die sogenannten Lachflashs″ (Lachanfälle) und Fressflashs″ (Heißhunger-Attacken) nach man stumpft ab.
Als ich einmal high war, malte ich ein Bild, das ich für sehr kreativ hielt. Beim späteren Angucken fiel mir auf, wie hässlich es eigentlich war″, erzählt uns Benny. Als er zu härteren Drogen wie Ecstasy und Pilzen griff, entschied er sich zu einer Drogenberatung zu gehen, mit deren Hilfe er sich schließlich zu einer Therapie entschloss. Zu Beginn fiel es ihm schwer, sich an die Regeln der Fachklinik Nettetal anzupassen.
Denn der Alltag in der Rehabilitation ist genau festgelegt. Dazu gehört die Zeiteinteilung für Freizeit, Mittagspause oder Therapiestunden. In der Verhaltenstherapielernte der 20-Jährige das ABC-Modell (A= auslösende Situation, B= Bewertung der Gedanken, C= Konsequenz) kennen, das ihm die Wechselwirkung zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten verdeutlichen soll.

Zukunft planen

Jeder Patient wird in einen bestimmten Arbeitsbereich eingeteilt. Am Anfang muss man zwei Wochen den Putzdienst übernehmen, danach kann man in andere Bereiche wie die Holzwerkstatt, die Küche oder den Garten übergehen. Die verschiedenen Arbeiten haben bestimmte Zielsetzungen, denn der Patient soll lernen, wieder Verantwortung zu übernehmen.
In den letzten Wochen des Aufenthalts wird die weitere Zukunft von Benny geplant. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den Kontakt zu meinen alten Freunden abbreche und wieder zur Schule gehe″, sagt der 20-Jährige nachdenklich. Eine wichtige Entscheidung. Denn erst, wenn er die Klinik verlassen hat, wird sich zeigen, ob er seine Sucht wirklich überwunden hat.

Bildtext:
Blick in eine ungewisse Zukunft: Ein Patient vor der Fachklinik Nettetal, einer Rehabilitationseinrichtung für suchtkranke Männer.
Foto:
Archiv

WALLENHORST. In einem Gespräch mit den Klasse!- Reportern der Neuen OZ berichtet Suchttherapeutin Yvonne Meiners über den Alltag in der Fachklinik im Nettetal, einer Rehabilitationseinrichtung für Männer.

Gibt es Einzel- oder Gruppentherapien?
Die Psychotherapien setzen sich zusammen aus Einzel- und Gruppentherapiegesprächen.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Das ist ganz unterschiedlich. Wir arbeiten hier in insgesamt drei Abteilungen: A, B und C. Wir beschließen dann nach der Einteilung in die Abteilungen ganz individuell, was ein Patient an Therapiezeit benötigt.
Wie läuft eine Therapiestunde ab?
Ich habe noch nie ein Einzelgespräch geführt, welches genauso war wie das andere. Bei neuen Patienten mache ich eine Verhaltensanalyse, um herauszufinden, warum er süchtig geworden ist. Dieses Erklärungsmodell wird dann mit den Patienten besprochen. Wenn wir die Gründe und Ursachen der Abhängigkeit herausgefunden haben, baue ich daraufhin die Therapieziele auf.
Was passiert, wenn Patienten aufhören wollen?
Das passiert regelmäßig. Wir versuchen zu verstehen, warum sie gehen wollen, und probieren auch in Gesprächen, die Patienten hierzubehalten, wenn das geht. Wir können die Patienten aber nicht festhalten. Das heißt: Sie ürfen die Einrichtung verlassen müssen sie sich aber der möglichen Konsequenzen bewusst sein. Denn ein Patient der sich nicht freiwillig, sondern aufgrund einer gerichtlichen Auflage in der Therapie befindet, kann wegen des vorzeitigen Behandlungsabbruches sogar wieder inhaftiert werden.
Brechen viele Patienten die Behandlung ab?
Nein, im Moment nicht. Es gibt auch immer mal einen Patienten, den wir rausschmeißen müssen, weil der hier nicht tragbar ist. Es gibt aber auch die Patienten, die während ihrer Therapie rückfällig werden, dann kommt es aber darauf an, wie sie damit umgehen.
Wir reagieren die Patienten auf Familienbesuch?
Über Besuch freuen die sich total. Viele Patienten werden von ihren Familienangehörigen dabei unterstützt, den Weg in ein drogenfreies Leben zu gehen.
Wie viele bleiben nach dem Entzug richtig clean″, und was bedeutet clean″ eigentlich?
Es ist so, dass die Patienten hier im Nettetal keinen Entzug machen. Sie machen hier ihre stationäre Entwöhnungstherapie. Den Entzug und die Entgiftung machen sie, bevor sie in unsere Fachklinik kommen beispielsweise im AMEOS-Klinikum. Die Patienten sind clean, wenn sie nicht mehr konsumieren.
Wie viele Männer kommen noch mal wieder?
Es kommt immer wieder vor, dass Patienten, die hier eine Entwöhnungstherapiege macht haben, zu einer Rückfallbehandlung wiederkommen. Ein suchtmittelabhängiger Mensch wird sein Leben lang suchtkrank bleiben, kann aber clean leben. Es besteht aber ein Lebenlang die Gefahr, rückfällig zu werden. Der Rückfall gehört zur Bewältigung der Sucht in einer Form dazu. Die wenigsten Patienten bleiben nach einer Therapie clean.

Einrichtung für Suchtkranke
Die FachklinikNettetal bietet37 Männern ei-nen Therapie-platz. Träger derRehabilitations-einrichtung fürSuchtkranke istder Caritasver-band für die Di-özese Osna-brück. Leiter derKlinik ist Hans-Jürgen Boder.Die Behand-lungsdauer vari-iert je nach Diag-nose von 12 biszu 52 Wochen.Dabei werdenunter anderemBehandlungenzur Entwöh-nung, bei Rück-fall sowie Suchtund Psychosenangeboten. DiemedizinischeHilfe beinhaltetDiagnostik undBehandlung, In-formationen undSupervision desRehabilitations-verlaufs. Insge-samt umfasstdas AngebotPsychologie, Psychotherapie, Sozialberatung, Arbeits- und Be-schäftigungsthe-rapie, Kranken-und Heilerzie-hungspflege so-wie Erziehungund Verwal-tung.

OSNABRÜCK. Wie kann man Nachwuchsförderung betreiben, Werbung für einen akademischen Werdegang machen und gleichzeitig eine Herausforderung für talentierte Schüler schaffen? Die Antwort lautet: Herbstakademie Osnabrück. Diese mittlerweile etablierte Institution entwickelte sich seit 2002 stetig weiter besonders im Hinblick auf Einblicke in Umwelt- und Technikberufe.
Die Herbstakademie Osnabrück ist ein Angebot von Stadt- und Landkreis Osnabrück, mehreren Gymnasien des Regierungsbezirks Weser-Ems sowie der Universität und der Fachhochschule Osnabrück (FH). Ziel ist es, besonders begabte und leistungsstarke Schüler zu fördern. Schwerpunktthemen sind Wirtschaft, Technik, Natur- oder Geisteswissenschaft. Die Kurse werden von Lehrern gemeinsam mit den Fachbereichen der Uni und FH vorbereitet. Nach einer dreitägigen Kernphase in den Ferien folgt einige Wochen später der Präsentationstag mit der Vorstellung der Gruppenergebnisse.
Ende 2010 sorgte beispielsweise der Kurs Technik″ für eine Annäherung der Schüler an das Thema. Die Aufgabenstellung: Einen für die Gaszählermontage verwendeten Industrieroboter so zu programmieren, dass er sogar komplexe mathematische Rätsel lösen kann. Felix (19), Schüler des Gymnasiums Carolinum, beschreibt das Vorgehen im Kurs als spielerisches Lernen″, das auf alltägliche wirtschaftliche Produktionsprozesse übertragen werden könne. Durch den großen Praxisanteil hat man ein Gefühl dafür bekommen, wie die Arbeit in Unternehmen abläuft und wie wichtig die Informatik in der Wirtschaft ist″, so Felix. Für ihn persönlich habe die Teilnahme an diesem Kurs seinen Wunsch, Informatik zu studieren, nur noch bestärkt.
Ebenfalls mit technischem Schwerpunkt ausgestattet war der Kurs Genetik im Schülerlabor″, der neben Theorie auf Erstsemester-Niveau″, wie Merle (18) vom Gymnasium in der Wüste die Anforderung des Kurses beschreibt, auch einen großen Praxisanteil geboten habe. Mithilfe von vier aufwendigen Versuchen hätte man einen guten Einblick ins Uni-Leben″ bekommen. Der Mix aus Biologie, Technik und Laborarbeit ist sehr interessant gewesen″, findet Merle.
Der Kurs Systemwissenschaften″ sollte den Schülern die Wechselwirkungen von Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in Systemen näherbringen. Im Vordergrund bei der Erarbeitung einer Simulation habe, den Schülern zur Folge, vor allem der Einfluss der Umwelt auf ein System gestanden. Das stellten die Teilnehmer in ihrer Präsentation an Beispielen wie Krankheitsausbreitung″ und Wirtschaftskrise″ dar.
Die Herbstakademie hat 2010 Schwerpunkte auf die Themen Umwelt und Technik gesetzt und dadurch positive Reaktionen von Schülerseite erhalten. Und vielleicht haben die Kurse ja tatsächlich Einfluss auf den beruflichen Werdegang der Teilnehmer.

Bildtext:
Mathe leichtgemacht: ein Roboter bei der Arbeit.

DBU-Spezial Umweltberufe
Unter dieser Rubrik sind Artikel zu finden, die sich mit dem Thema Umweltberufe″ auseinandersetzen. Die Texte werden meist von Schüler-Reportern geschrieben. Dabei geht es unter anderem um neue Berufsfelder, die Vorstellung von Firmen mit innovativen Ideen, Förderung und Ausbildung, Einblicke in Umwelt-Projekte und AGs an Schulen sowie die MINT-Fächer. Denn Umweltbranchen sind Wachstumsbranchen und schaffen neue Arbeitsplätze. Weitere Infos: 05 41/ 310-662, Mail: k.schwarte@ noz.de
Autor:
Louisa Vetterick, Julia Scherschinski, Ana Paquete, Hannah Lambert, kri, Kirsten Petersmann


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