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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Brandstiftung am Rathaus
 
Unbekannte legen Feuer am Rathaus
Zwischenüberschrift:
500 Jahre alte Eingangstür beschädigt / Stadt setzt Belohnung aus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Unbekannte Brandstifter haben in der Nacht zu Freitag Feuer an der historischen Rathaustür gelegt. Das über 500 Jahre alte Eichenholzportal wurde beschädigt. Wie schlimm der Schaden ist, müssen Experten jetzt ermitteln.

Osnabrück In der Nacht zu Freitag haben Unbekannte versucht, die mehr als 500 Jahre alte Eingangstür des historischen Rathauses in Brand zu setzen. Die Stadt hat eine Belohnung für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des oder der Täter führen.

Die ansonsten braune Eingangstür des historischen Gebäudes weist am Freitag im unteren Bereich schwarze Stellen auf. Passiert ist das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Wie Gerhard Meyering, Sprecher der Stadt Osnabrück, am Morgen bestätigt, haben Unbekannte versucht, die mehr als fünf Jahrhunderte alte Tür in Brand zu setzen. Dabei ist Brandbeschleuniger verwendet worden. Passanten wiesen gegen 1.30 Uhr den Wachdienst des Weinsommers auf das Feuer hin.

Dieses konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden. Allerdings sind sowohl das Holz der Tür als auch der Steinboden in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Ausmaß des Schadens müssen Sachverständige noch überprüfen.

Die Tür des historischen Osnabrücker Rathauses, in dem 1648 der Westfälische Frieden beschlossen worden ist, ist symbolisch eine Tür des Friedens. Ob aus Zerstörungswut oder als Tat, die sich gegen das Engagement der Stadt für den Frieden richtet: Ich bin entsetzt und erschüttert über diesen kriminellen Akt und hoffe, dass der oder die Täter schnell überführt werden″, wird Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in einer am Freitagvormittag verbreiteten Mitteilung der Stadt zitiert.

Zu den Hintergründen der Tat konnte Meyering zunächst noch nichts sagen. Die Spuren legten nahe, dass es sich um zwei Brandherde gehandelt haben könnte. Vonseiten der Polizei heißt es, dass möglicherweise mit Benzin gefüllte Dosen angezündet und gegen die Tür geworfen beziehungsweise davor abgelegt worden sein könnten.

Die Stadt stellte Strafanzeige gegen die noch unbekannten Täter. Das Rathaus ist laut Stadt ein Gebäude von nationaler Bedeutung und gehört zum Europäischen Kulturerbe. Um abzustimmen, wie die Tür sachgemäß restauriert werden kann, wurde das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet.

Mögliche Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0541 327-2215 bei der Polizei zu melden. Für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, hat die Stadt eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgesetzt.

Bei der Rathaustür handelt es sich nicht etwa um einen neuzeitlichen Nachbau mit gotischen Verzierungen, sondern um das Original aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes. Das Holz wurde 1494 gefällt. Die Tür versah schon ihren Dienst, als in Osnabrück noch Hexen verbrannt wurden, und überlebte Kriege. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie rechtzeitig vor dem vernichtenden Bombenangriff ausgebaut und sicher eingelagert.

Die Türklinke ist aus Bronze und wurde von dem Osnabrücker Bildhauer Fritz Szalinski gefertigt. Sie gilt als das meistfotografierte Motiv der Friedensstadt. In der Vermögensbilanz der Stadt ist sie mit einem Wert in Höhe von 10 000 Euro verbucht.

Bildtext:
Rußgeschwärzt: So sah die Tür des Rathauses am Freitag aus.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Nadine Sieker


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