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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ossensamstag wieder in der Diskussion
 
Neuauflage der Ossensamstags-Debatte
Zwischenüberschrift:
Karneval soll besser werden: Kaufleute lassen sich von Mainzer Fastnachtspräsidenten beraten
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
OSNABRÜCK. In Osnabrück deutet sich eine Neuauflage der 2009 kontrovers geführten Debatte um die Zukunft des Ossensamstags an. Wie jetzt bekannt wurde, haben sich die im OsnabrückerCity-Marketing (OCM) organisierten Kaufleute an den Präsidenten des Mainzer Carneval-Vereins von 1838 gewandt: Richard Wagner soll die Gewerbetreibendenals Karnevalsexperte beraten. Ziel sei es, den Osnabrücker Straßenkarneval besser zu machen, wie OCM-Chef Dieter Rauschen betont. So sei mit Wagner bei einem ersten Treffen intensiv über das Problem des Alkoholmissbrauchs durch Jugendliche diskutiert worden. Der Mainzer, selbst Inhaber eines Juweliergeschäfts, äußerte aber auch Verständnis für das Anliegen der hiesigen Kaufleute, am Ossensamstag nicht länger ihre Läden zusperren zu müssen.

OSNABRÜCK. Die 2009 kontrovers geführte Debatte um den Ossensamstag wird nach dem Aschermittwoch 2011 voraussichtlich eine Neuauflage erleben.

Richard Wagner ist derzeit ein gefragter Mann. Immer wieder ertönt der Narrhallamarsch als Klingelton aus dem Handy des Präsidenten des Mainzer Carneval-Vereins von 1838 (MCV). In der laufenden Kampagne hat der Fastnachtsmanager deutlich weniger Zeit als sonst, sich um sein Juweliergeschäft zukümmern. Wie jetzt bekannt wurde, hatten ihn die im Osnabrücker City-Marketingvereinten Kaufleute kürzlich als Experten um Rat gebeten. Ziel des Gesprächs, zu dem auch die Ratsfraktionsspitzen eingeladen waren, so die Auskunft von OCM-Chef Dieter Rauschen: eine Verbesserung des Osnabrücker Straßenkarnevals.
Wegen der Entartungen″am Rande der Veranstaltung müsse da etwas geschehen, findet Rauschen, Seniorchef des Kaufhauses L+ T. Das Gespräch mit dem Mainzer Fastnachter, den er auf der Suche nach einem kompetenten Ansprechpartner in Sachen Karneval ausfindig gemacht hätte, sei in einer sehr freundlichen und konstruktiven Atmosphäre verlaufen, betonte Rauschen. Seine Erwartungen an die Kompetenz des Experten seien auch voll erfüllt worden: Allererste Garnitur.″
Vor allem der Alkoholmissbrauch von Jugendlichen sei ein Grund, aktiv zuwerden, sorgt sich der OCM-Vorsitzende. Nicht nur wegen der Gesundheit des Nachwuchses. Das Image der Stadt leide unter diesen Auswüchsen, die über das Fernsehen den Ruf der Stadt inzwischen bundesweit belasteten. Von Musikrausch″, der vom Oberbürgermeister und anderen Osnabrücker Promis unterstützten Anti-Alkohol-Aktion der Caritas, hatte der Mainzer bei seinem Besuch nichts erfahren. Aber gegen derartige Eskapaden könne man bei Großveranstaltungen aller Art heutzutage nicht viel machen, räumte Wagner im Gespräch mit unserer Zeitung ein. Auch in Mainz gebe es diese Probleme am Rande des Rosenmontagsumzugs. Weiträumige Kontrollen der Polizei im Vorfeld und rigoroses Vorgehen gegen Händler, die Schnaps an Jugendliche verkaufen, könnten in Mainz wie in Osnabrück nur einen Teil des Missbrauchs verhindern. Diese Lagebeurteilung ähnelt übrigens der, die die Verantwortlichen vom Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval (BOK) in der Debatte 2009 geäußert hatten.
Der Mainzer allerdings bringt dem Wunsch der Osnabrücker Innenstadtkauf-leute mehr Verständnis entgegen, als das die BOK-Jecken während der Diskussion 2009 getan hatten. Als Einzelhändler wisse er, was die Schließung des Geschäftes am Samstag bedeute.
In Mainz ziehen die großen Narren am Rosenmontag durch die Stadt. Dieser Umzug hat in Mainz Tradition. Diese heilige Kuh, so Wagners Einschätzung, würde man in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt sichernicht schlachten. Allerdings habe der Montag für die Geschäftsleute auch nicht die Bedeutung wie der Samstag. Der ist in Mainz für einen Kindermaskenzug zwischen 14 und 17 Uhr vorgesehen. Vielleicht wäre das auch für Osnabrück eine Lösung, gibt Wagner zu bedenken. In einem zweiten Gespräch, zudem ihn die Osnabrücker Geschäftsleute eingeladen haben, würde Wagner gerne auch mit seinen Osnabrücker Karnevalisten-Kollegen einmal darüber diskutieren

Bildtexte:
Die Verlegungsdebatte prägte die Motivwagen des Ossensamstags 2010. Aufschriften wie diese zeigten, wie verhärtet dieFronten vor knapp einem Jahr noch waren.
Richard Wagner, Präsidentdes MCV.
Fotos:
Michael Hehmann, Rüdiger Mosler

Ossensamstag: Zug selbst sichern
Auf den Bürgerauschuss Osnabrücker Karneval (BOK) kommen neue Kosten zu. Die Polizei wird die Absicherung unmittelbar am Zug erstmals nicht mehr übernehmen. Die frei werdenden rund 30 Beamten würden eventuell ihre Kollegen am Rande des Zugesverstärken, so Polizeisprecher Georg Linke. Für den BOK bedeutet das: Ein privater Sicherheitsdienst muss die Wagen begleiten. Die Kosten legt der BOK auf die Zugteilnehmer um. Der Beitrag an die Stadt von 10 000 Euro sei durch die Sponsoren Herforder Brauerei und Hit-Radio Antennef inanziert, so BOK-Chef Rainer Möllers.

Weiberfastnacht bei Galeria
Die Weiberfastnacht in Osnabrück wird in diesem Jahr vom Markt in die Spielwarenabteilung von Galeria Kaufhof verlegt. René Kamps, Leiter der Spielwarenabteilung des Kaufhauses, bestätigte, dass am Nachmittag des 3. März unteranderem das Kinder-Stadtprinzenpaar in Süßigkeiten aufgewogen werde. Die Leckerlis sollen dann am Ossensamstag als Wurfmaterial vom Wagen ins Publikum fliegen. Die Zentral ein Köln sei dem Karneval sehr zugetan, begründete Kamps das Engagement von Galeria Kaufhof. Die Schausteller bauen 2011 auf dem Markt erst am Ossensamstag ihre Buden auf.

KOMMENTAR
Zusammen

Miteinander reden, nicht übereinander an diesem alten Rat zur Konfliktvermeidung ist was dran. Insofern war es nicht geschickt von den Osnabrücker Kaufleuten, sich mit Politik und externen Experten, aber ohne die Osnabrücker Karnevalisten an einen Tisch zusetzen. Dass die Gesprächsvoraussetzungen nach der Debatte von 2009 mit zum Teil derben Vorwürfen nicht optimal sind, ist klar. Aber wer am Osnabrücker Karneval etwas verändern will, auch aus nachvollziehbarem Eigeninteresse, der kommt um die Jecken der Region nicht herum.
m.schwager@ noz.de
Autor:
Michael Schwager


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