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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für die Nachwelt gerettet
Zwischenüberschrift:
Eilhard Cordes kümmert sich um das Erbe von Fritz Wolf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Dass der große Osnabrücker Karikaturist Fritz Wolf ein wenig schlampig mit seinen Werken umgegangen ist, wardas Glück von Dr. Eilhard Cordes. Wolf lagerte die Originale seiner Zeichnungen in Bananenkisten in seiner Garage. Cordes nahm die vielen Bilder in seiner Zeit als Leiter der Universitätsbibliothek unter seine Fitticheund archivierte sie. Heute publiziert sie er stellvertretende Vorsitzer der Fritz-Wolf-Gesellschaft oder zeigt sie in Ausstellungen. Das ist mein Lebensinhalt geworden″, sagt der 72-jährige Pensionär.

Insgesamt 30 000 Zeichnungen hat Fritz Wolf produziert, schätzt Eilhard Cordes.Der 1918 in Mülheim gebore-ne und 2001 in Bad Rothenfelde verstorbene Grafiker ist durch seine mit feinem Spott besetzten politischen Karikaturen in der Neuen Osnabrücker Zeitung bekannt gewor-den. Bundesweit wurden seine Bilder aus der Provinz″ in den Zeitschriften Stern″ und Brigitte″ gelesen. Eilhard Cordes sieht seine Hauptaufgabe darin, diese vielen Zeichnungen zu katalogisieren und zu archivieren. Da-auf war Fritz Wolf schon stolz″, sagt er.
Eilhard Cordes beschreibt den Zeichner als ironischen Menschen und sein Verhältnis zu Osnabrück als gespalten. Seine Krönung zum Grünkohl-König sei ihm zwar wichtiger gewesen als sein 80. Geburtstag, meint Eilhard Cordes. Dennoch hätte er seine Antrittsrede mit doppelbödigen Kommentaren gespickt. Wolf habe auch immer wieder gesagt, es solle nicht so viel Aufhebens um ihn gemacht werden. Er war sehr bescheiden″, sagt Eilhard Cordes. Viel sei aber auch Koketterie gewesen, meint er und weist darauf hin, dass die 2003 gegründete Fritz-Wolf-Gesellschaft mittlerweile knapp 100 Mitglieder zählt. Um sich selbst will Eilhard Cordes nicht so viel Aufhebens machen. Er stellt Fritz Wolf in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit.
Richtig nahe gekommen sei er dem Künstler nicht, sagt Eilhard Cordes. Im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit steht das Werk Fritz Wolfs. Ich möchte nicht, dass die Sammlung weiter in Bananenkisten aufbewahrt wird.″ Nach dem Tod des Karikaturisten sind auf seinem Dachboden weitere Zeichnungen aufgetaucht. Die Sammlung beginnt ab 1965. Eilhard Cordes sucht zudem komplette Jahrgänge des Sterns″ oder der Brigitte″. Dazu stoßen immer wieder Gelegenheitsarbeiten″ in die Sammlung, wie zum Beispiel das Bild des Papstes, derwährend seiner Predigt auf der Illoshöhe verzückt ausruft: Olle use!″.
Fritz Wolf hatte einen gefälligen Strich. Seine Zeichnungen waren nett und liebenswert. Seine Figuren wurden nicht beleidigt. Er war komisch, aber auch belehrend″, sagt Eilhard Cordes. Manchmal, vor allem in den Bildern aus der Provinz″, findet sich auch Eilhard Cordes in den Karikaturen wieder. Einmal zeichnete Fritz Wolf den passionierten Radfahrer, der mit einem Bollerwagen seine Werke in die Uni-Bibliothek fuhr. Eilhard Cordes kennt zwar viele der Zeichnungen Fritz Wolfs in- und auswendig. Dennoch setzt er sich bisweilen in einen Sessel und schaut sie sich genüsslich an. Dann kann ich herzhaft darüber lachen.″
Wer auch über die Zeichnungen Fritz Wolfs lachen möchte, kann sich noch bis zum 29. Januar die Ausstellung mit Karikaturen zum Thema Deutsche Wiedervereinigung″ im Stadthaus ansehen.

Bildtext:
Der Künstler und sein Archivar: Eilhard Cordes bewahrt das Andenken an Fritz Wolf.
Foto:
Jörn Martens

Was ist Ihr Ding?
Unter dem Motto Das ist mein Ding″ porträtieren wir Menschen aus Osnabrück und Umgebung, die ein seltenes Hobby haben, außergewöhnliche Sachen sammeln oder einer anderen großen Leidenschaft mit einer besonderen Hingabe nachgehen. Wenn Sie auch dazugehören und in dieser Reihe auftauchen möchten, dann schreiben Sie uns eine E-Mail: stadt-osnabrueck@ noz.de. Wir nehmen dann Kontakt mit Ihnen auf.
Autor:
Thomas Wübker


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