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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bewohnerparken soll ausgedehnt werden
Zwischenüberschrift:
Stadt befragt Anwohner im Stadtteil Wüste / Anschreiben der Verwaltung einseitig formuliert?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Stadtverwaltung spielt aktuell mit dem Gedanken, in der vorderen Wüste ein weiteres Gebiet für Bewohnerparken einzurichten. Um ein Meinungsbild zu bekommen, werden derzeit die Anwohner befragt.

Um was geht es? Die vordere Wüste gehört zu den Orten der Stadt, in denen zu verschiedenen Tageszeiten ein Kampf um die Parkplätze tobt. Das Problem: Es gibt viele Mehrfamilienhäuser mit entsprechend vielen Bewohnern, aber nur sehr begrenzten Parkraum. Private Parkplätze oder Garagenhöfe sind nur vereinzelt zu finden. Gleichzeitig nutzen Pendler und Besucher beispielsweise von Arztpraxen die Straßenzüge rund um die Parkstraße als kostenlosen Parkraum.

Welcher Bereich ist betroffen? Konkret geht es um den Bereich, den die Stadt als Bewohnerparkgebiet 19″ bezeichnet. Grob gesagt wird der Bereich im Norden von der Martinistraße begrenzt, im Osten von der Parkstraße beziehungsweise der Herderstraße. Die Grenze verläuft südlich vom Hoffmeyerplatz, an der Rehmstraße entlang bis zur Einmündung der Kiwittstraße. Die Linie zieht sich weiter über die Kiwittstraße, den Schnatgang, die Wüstenstraße, die Jahnstraße entlang, am Sportzentrum der Uni vorbei und endet schließlich an der Einmündung der Schreberstraße in den Heinrich-Lübke-Platz.

Wer dürfte dort künftig parken? Sollte im besagten Bereich ein Bewohnerparken eingerichtet werden, kann jeder einen Parkausweis beantragen, der in den betroffenen Straßenzügen behördlich gemeldet ist, entweder mit Haupt- oder Nebenwohnsitz. Pro Person wird ein Ausweis ausgestellt. Grundsätzlich könnten weiterhin auch alle anderen Autos in der Zone abgestellt werden aber nur zeitlich begrenzt mit Parkscheibe. In anderen Bewohnerparkgebieten beträgt die Begrenzung eine bis drei Stunden. Der Parkausweis kostet in Osnabrück jährlich 30, 70 Euro.

Welche Auswirkungen hätte ein Bewohnerparken auf den Parkraum? Grundsätzlich verspricht sich die Stadt von einer Einführung, dass Innenstadtbesucher und Pendler tagsüber nicht mehr die knappen Parkplätze belegen. Bewohner sollen einen Vorteil gegenüber gebietsfremden Personen erhalten. Allerdings: Abends dürfte sich an der Parksituation nur wenig ändern, weil dann wieder die Bewohner untereinander in Konkurrenz treten. Üblicherweise gilt eine Parkscheibenregelung zwischen 9 und 19 Uhr.

Welche Erfahrungen gibt es in diesem Bereich? Vor einigen Jahren hatte die Stadt bereits ein Bewohnerparkgebiet auf der anderen Seite der Parkstraße eingerichtet. Seinerzeit setzte ein Verdrängungseffekt ein, der sich nun wiederum auf die Teile der Wüste auswirken würde, für die (noch) kein Bewohnerparken ausgewiesen ist. Dieser Verdrängungseffekt nehme mit der Entfernung von den Zielen der Fremdparker stetig ab, teilt Stadtsprecher Gerhard Meyering auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Nach der möglichen Einführung eines Bewohnerparkgebietes werden die Auswirkungen evaluiert, sodass gegebenenfalls gegengesteuert werden kann.″

Wer entscheidet über das Bewohnerparken? Die Befragung verschafft der Verwaltung einen Überblick über die grundsätzliche Meinung der Anwohner zur Einführung des Bewohnerparkens″, sagt Meyering weiter. Die Ergebnisse der Befragung werden in einen Beschlussvorschlag eingearbeitet, der später dem zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgelegt wird. Mit einfließen sollen auch die Ergebnisse einer Parkraumerhebung, die die Stadt zu verschiedenen Tageszeiten vorgenommen hat. Auch wenn ein konkreter Termin noch nicht feststeht, strebt die Verwaltung eine Beschlussfassung für das vierte Quartal an.

Ist das Schreiben der Stadtverwaltung zu einseitig formuliert? Anwohner, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, haben gegenüber unserer Redaktion moniert, dass ihnen das Schreiben der Stadtverwaltung zu einseitig formuliert ist. An mehreren Stellen werde den Bürgern regelrecht nahegelegt, für eine Bewohnerpark-Regelung zu stimmen. So heißt es unter anderem: Das Bewohnerparken kann die Parksituation in Ihrem Quartier verbessern und trägt nebenbei noch zu einem Umdenken in Bezug auf die Verkehrsmittelwahl bei. Aufgrund der zunehmenden Einschränkung werden Berufspendler zu einem Umstieg auf alternative und nachhaltigere Verkehrsmittel angeregt, von dem alle Bewohner der Stadt profitieren.″

In keiner Weise sollen die Befragten in ihren Meinungsäußerungen in die eine oder andere Richtung gedrängt werden″, versichert Stadtsprecher Meyering. Das Schreiben sei in etwas anderer Form auch bei der Abfrage in anderen potenziellen Gebieten verwendet worden.

Bildtext:
Nur wer einen Bewohnerparkausweis hat, darf in den entsprechenden Zonen unbegrenzt kostenlos parken. Alle anderen müssen eine Parkscheibe auslegen.
Foto:
Archiv/ Jörn Martens
Autor:
Sebastian Philipp


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