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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
4,6 Millionen Euro für das Museum
 
Alles muss raus – das Ende einer Ausstellung
Zwischenüberschrift:
4,6 Millionen Euro für das Naturkundemuseum auf dem Schölerberg
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Dauerausstellung im Museum am Schölerberg hat sich überlebt. Diese Erkenntnis ist bei Weitem nicht neu. Neu ist, dass das Land jetzt Fördermittel für einen Umbau des Museums zur Verfügung stellt. Aus EU-Mitteln werden etwa 2, 8 Millionen Euro auf den Schölerberg fließen. Insgesamt stehen für die neue Ausstellung und die Sanierung des Gebäudes etwa 4, 6 Millionen Euro zur Verfügung.

Damit sind die Tage der drei Jahrzehnte alten Ausstellung gezählt. Die hat damit in etwa doppelt so viele Jahre auf dem Buckel, wie es bei Dauerausstellungen in der Regel üblich ist. Spur des Lebens″ soll die neue Ausstellung heißen, die sich nicht nur der geologischen Geschichte der Region widmen, sondern auch Perspektiven aufzeigen wird.

Osnabrück Frohe Kunde verbreitet sich in der Stadt: Für die Grundrenovierung des Museums am Schölerberg gibt es eine Zusage vom Land für Fördermittel in Höhe von 2, 8 Millionen Euro. Das Geld soll vor allem in eine neue Dauerausstellung unter dem Motto Spur des Lebens″ fließen. Für die Komplettertüchtigung des Museums dürften allerdings noch weitere Millionen fällig sein.

Die Förderung ist ein großer und wichtiger Durchbruch″, so Kultusdezernent Wolfgang Beckermann. Die finanzielle Unterstützung hat das Land Niedersachsen im Rahmen der Richtlinie Landschaftswerte″ bewilligt, die sich aus Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln speist. Zentraler Aspekt ist die enge Verknüpfung mit einem Natur- oder Nationalpark. Hier konnte das Museum am Schölerberg mit seiner Lage im Natur- und Geopark Terra-Vita und seiner Funktion als Naturparkzentrum punkten.

Zwar können die 2, 8 Millionen Euro nicht alle auf dem Schölerberg geträumten Träume erfüllen, gleichwohl sieht Beckermann mit dieser Investition in Dauerausstellung und Sanierungsarbeiten den Grundstein gelegt für ein neues Naturkundemuseum in Osnabrück″. Das Museum werde so in die Lage versetzt, auch in Zukunft das außergewöhnliche Naturerbe der Region″ zu transportieren und gleichzeitig die Auseinandersetzung mit drängenden Umweltfragen dieser Zeit″ zu ermöglichen. Zu den Efre-Mitteln sind noch 450 000 Euro vom Landkreis und zwischen 250 000 und 300 000 Euro aus den Töpfen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu addieren, die beide eine finanzielle Unterstützung der Neugestaltung angekündigt haben. Komplettiert werden die Mittel durch den Eigenanteil der Stadt, der sich, gestreckt über vier Jahre, auf etwa 1, 1 Millionen Euro beläuft plus anfallende Personalkosten für die Konzeption der neuen Ausstellung.

Insgesamt werden es also etwa 4, 6 Millionen Euro sein, die Museumsleiter Norbert Niedernostheide und seinem Team in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen, um aus dem nunmehr 30 Jahre alten Ausstellungsmethusalem eine neue ansprechende Ausstellung zu machen. Es kommt fast alles raus″, erklärt Norbert Niedernostheide, Direktor des Museums. Ausgehend vom Planetarium, soll demnach eine Spur des Lebens″ durch das Haus und aus ihm herausführen. Besucher sollen motiviert werden, die Wildnis vor der eigenen Haustür″ zu erkunden. Denn Fokus des neuen Museumskonzeptes ist der Unesco-Geopark Terra-Vita. 300 Millionen Jahre Erdgeschichte ließen sich an kaum einem anderen Ort so gut zeigen, meint Niedernostheide.

Die neue Ausstellung soll aber keineswegs nur rückwärtsgewandt sein. Neben Wissensvermittlung geht es den Museumsmachern darum, Besuchern das nachhaltige Verhalten in und mit der Natur darzustellen. Gerade in der heutigen Zeit mit überaus drängenden Fragen zur Zukunft unseres Planeten wollen wir nicht nur zeitgemäß informieren, sondern aktiv Perspektiven aufzeigen″, erklärt Niedernostheide. Auch wenn die baulichen Veränderungen nicht so üppig ausfallen werden, wie in ersten Überlegungen einmal angedacht die Rede war zum Beispiel von einer Glaskuppel –, werden sich dennoch viele Ideen verwirklichen lassen. So werde sich zum Beispiel der gepante Carbonwald auch bei der aktuellen Raumhöhe realisieren lassen, sagt Kultusdezernent Wolfgang Beckermann. Losgehen soll es schnellstmöglich. Ein konkretes Datum steht noch nicht fest.

Bildtext:
Nostalgisch schön, aber wahrlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist die Dauerausstellung im Museum am Schölerberg. Das Land Niedersachsen hat jetzt Mittel für eine Neukonzeption bereitgestellt.
Foto:
Swaantje Hehmann

Kommentar
Museums-Modernisierung ist lange überfällig

Alle Freunde des Museums auf dem Schölerberg dürfen einmal tief durchatmen: Der Fortbestand des Hauses ist gesichert. Das war nicht immer selbstverständlich.

Denn in Osnabrück hat man den Begriff Dauerausstellung″ etwas zu wörtlich genommen. Zehn bis 15 Jahre sind für eine solche Ausstellung normal, die Exponate auf dem Schölerberg fristen aber schon seit über 30 Jahren ihr museales Dasein. Ohne einschneidende Veränderungen wäre das Museum wahrscheinlich nicht mehr lange überlebensfähig gewesen. Das ist bei Weitem nicht die Schuld der Museumsmacher, die aus den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln immer das Beste gemacht haben. Es waren wohl eher die finanziell kargen Zeiten, die ein Update verhinderten.

Nun aber fließen die Mittel, und die Stadt tut gut daran, die Chance für einen Neuanfang zu ergreifen. Sicher, es könnte noch wesentlich mehr Geld ausgegeben werden als die nun zur Verfügung stehenden 4, 6 Millionen Euro. Gleichwohl ist diese Summe weit mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Damit lässt sich schon was herrichten. Zumal wenn man weiß, dass das Team um Museumsdirektor Norbert Niedernostheide voller kreativer Ideen steckt. Jetzt hat die Mannschaft endlich das Geld, diese Ideen umzusetzen. Die neue Ausstellung Spur des Lebens″ darf also mit Spannung erwartet werden.

d.kroeger@ noz.de
Autor:
Dietmar Kröger


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