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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum die WGO nicht im Landwehrviertel baut
Zwischenüberschrift:
Sozial verträgliche Mieten im Neubaugebiet nicht machbar für Wohnungsbaugenossenschaft Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Gern würde die Wohnungsbaugenossenschaft Osnabrück (WGO) im Mega-Neubaugebiet Landwehrviertel Wohnungen mit bezahlbaren Mieten bauen doch die Pläne sind geplatzt. Es ist eines von vielen Beispielen einer gescheiterten Zusammenarbeit mit der Stadt, die WGO-Vorstand Bernhard Hövelmeyer kritisiert.

Mit knapp 3000 Wohnungen und einer durchschnittlichen Kaltmiete von 6, 19 Euro pro Quadratmeter ist die WGO ein beliebter und günstiger Vermieter in Osnabrück. Leerstand gibt es quasi nicht. Die WGO wirkt seit Jahren mietpreisdämpfend″, betont Hövelmeyer.

Trotzdem sind die Mieten stadtweit explodiert. Ende Mai haben die Osnabrücker die Stadt daher mit einem Bürgerentscheid verpflichtet, eine kommunale Wohnungsgesellschaft zu gründen. Die drei nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Baugesellschaften WGO, Heimstättenverein (HVO) und Stephanswerk müssen nun sehen, wie sie mit der neuen Situation umgehen.

WGO-Vorstand Hövelmeyer nutzte die jüngste Vertreterversammlung, um klarzustellen, dass die WGO und die beiden anderen Gesellschaften wieder und wieder bei der Stadt auf taube Ohren gestoßen seien. 2014 erschien mit dem Wohnraumversorgungskonzept eine Studie über den Osnabrücker Wohnungsmarkt. Spätestens da war die Entwicklung allen bekannt″, so Hövelmeyer. Indikatoren für eine zunehmend angespannte Situation im mittleren und unteren Preissegment waren die steigende Einwohnerzahl, die Mietpreisentwicklung, die stagnierende Zahl der Baugenehmigungen und ein dramatischer Rückgang von Sozialwohnungen.

Eine wesentliche Handlungsempfehlung der Studie sei gewesen, dass die Stadt enger mit WGO, HVO und Stephanswerk zusammenarbeiten solle. Leider ist die Stadt Osnabrück dieser Handlungsempfehlung nicht gefolgt″, so Hövelmeyer.

Größe nicht entscheidend

Im Landwehrviertel sollen in den kommenden Jahren Hunderte neue Wohneinheiten entstehen. Rund 200 Wohnungen wollte die WGO bauen mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 33 Millionen Euro. Wie haben dort ganz konkrete Vorplanungen vorgenommen für den Teilbereich ', Quartiersmitte-West′″, so Hövelmeyer. Doch bei den Grundstückspreisen, die das städtische Tochterunternehmen Esos verlange, sei der Bau von Wohnungen mit sozial verträglichen Mieten nicht machbar. Bei der Vermarktung ist die Esos mittlerweile zwar dazu übergegangen, kleinere Bereiche zu veräußern, damit nicht nur große Investoren ohne Osnabrück-Bezug zugreifen. WGO-Chef Hövelmeyer betont jedoch, dass es um etwas ganz anderes gehe: Nicht die Grundstücksgröße ist das Problem. Es geht um das Verhältnis zwischen Grundstückskosten und Herstellungskosten.″ Die WGO sei durchaus in der Lage, die Bebauung großer Grundstücke wirtschaftlich zu stemmen, notfalls in Kooperation mit HVO und Stephanswerk″, so Hövelmeyer.

Dass es mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft bald einen weiteren Teilnehmer auf dem Markt im Segment bezahlbare Wohnungen geben wird, begrüße die WGO, so Hövelmeyer. Auch über einen Erfolg der Gesellschaft, deren Gründung die Stadt jetzt vorbereitet, würde er sich freuen. Aber ob so eine Gesellschaft Erfolg haben wird, da sei er skeptisch. Es ist zu befürchten, dass es schwierige und langfristige Entscheidungsprozesse gibt″, so Hövelmeyer.

3, 9 Millionen Euro steckte die WGO 2018 in Neubauten an der Meller Straße, Ellerstraße und Zur Wetterwarte. Im April 2019 startete ein Neubauvorhaben in der Kommenderiestraße, außerdem hat die WGO weitere Pläne. Unter anderem will die Genossenschaft im Blumenesch 6–12 ihre drei Wohnhäuser von 1951 abreißen und an selber Stelle drei neue Häuser mit 56 Wohnungen mit 31 bis 96 Quadratmeter Größe bauen. Die aktuellen Mieter hätten Ende Mai die Kündigung erhalten, so Hövelmeyer, und ein Jahr Zeit, sich etwas Neues zu suchen.

Foto:
Archiv/ David Ebener
Grafik:
ESOS/ Stadtwerke Osnabrück
Autor:
Sandra Dorn


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