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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Widerstand und Alternativen
Zwischenüberschrift:
Bürgerinitiative informiert über 380-kV-Leitung in Darum
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Das Thema drängt und beschäftigt die Bürger in Darum und Lüstringen das zeigte der Andrang beim Bürgerinformationsabend im Lüstringer Gasthaus Zum Findling am Freitagabend. In dem ländlichen Stadtteil hat sich vor gerade einmal drei Wochen eine Bürgerinitiative gegründet, um den geplanten Bau von Höchstspannungsmasten und einer Stromübergabestation in der Größenordnung von zwei Sportplätzen im Naherholungsgebiet Darum-Lüstringen-Gretesch zu verhindern. Sie hat sich mit den bereits bestehenden in Bissendorf, Voxtrup, Holsten-Mündrup, Borgloh, Wellingholzhausen und dem nordrhein-westfälischen Borgholzhausen zusammengeschlossen und in den ersten drei Wochen bereits rund 1800 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt.

Als Sprecher des Gesamtverbundes hielt Frank Vornholt einen Gastvortrag, mit dem er die Zuhörer sowohl über die Möglichkeiten des Widerstands gegen die Freileitung als auch über die einer alternativen Erdverkabelung informierte. Dabei betonte er, dass die Form der Ausgestaltung der 380-Kilovolt-Trasse Nummer 16 zwischen Wehrendorf und Gütersloh eine rein politische Entscheidung″ sei und man deshalb den gemeinsamen Druck auf die Landes- und Bundesregierungen in Hannover und Berlin verstärken müsse.

Was ein Minister in Bayern könne, der dafür gesorgt habe, dass dort alles unter der Erde″ ist, sollte wohl auch in Niedersachsen möglich sein, sagte Vornholt zugespitzt wohl wissend, dass das Vorhaben 16″ im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) lediglich um die Möglichkeit einer Teilerdverkabelung geöffnet worden ist. Diese sei aufgrund des schwierigen″ Wechselstroms nicht unendlich″, aber immerhin auf bis zu 20 Kilometer langen Teilabschnitten möglich. Man müsse dabei lediglich innovative Techniken der Kabelverlegung nutzen, verwies Vornholt konkret auf das sogenannte ASG-Verfahren.

Weiter verwies Vornholt auf die Möglichkeit, die Trassenführung jenseits der freien Natur an bestehende Infrastruktur in Form etwa von Autobahnen oder Eisenbahnlinien anzudocken. Mit einem solchen Bündelungsgebot″ gegen die Zerstörung der Kulturlandschaft sollte auch in persönlichen Stellungnahmen argumentiert werden. Artenschutz reicht nicht

Allein die Schilderung individueller Betroffenheit oder ein Verweis auf Artenschutz reiche nicht aus, riet er und machte den Zuhörern Mut und Hoffnung: Denn er könne sich mit Blick auf den geplanten Leitungsverlauf, bei dem das Abweichen von Bestandstrassen rechtlich nicht sicher″ sei, nicht vorstellen″, dass der private Vorhabenträger Amprion vor Gericht damit durchkomme.

Generell hält Vornholt den Netzausbau für überdimensioniert″ auch wenn darüber ein parteiübergreifender Konsens″ herrsche und selbst grüne Politiker wie Robert Habeck ihn als Kernstück der Energiewende″ so schnell wie möglich umsetzten wollten.

Das Argument, dass eine Erdverkabelung vier- bis achtmal so teuer sei wie eine Freileitung, hält Vornholt für unrealistisch und spricht von nicht mehr als das Zweifache″. Es müsse gehandelt werden, bevor unverrückbare Fakten für die nächsten 100 Jahre″ geschaffen werden. Die Energiewende müsse menschen- und naturverträglich von den Betroffenen mitgestaltet werden, rief Vornholt zu einem breiten, von der Politik wahrgenommenen Konsens auf und stieß damit im voll besetzten Saal auf die offenen Ohren all jener Bürger, die neue Höchstspannungsleitungen buchstäblich begraben möchten.

Bildtexte:
Einen Fachvortrag hielt Frank Vornholt im Lüstringer Gasthaus Zum Findling als Sprecher der Gesamtbürgerinitiative gegen die geplante 380-kV-Freileitung.
Frank Vornholt informiert und plädiert für breites Engagement gegen die Freileitung.
Fotos:
Thomas Osterfeld
Autor:
Matthias Liedtke


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