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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ist Beton für den Neumarkt das Richtige?
 
Wer hat beim Rosenplatz gepatzt?
Zwischenüberschrift:
Architekt vermutet Baufehler und plädiert für Beton auf dem Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück In der Diskussion um die künftige Gestaltung des Neumarktes hat sich Architekt Jan Wehberg vom Berliner Planungsbüro Lützow 7 eingeschaltet. Er hält die von ihm geplante Zwei-Schicht-Betondecke weiterhin für die beste Lösung für den Neumarkt. Das sei nach heutigem Stand der Technik das einzige Material, das den extremen Belastungen durch den Busverkehr gewachsen wäre, sagte Wehberg unserer Redaktion. Das Büro Lützow 7 hat vor sechs Jahren den von der Stadt ausgelobten Wettbewerb zur Gestaltung des Neumarktes gewonnen. Kern des Entwurfes ist eine einheitliche Oberfläche auf dem Neumarkt mit Johannisstraße aus grau gestreiftem Beton. Das Material ist in die Diskussion geraten, weil der Beton auf dem Rosenplatz Risse hat. Wehberg hat eine Theorie, was dort falsch gelaufen ist.

Osnabrück Nach dem Beton-Rätsel vom Rosenplatz stellt sich die Frage: Welchen Boden soll der neue Neumarkt bekommen? Jan Wehberg vom Architekturbüro Lützow 7 aus Berlin hält Beton weiter für die beste Lösung und vermutet am Rosenplatz einen Baufehler.

Der Hintergrund: Der Neumarkt soll für sechs Millionen Euro umgestaltet werden. Kernelement ist eine einheitliche Oberfläche im gesamten Neumarkt-Quartier zwischen Ledenhof, Hasehaus und Johanniskirche. Das Planungsbüro Lützow 7, das 2013 mit seinem Entwurf den Wettbewerb zur Neugestaltung des Platzes gewonnen hatte, schlägt einen strapazierfähigen, grau gestreiften Beton vor.

Das Problem: Die auf dem Neumarkt geplante Konstruktion entspricht jener, die vor acht Jahren auf dem Rosenplatz verbaut wurde, wo der Beton jetzt Risse zeigt. Die Stadt hat deshalb den Neumarkt-Umbau verschoben, bis klar ist, ob der Beton das geeignete Material ist.

Das Material: Architekt Jan Wehberg von Lützow 7 äußert Verständnis, dass die Stadt den Baustart verschiebt, um Risiken auszuschließen. Er ist aber davon überzeugt, dass es auf dem Neumarkt nur mit Beton geht. Angesichts der extremen Belastungen″ durch den Busverkehr sei mit heutigen Mitteln keine andere Bauweise denkbar.

Asphalt geht überhaupt nicht″, sagte Wehberg unserer Redaktion. Möglich wäre unter Umständen ein neuartiges Systempflaster, bei dem die Steine dreidimensional verzahnt sind, damit sie sich unter der Last der anfahrenden Busse nicht verschieben. Ob das Pflaster dem Druck dauerhaft standhält, ist im Praxistest noch nicht erwiesen. In Hamburg ist eine Straße damit gepflastert, allerdings fahren die Busse dort nur geradeaus. Kurvende Busse setzen dem Untergrund noch stärker zu.

Osnabrück hat einschlägige Erfahrungen mit den sogenannten Verdrückungen, die unter dem Dauerdruck anfahrender Busse entstehen. Fünfmal 1988, 1994, 1997, 2001 und 2003 musste das Pflaster der Johannisstraße erneuert oder ausgetauscht werden, weil sich tiefe Spurrillen an den Haltestellen gebildet hatten. Beton lehnte die Stadt damals aus gestalterischen Gründen ab.

Inzwischen gibt es eine Betontechnik, die gestalterische Freiheiten schafft eingesetzt zum Beispiel am Rosenplatz. Bei der Oberfläche des Rosenplatzes handelt es sich nach den Worten Wehbergs um einen zweischichtigen Beton. Unten liegen Grundplatten, wie sie auch auf Autobahnen verwendet werden. Darüber ist eine zweite Schicht aufgebracht, die eingefärbt werden kann. Auf dem Rosenplatz ist diese Schicht rot, auf dem Neumarkt soll sie grau gestreift werden.

Ein Gutachter prüft zurzeit, warum der Rosenplatz-Beton brüchig geworden ist. Jan Wehberg hat eine Theorie. Er geht davon aus, dass die Verzahnung der beiden Schichten Mängel hat. Ein Baufehler″, sagt Wehberg. Der Zwei-Schicht-Beton hat sich nach seinen Worten bei Projekten in der Schweiz und Österreich sehr bewährt. Probleme wie jetzt auf dem Rosenplatz seien dort nicht aufgetreten.

Die Urheberrechte: Wenn die Stadt eine andere Oberfläche für den Neumarkt wählt, berührt das die Urheberrechte der Architekten. Für Wehberg ist das aber überhaupt kein Problem″. Entscheide sich die Stadt für anderes Material, um das Risiko zu minimieren, würde der Entwurf eben entsprechend geändert.

Bildtext:
Weist Risse auf: der Rosenplatz mit Zwei-Schicht-Beton. Ist die Verzahnung der beiden Schichten fehlerhaft?
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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