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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schikane mit tödlichen Folgen
Zwischenüberschrift:
Ludwig Bredow engagierte sich gegen die Nationalsozialisten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ludwig Bredow war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Erst verlor er seine Arbeit als Gewerkschaftssekretär im Christlichen Metallarbeiterverband, dann wurde er wegen seines Engagements im Gesellenverein Altkolping so sehr schikaniert, dass erkrank wurde und im Alter von 55 Jahren starb.

Zwei Sätze dokumentieren den Verlust seines Arbeitsplatzes im Christlichen Metallarbeiterverband Deutschland: Herr Ludwig Bredow, Osnabrück, war vom 1. November 1918 bis zum 31. Juli 1933 bei uns als Gewerkschaftssekretär beschäftigt. Seine Entlassung erfolgt wegen Auflösung des CMV Deutschland.″ Auf diese Bestätigung drückten die Nationalsozialisten ihren Stempel mit Hakenkreuz. Sie hatten die Organisation wenige Monate nach der Machtergreifung vereinnahmt. Ludwig Bredow stammte aus Thal. Er arbeitete bis1933 ehrenamtlich als Bürgervorsteher der Stadt, gehörte der Zentrumsfraktion an sowie dem Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse. Überliefert ist, dass die Nationalsozialisten ihn besonders wegen seiner Mitarbeit im katholischen Gesellenverein Altkolping verfolgten. Die Nationalsozialisten kontrollierten seine Post, er musste willkürlichen Vorladungen nachkommen und Hausdurchsuchungen in seiner Wohnung an der damaligen Bruchstraße 43, dem heutigen Konrad-Adenauer-Ring, über sich ergehen lassen. Ludwig Bredow stand unter ständiger Beobachtung. Davon war auch seine Tochter Maria betroffen, die Angestellte im Metallarbeiter-Verband gewesen war. Es ist überliefert, dass die Gestapo sowohl sie als auch ihren Vater dauerhaft beschattete. Die letzte Hausdurchsuchung, die Ludwig Bredow über sich ergehen lassen musste, hatte eine zerrüttende Wirkung: Im November 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten alle Schriften seines Vereins Altkolping und schikanierten ihn mit tödlichen Folgen.Innerhalb von zwei Tagen wurde Ludwig Bredow schwer krank. Anfang Januar1938 starb der engagierte Christ. Als offizielle Todesursache konstatierten Ärzte ein schweres Gallenleiden, gleichwohl wussten sie, wie es entstanden war. Ludwig Bredow war Opfer der NS-Diktatur geworden.

Bildtexte:
Mehrfache Hausdurchsuchungen zerrütteten Ludwig Bredow. Der engagierte Christ lebte am heutigen Konrad-Adenauer-Ring 43 .
Der Stolperstein für Ludwig Bredow am Konrad-Adenauer-Ring.
Fotos:
Klaus Lindemann

Stolpersteine Gedenken an NS-Opfer
Die in den Gehwegen verlegten Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus jeweils vor den Wohn-oder Wirkungsstätten der Juden, Sinti, Deserteure, Menschen, die aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig istInitiator des Projekts, dem sich bisher etwa 600 Kommunen angeschlossen haben: außer in Deutschland weitere in Ländern wie Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, den Niederlanden und in der Ukraine. Für künftige Verlegungen in der Stadt Osnabrück nimmt das Büro für Friedenskultur unter der Telefonnummer 05 41/ 3 23 22 87 Hinweise von Zeitzeugen über das Schicksal von NS-Opfern entgegen.j
Autor:
Jann Weber


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