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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stabwechsel in der Altstadt
Zwischenüberschrift:
Aus der traditionsreichen Konditorei Läer wird das „Sophies″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Seit mehr als 100 Jahren gibt es die Konditorei Läer in der Krahnstraße, seit geraumer Zeit suchen die Inhaber nach einer Nachfolge. Nun steht fest, wer das Traditionscafè weiterführen wird.

Es wird auch Zeit für mich, in den Ruhestand zu gehen″, sagt Ulrich Läer und lächelt. Vor wenigen Tagen hat der Konditormeister seinen 67. Geburtstag gefeiert. Er freut sich sichtlich darauf, ab dem 1. Juli kürzertreten zu können. Dann werden Yvonne Kühne und ihr Lebenspartner Winfried Hanekamp von Tante Sophies Backstube″ aus Hagen das Geschäft in der Krahnstraße übernehmen.

Das Paar ist nicht neu im Geschäft. Seit 2013 findet man ihre derzeit noch im Südkreis hergestellten Backwaren auf den Märkten in und um Osnabrück. Verkauft werden ihre Baguette-Kreationen und Macarons aus einem alten Citroën Typ HY heraus. Wir werden auch weiterhin auf Märkten unsere Produkte verkaufen, aber schon Mitte Juli wird aus der Krahnstraße heraus gebacken″, sagt Kühne. Aus dem Café Läer wird dann das Sophies″.

Kühne hat in Hildesheim eine Ausbildung als Steuerfachangestellte absolviert und ist dann zum BWL-Studium nach Osnabrück gekommen. Später unterrichtete sie Betriebswirtschaft, Marketing und Steuerlehre auf der Bäckerfachschule in Olpe und schloss als Quereinsteigerin erfolgreich ihre Meisterprüfung ab. Auch ihr Partner ist Quereinsteiger: Als Einzelhandelskaufmann vertrieb Hanekamp früher unter anderem Mehl. Seit dem Erfolg von Tante Sophies Backstube″ verkauft er nun Erzeugnisse aus Mehl, wie er sagt.

Die Pacht des Cafés ist für die 44-jährige Kühne ein großer Schritt: Klein übernimmt quasi groß″, sagt sie. Bis dato stellte sie ihre Waren in einer kleinen Backstube in ihrem Privathaus in Hagen her. In Zukunft wird dieser Prozess inmitten der Osnabrücker Altstadt stattfinden. Der Laden in der Krahnstraße ist der erste feste Standort für ihr Geschäft.

Der Name Tante Sophies Backstube″ erklärt sich folgendermaßen: Kühne und Hanekamp sind in Hagen in ein Haus gezogen, das unter dem Namen Tante Sophies Haus″ bekannt ist. Besagte Sophie war eine Hebamme, die einst offenbar ganz Hagen auf die Welt gebracht hat″, erzählt Kühne und schmunzelt. Ihr erschien es nur folgerichtig, ihr eigenes Baby″ nach der ehemaligen Hausbesitzerin zu benennen.

Damit die Backstube umziehen kann, wird das Café Läer am kommenden Montag geschlossen. Sieben bis zehn Tage später wollen Kühne und Hanekamp ihre Backwaren erst einmal aus ihrem vor der Ladentür aufgestellten Citroën verkaufen falls ihnen die Stadt diese Verkaufsfläche erlaubt. Noch warten sie auf die Genehmigung.

Die Umbauarbeiten innerhalb des Cafés werden sich etwas länger hinziehen, da wir diverse Dinge auch modernisieren müssen″, sagt Hanekamp. Und auch Interieur und Warenangebot werden sich ändern: Das , Sophies′ wird eine Mischung aus dem Café Läer und unserer Backstube.″ Das bedeutet, dass es weiterhin Brötchen, Brot, Kuchen und Torten geben wird aber eben auch Spezialitäten aus Kühnes Repertoire wie Macarons. Wir hoffen, dass wir damit die Stammkunden nicht vor den Kopf stoßen, aber es muss einfach etwas anders werden, damit das Café auch zu uns passt.″

Zudem sei es wichtig, dass das Café in Zukunft wieder mehr Kunden anziehe: Wir wollen es aus dem Dornrößchenschlaf aufwecken und wieder in die alte Leistungsklasse zurückbringen, als man für die Bewirtung der ersten Etage noch zwei Angestellte brauchte″, sagt Hanekamp. Apropos Angestellte: Alle Beschäftigten des Café Läer werden übernommen.

Was die Stammkunden sagen werden, muss sich zeigen. Ulrich Läer und seine Frau Gabi aber sind mit den Plänen der neuen Pächter absolut einverstanden. Man habe sich über ein Jahr lang angenähert und immer mehr gemerkt, dass Kühnes und Hanekamps Konzept genau zum Charakter des Cafés passen, sagen sie.

Die Läers hatten sich schon vor längerer Zeit dazu entschlossen, einen Nachfolger für den von Ulrich Läers Großvater Johannes Läer im Jahr 1903 gegründeten Betrieb zu suchen. Dieser gehört zwar neben den Cafés Barösta und Leysieffer zu drei Osnabrücker Adressen, die laut dem Gourmet-Magazin Der Feinschmecker″ zu den besten Cafés und Röstereien in Deutschland 2018″ zählen. Trotzdem gestaltete sich die Suche schwierig, denn Interesse bekundeten vorwiegend Großbäckereien. Nichts für Ulrich Läer.

Nun bleibt das Café in privater Hand und der Bio-Gedanke, dem Läer bereits anhing, als er noch nicht en vogue war, wird ebenfalls weitergeführt: Unsere Backwaren werden zu einem großen Teil aus biologischen Produkten hergestellt″, sagt Hanekamp. Was die Läers hier angefangen haben, werden wir weiterführen″, verspricht Kühne.

Und die bisherigen Inhaber? Die werden weiterhin über das Café wachen leben sich doch im oberen Teil des Hauses. Und wenn die Weihnachtsbäckerei startet, wird sich Ulrich Läer auch wieder in der Backstube blicken lassen, vermutet Kühne und lacht.

Bildtext:
Bestes Einvernehmen: Yvonne Kühne und Winfried Hanekamp („ Sophies Backstube″) übernehmen das Cafe Läer von Ulrich und Gabi Läer. Es wird zwar nicht alles beim Alten bleiben, aber der Geist des Hauses soll erhalten bleiben.
Foto:
Jörn Martens


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