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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neumarkt: Umbau in der Warteschleife
 
Neumarkt-Umbau wird verschoben
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke stellen trotzdem nächste Woche den Busverkehr um
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Der Neumarkt-Umbau wird verschoben, die damit verbundene Verlagerung des Busverkehrs vom zentralen Knotenpunkt ist aber nicht mehr aufzuhalten: Ab 3. Juli wird der Busverkehr umgeleitet. Das teilte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gestern Abend den Ratsmitgliedern mit, die sich in einer Aktuellen Stunde mit dem Center-Flop und der Zukunft der Quartiers befassten. Mehrere Redner appellierten an den Centerinvestor Unibail Rodamco Westfield mit der Stadt eng zu kooperieren, um den Stillstand am Neumarkt nach dem Center-Aus zu beenden. Der Umbau des zentralen Platzes muss warten, weil es Unklarheiten über den Betonboden gibt. Geplant ist eine Betonschicht, die der des Rosenplatzes ähnelt. Doch dort schwächelt der Beton und zeigt Risse.

Osnabrück Die Befürchtungen sind wahr geworden: Die Stadt Osnabrück muss die Planungen für den Umbau des Neumarktes stoppen. Die Stadtwerke allerdings können ihre Pläne nicht mehr anhalten: Nächste Woche wird der Busverkehr umgeleitet. Was ist da los auf dem Neumarkt? Das Beton-Rätsel

Die Stadt will das Neumarkt-Dreieck zwischen Hasehaus, Ledenhof und Johanniskirche neu gestalten. Dem Sechs-Millionen-Projekt liegt der Entwurf des Planungsbüros Lützow 7 aus Berlin zugrunde, der als einheitliches Gestaltungsmerkmal eine grau gestreifte Betondecke vorsieht. Eine Betondecke, die in der Grundstruktur der des Rosenplatzes ähnelt und dort gibt es jetzt Probleme. Denn der rote Beton zeigt Risse, deren Ursache gutachterlich untersucht werden. Erst wenn Klarheit herrscht, was den Rosenplatz-Beton zermürbt, kann entschieden werden, ob das Material auch auf dem Neumarkt zum Einsatz kommen kann.

Deshalb hat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert dem Verwaltungsausschuss gestern vorschlagen, die europaweite Ausschreibung der Neumarkt-Neugestaltung zu stoppen und nach Klärung aller Beton-Rätsel neu zu starten. Das heißt: Am desolaten Zustand des Neumarktes wird sich in den kommenden Monaten nichts ändern. Anliegern und Geschäftsleuten dürfte bei dieser Nachricht der Atem stocken.

Der Zeitplan für den Umbau des Neumarktes sah das Ende der Ausschreibungsfrist zum 15. Juli und den Baubeginn für Mitte August vor. In vier Bauabschnitten sollte bis Herbst 2021 ein neuer Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Dieser Zeitplan ist nun nicht mehr zu halten.Die Rechte-Frage

Sollten die Gutachter der Stadt empfehlen, die geplante Betonkonstruktion nicht auf dem Neumarkt zu verwenden, kann der Rat nicht einfach die Ausschreibung nach eigenem Gutdünken ändern. Die Landschaftsarchitekten von Lützow 7, die 2013 den Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Neumarktes gewonnen haben, besitzen die Urheberrechte. Wenn an dem Konzept etwas geändert werden soll, geht das nur mit Zustimmung der Architekten. Es werden also weitere Abstimmungsgespräche oder unter Umständen ganz neue Entwürfe nötig sein, bevor eine veränderte Ausschreibung rausgehen kann.Das Bus-Dilemma

Am Mittwoch, 3. Juli, legen die Stadtwerke den Hebel beim Nahverkehr um. Der Neumarkt ist ab dann bis zum Ende der Bauarbeiten (irgendwann nach 2021) nicht mehr der große Umsteigeknoten. Diese Funktion übernimmt der Bereich Lyrastraße/ Ledenhof/ Neuer Graben. Dort sind in den vergangenen Tagen provisorische Bussteige gebaut worden.

Einige Linien werden weiterhin den Neumarkt passieren, dort aber nicht mehr halten. Weniger Busse, keine Haltestelle und vorerst keine Bauarbeiten daraus folgt: mehr Platz für Autos, Radfahrer und Fußgänger auf dem Neumarkt.

Nun könnte ein Laie denken: Wenn es vorerst keine Baustelle gibt, kann der Busverkehr doch wie bisher unverändert rollen. Das geht nicht, wie Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer erklärt. In großer Runde haben die Experten der Stadtwerke am Montag die neue Lage analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die seit Monaten geplante Umstellung nicht mehr gestoppt werden kann. Die Fahrpläne und Auskunftssysteme digital wie auf Papier sind auf den neuen Umsteigeknoten am Ledenhof ausgerichtet und können nicht binnen weniger Tage umgepolt werden. Auch die Dienst- und Urlaubspläne lassen sich nach Hörmeyers Angaben nicht kurzfristig umwerfen. Es werde allenfalls hier und da noch kleine Anpassungen″ geben, sagte Hörmeyer, mehr aber nicht.

Bildtext:
Es bleibt vorerst beim Spiel: Die Stadt stoppt die Ausschreibung für den Umbau des Neumarktes. Der Stillstand geht weiter.
Foto:
Archiv/ Jörn Martens

Kommentar
Naive Vorstellung

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat in diesen Tagen öffentlich über eine mögliche Strategie von Centerinvestor Unibail Rodamco Westfield spekuliert: Der französische Konzern könnte die Hände in den Schoß legen und die Immobilien am Neumarkt einfach in seinen Büchern belassen. Der Vorteil: Unibail müsste etwaige Verluste, die sich in den Grundstückswerten aus der Abkehr vom Centerplan ergäben, nicht realisieren. Das wäre für Osnabrück die schlechteste aller Varianten. Der Stillstand wäre auf Jahre zementiert.

Diese Spekulation macht deutlich: Der Konzern sitzt am längeren Hebel. Da mag Griesert schon mal die rechtlichen Folterinstrumente vorzeigen, da mögen Ratsmitglieder an Moral und Gewissen der Manager appellieren das wird alles nichts nützen, wenn es ums Geld geht. Es wäre naiv zu glauben, die Vorstände des börsennotierten Konzerns ließen sich davon beeindrucken. Sie sind den Aktienbesitzern verpflichtet, nicht der Stadt Osnabrück.

Eines macht aber Hoffnung: Sollte der Investor doch Einsicht zeigen und mit der Stadt kooperieren, wird es wahrscheinlich keine endlosen politischen Debatten über Nutzungskonzepte geben. War der Rat in der Frage des Einkaufszentrums noch gespalten, so ist er jetzt in der Tendenz weitgehend einig, wie das Centergebiet künftig genutzt werden kann.

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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