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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Fridays-for-Future-Bewegung″ zeigt Wirkung
Zwischenüberschrift:
Wie die Landkreis-Politik beim Klimaschutz als Vorbild vorangehen will
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Druck der Klimaaktivisten von Fridays for Future″ zeigte nicht nur bei den Ergebnissen der Landrats- und Europawahl Wirkung, auch die Politik im Landkreis Osnabrück reagiert auf den zunehmenden Druck. Die CDU will kreiseigene Gebäude energetisch sanieren, die SPD sieht großes CO2-Einsparpotenzial insbesondere bei Schulsanierungen, und die Grünen beantragen, die Kreisverwaltung klimaneutral zu gestalten. Was die CDU unternehmen will: CDU-Kreistagsfraktionschef Martin Bäumer kündigt an, dass seine Fraktion bis zum Jahresende die Diskussion um den neuen Nahverkehrsplan nutzen möchte, um das Busangebot im Landkreis zu verbessern. Bislang sind die Verkehre leider nur auf das Oberzentrum Osnabrück ausgerichtet″, konstatiert er. Wer von Gemeinde zu Gemeinde etwa von Glandorf nach Bad Rothenfelde fahren will, der müsse heute leider noch viel Zeit investieren. Das muss besser werden.″ Bei den nächsten Haushaltsberatungen wollen sich die Christdemokraten sehr genau ansehen, welche landkreiseigenen Gebäude mit Gewinn für den Energieverbrauch saniert oder mit Fotovoltaik ausgestattet werden können″. Dazu gehört auch die Frage, welche kreiseigenen Fahrzeuge elektrisch betrieben werden können. Für die Mitarbeiter der CDU-Fraktion möchte Bäumer prüfen, ob es für sie beim Weg zum Kreishaus Alternativen zum Auto gibt″. Diese Prüfung schließe eine finanzielle Unterstützung mit ein. Bäumer verwies darauf, dass mit dem Solardachkataster des Landkreises (www.solardachkataster-lkos.de) jeder innerhalb von zehn Minuten ausrechnen könne, wie sich Fotovoltaik rechnen kann. Welche Akzente die SPD setzt: Da die SPD/ UWG-Gruppe die Kooperation mit der CDU/ FDP/ CDW-Gruppe aufgekündigt hat, arbeitet der Kreistag nun mit wechselnden Mehrheiten, sodass sich die Fraktionen für die Durchsetzung ihrer politischen Anträge möglicherweise neue Verbündete suchen müssen. Bei der energetischen Sanierung von kreiseigenen Gebäuden scheint sich bereits eine Mehrheit anzudeuten. Der Vorsitzende der SPD/ UWG-Gruppe, Thomas Rehme, legt beim Einsparpotenzial von Kohlendioxid einen Fokus auf die Schulen in Trägerschaft des Landkreises, also Gesamtschulen, Gymnasien, Berufsschulen und Förderschulen.

Den ersten selbstständigen Antrag nach dem Aufkündigen der Großen Kooperation (wir berichteten) brachte die SPD/ UWG-Gruppe zur Gründung eines Frauenhauses im Südkreis ein. Wenn das zweite Frauenhaus im Landkreis ähnlich wie das Frauenhaus in der Stadt Osnabrück mit 30 Plätzen ausgestattet werden sollte, rechnet Rehme mit Kosten von rund 500 000 Euro pro Jahr. Der genaue Platzbedarf für hilfesuchende Frauen müsse aber erst noch ermittelt werden. Bereits im März hatten sich die Grünen für ein Frauenhaus im Südkreis starkgemacht. Bislang verfügt der Landkreis nur über ein Frauenhaus in Bersenbrück mit neun Plätzen. Geplant ist bislang, dass das Bersenbrücker Frauen- und Kinderschutzhaus zunächst um drei Familienzimmer erweitert wird. Im vergangenen Jahr wurden im Bersenbrücker Frauenhaus 72 Frauen abgewiesen. Welche Ideen die Grünen haben: Die Grünen hatten für das laufende Haushaltsjahr beantragt, zehn Millionen Euro über fünf Jahre verteilt in den Klimaschutz zu investieren, was von der Großen Kooperation abgelehnt worden war. Motiviert vom Sieg von Anna Kebschull bei der Landratswahl und vom Bruch der Großen Kooperation, wollen die Grünen laut Fraktionschef Rainer Kavermann in den kommenden Monaten ihren Antrag erneuern, um die von Kebschull bereits im Wahlkampf erwähnten gleichmäßig im Landkreis verteilten Mobilstationen umzusetzen, an denen Pendler auf andere Verkehrsmittel wie etwa Leih-Fahrräder, Leihautos oder Busse umsteigen können. Zunächst soll ein Pilotprojekt dafür an einem Standort entwickelt werden.

Kavermann möchte darüber hinaus beantragen, die Kreisverwaltung klimaneutral zu gestalten. Demnach dürfte die Kreisverwaltung keine Treibhausgasemissionen mehr verursachen, oder sie müsste die Emissionen vollständig kompensieren. Eine Option der Kompensation sieht Kavermann darin, Moore für den Klimaschutz wieder zu vernässen. Moore speichern Kohlenstoff in Form von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Feuchtigkeit bewahrt den Kohlenstoff vor der Zersetzung und dient als Kohlenstoffspeicher.
Autor:
Jean-Charles Fays


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