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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neuer Ärger mit dem Neumarkt
 
Der Neumarkt-Umbau bekommt Risse
Zwischenüberschrift:
Das Betonrätsel vom Rosenplatz löst eine Kettenreaktion aus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Zeitplan für die Neugestaltung des Neumarktes in Osnabrück gerät in Gefahr. Die Stadt hat nach Informationen unserer Redaktion die Ausschreibung für das Sechs-Millionen-Projekt um mehrere Wochen verlängert. Es wird sogar geprüft, das Verfahren zu stoppen und neu aufzulegen. Das würde zu monatelangen Verzögerungen führen, und der Neumarkt müsste nicht wie geplant ab August für mindestens 14 Monate für den Autoverkehr gesperrt werden. Die Umgestaltung des Platzes läuft parallel zu mehreren Neubauten. Die Baustellenkoordination ist schwierig, der Raum sehr eng. Deshalb soll auch der Busverkehr bis Fertigstellung des Platzes 2021 ausgelagert werden. Der Grund für die etwaigen Verzögerungen liegt auf dem Rosenplatz. Dort sind Risse im Beton entdeckt worden.

Osnabrück Man mag es ja kaum noch sagen: Am Osnabrücker Neumarkt droht neues Ungemach. Der Zeitplan für den Umbau gerät in Gefahr. Der Grund liegt auf dem Rosenplatz.

Zwischen Rosenplatz und dem Neumarkt liegen Luftlinie gut 800 Meter, aber es verbindet sie etwas: der Beton. Wie der Rosenplatz soll auch der Neumarkt demnächst eine strapazierfähige Betondecke erhalten, allerdings nicht in Rot, sondern in abgestuften Grautönen.

Jetzt ist ein Problem aufgetreten. Der rote Beton des Rosenplatzes wird an einigen Stellen brüchig. Eine akute Gefahr geht von den Rissen und Löchern nicht aus, wie der Leiter des Fachdienstes, Ralf Lieder, auf Nachfrage erklärt. Doch ihre Entdeckung hat im Rathaus eine Kettenreaktion ausgelöst, die die Planungen für den neuen Neumarkt infrage stellen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat veranlasst, den Betonschäden am Rosenplatz auf den Grund zu gehen. Er will sichergehen, dass später nicht auch auf dem Neumarkt ähnliche Probleme auftreten. Die Verwaltung ließ Bohrkerne ziehen. Ein Gutachter prüft derzeit, ob möglicherweise Ausführungsmängel, Materialfehler oder Fehler in der Konstruktion zu den Rissen geführt haben.

Die Konsequenz: Die Stadt hat die Ausschreibung für die Neugestaltung des Neumarktes verlängert. Ursprünglich sollte sie am 15. Juli enden. Möglicherweise verzögert sich dadurch der Baustart und das hieße: Der Neumarkt würde nicht ab August für den Autoverkehr gesperrt. Auch der Busverkehr müsste nicht schon ab Anfang Juli umgeleitet werden.

Griesert will sich mit Hinweis auf das laufende Ausschreibungsverfahren dazu nicht äußern. Er werde voraussichtlich am Dienstag dem Verwaltungsausschuss detailliertere Informationen zum Betonproblem und zum weiteren Vorgehen geben können.Monate später?

Es ist nach Informationen unserer Redaktion nicht auszuschließen, dass die europaweite Ausschreibung des Sechs-Millionen-Projektes gestoppt und neu aufgelegt werden muss. Das würde den Baustart für die Neugestaltung des Platzes um mehrere Monate verzögern.

Der Neumarkt soll nach dem Entwurf des Berliner Planungsbüros Lützow 7 neu gestaltet werden. Kernelement ist der einheitliche Boden aus gestreiftem Beton auf der Johannisstraße und dem Neumarkt vom Hasehaus bis zum Ledenhof. Der Neumarkt soll nach dem ursprünglichen Bauablaufplan ab August für mindestens 14 Monate für den Autoverkehr gesperrt werden.

Auch der Busverkehr muss komplett raus. Ab 3. Juli bis zum geplanten Ende aller Bauarbeiten im Herbst 2021 soll die Kreuzung am Ledenhof (Schloss/ Lyrastraße/ Neuer Graben) die Umsteigefunktionen des Neumarktes übernehmen. Dort sind in den vergangenen Tagen bereits die provisorischen Bussteige betoniert worden. Auch der Taxistand wird zum Ledenhof verlegt. Die Stadtwerke haben das Busnetz entsprechend umgestrickt. Doch ob die Umstellung tatsächlich am 3. Juli erfolgt, ist derzeit noch offen. Wegen der Risse im Rosenplatz-Beton gebe es keinen akuten Handlungsdruck, sagte Straßenbau-Leiter Lieder unserer Redaktion. Im Herbst sollen die Löcher mit einem Spezialzement verfüllt werden, damit es im Winter nicht zu Frostschäden kommt.Planken-Problem

Der Rosenplatz ist bereits wegen einer anderen Baupanne in den Blick geraten. Das Thermoholz der Rampen, die die Aufenthaltsqualität auf dem Platz erhöhen sollen, ist vergammelt. Zur Diskussion steht, die Decks mit einem recycelten Kunststoff neu zu belegen. Die Kosten: 110 000 Euro. Die Alternative, nämlich der Abriss, würde vermutlich auch teuer, weil die Stadt Gefahr liefe, Fördergelder zurückzahlen zu müssen. Die Podeste sind zurzeit abgesperrt.

Bildtexte:
Die Risse im Rosenplatz-Beton bereiten den Experten in der Stadtverwaltung Kopfzerbrechen. Dieselbe Konstruktion soll nämlich auch auf dem neuen Neumarkt eingebaut werden. Ein Gutachter sucht nach der Ursache für die Löcher im roten Beton.
Provisorische Bushaltestelle an der Lyrastraße. Wird sie wie geplant am 3. Juli in Betrieb genommen?
Fotos:
Jörn Martens

Kommentar
Wenn der Wurm . . .

Es scheint der Punkt erreicht, dass weitere Kapitel in der anscheinend unendlichen Geschichte des Neumarktes nur noch mit Achselzucken und ironischen Lebensweisheiten zu kommentieren sind. Was schiefgehen kann, geht schief. Erst kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. Sisyphos lässt grüßen. Oder: Wenn der Wurm erst mal drinsteckt . . .

Jetzt also ist es der Beton, der die Planungen infrage stellt. Eine Woche nach dem Ausstieg des Centerentwicklers hat das Betonrätsel eine verheerende öffentliche Wirkung. Das chaotische Gesambild der Neumarkt-Politik nach Tunnelrückbau, Verkehrswirrwarr und Center-Aus wird weiter ausgemalt, in den sozialen Medien werden die angeblichen Versager im Rathaus sicher genüsslich mit Häme überschüttet.

Gewiss, es wurden Fehler gemacht, aber manche Dinge sind auch bei bester Planung nicht vorhersehbar. Bauherren kennen das. Was hätte der Oberbürgermeister in dieser Situation anderes tun sollen? Augen zu und durch nach der Devise: Jetzt bloß keine neue Peinlichkeit offenbaren? Es ist in Wahrheit keine Peinlichkeit, sondern die richtige Konsequenz, den Zeitplan notfalls über den Haufen zu werfen und die Betonfrage zu klären, bevor Aufträge vergeben werden.

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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