User Online: 4 | Timeout: 23:10Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bauprojekt in der Kritik
Zwischenüberschrift:
Geplanter Wohnkomplex bringt Unruhe in die Ziegelstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen will ein Investor aus dem Südkreis an der Ziegelstraße bauen. In der Nachbarschaft regt sich aber Widerstand gegen das Projekt. Ratsmitglieder wollten sogar eine Veränderungssperre durchsetzen, rückten aber davon ab. Jetzt soll mit einem Bebauungsplanverfahren Zeit gewonnen werden.

Er soll seinen Garten geliebt haben. So wird es von dem älteren Herrn erzählt, der bis 2016 im Haus Ziegelstraße 28 wohnte. Mit 89 Jahren ist er gestorben, und nun sollen Haus und Garten einem Wohnkomplex mit Tiefgarage weichen, den viele Nachbarn für überdimensioniert halten.

Der Bebauungsplan von 1974 lässt so ein Projekt jedoch zu, und in unmittelbarer Nachbarschaft sind in den vergangenen Jahrzehnten schon mehrere Objekte entstanden, die den Rahmen des Erlaubten voll ausschöpfen.

Das ist auch der Interessengemeinschaft bewusst, die dem Wohnprojekt Ziegelstraße 28 kritisch gegenübersteht. Ein Architekt, eine Rechtsanwältin, Planer und Kaufleute engagieren sich in der Initiative, und sie betonen, dass eine Verhinderungsplanung nicht ihr Ziel sei. Wir wollen den Dialog″, sagt Dario Rasch, denn an den Proportionen des Neubaus, an der Gliederung der Fassade und am Schattenwurf lasse sich doch sicherlich noch etwas verändern.

Dieser Auffassung schlossen sich kürzlich auch die Politiker verschiedener Fraktionen an, die einer Einladung zu einem Ortstermin an der Ziegelstraße folgten. Nur beim Investor, so bedauert es die Interessengemeinschaft, habe es anfangs keine Bereitschaft zum Dialog gegeben. Doch das hat sich geändert, nachdem die Politik sich eingeschaltet hatte. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wurde schon ernsthaft erwogen, eine auf ein Jahr befristete Veränderungssperre festzusetzen, um die offenen Fragen ohne Zeitdruck klären zu können.

Die Bauverwaltung steht dem Wohnprojekt wohlwollender gegenüber. Es sei ein strategisches Ziel der Stadt, durch Nachverdichtung Wohnraum zu schaffen, sagt Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Aber selbstverständlich sollten dabei die nachbarschaftlichen Belange berücksichtigt werden.

Diskutiert wird nun über einen Vorschlag, den der Architekt und Anwohner Hanno Garthaus auf den Tisch gelegt hat. Der Bau würde weniger dominant erscheinen, wenn er von der Straßenfront um fünf Meter zurückversetzt würde, lautet seine Überlegung. Untergeordnete Bauteile sollten allerdings bleiben, weil sonst die mächtige Brandmauer des Nachbargebäudes allzu sehr ins Blickfeld geriete.

Diesem Vorschlag kann auch die im Auftrag des Investors tätige Architektin Ulrike Vornhülz etwas abgewinnen. Man sei im Dialog, erklärte sie gegenüber unserer Redaktion, und sie sei zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung zwischen dem Bauherrn und den Anwohnern kommen werde.

Auf konstruktive Gespräche hofft auch Stadtplaner Schürings. Aber fürs Erste liegt die Angelegenheit auf Eis, bis das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen ist. Bis zum 28. Juni veröffentlicht der Fachbereich Städtebau die Unterlagen im Internet und legt sie im Dominikanerkloster an der Hasemauer 1 öffentlich aus. In diesem beschleunigten Verfahren gibt es allerdings keinen Entwurf zu sehen, sondern lediglich die allgemeinen Planungsziele. Wer Vorschläge dazu einbringen will, kann sich bis zum Ende der Auslegungsfrist an den Fachbereich Städtebau wenden.

Bildtexte:
Proportionen, Gliederung und Schattenwurf stoßen auf Kritik: Die Fotomontage zeigt links den geplanten Wohnkomplex Ziegelstraße 28.
16 Wohnungen sollen in dem Neubau untergebracht werden.
Dieses Haus wird wohl bald verschwinden. Die Adresse ist für einen Neubau mit 16 Wohnungen reserviert.
Fotomontage:
Hanno Garthaus
Zeichnung:
Architekturbüro Vornhülz
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste