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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klimaschutz: Wo die Region mehr tun sollte
Zwischenüberschrift:
Chef des Osnabrücker Klimabeirats sieht Potenzial bei der Solarenergie und in vielen anderen Bereichen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Nach dem Wahldebakel für CDU und SPD bei den Europawahlen in Stadt und Landkreis diskutieren die Parteien, wie sie stärkere Akzente beim aktuellen Topthema Klimaschutz setzen können. Unsere Redaktion hat den Chef des Osnabrücker Klimabeirats, Markus Große Ophoff, befragt, in welchen Bereichen die Region stärkere klimapolitische Akzente setzen sollte.

Potenzial Solarenergie: Der Leiter des Zentrums für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sieht besonders viel Potenzial beim Ausbau der Solarenergie. Er sieht auf vielen Dächern ein riesiges Potential, was gehoben werden sollte″. Auf den Dächern der städtischen Gebäude sollte Fotovoltaik zum Standard werden, empfiehlt er. Bei einigen Neubauvorhaben geschehe dies auch schon. Er betont: Aber auch bei den Privat- und Gewerbegebäuden gibt es ein riesiges Potential.″ Die Eigenstromnutzung sei schon jetzt wirtschaftlich. Die Angebote könnten noch besser beworben werden.

Windenergie aus dem Osnabrücker Land: Bei der Windenergie sei es im Stadtgebiet hingegen schwieriger, da es nur wenige geeignete Standorte gebe. Daher sieht er die Windkraft mehr als Thema der eher landwirtschaftlich strukturierten Gemeinden im Landkreis, wo nach Angaben der Kreisverwaltung aktuell bereits mehr als 160 Windkraftanlagen in Betrieb sind. Der Ausbau der Windkraft ist für die Umsetzung der Energiewende laut Große Ophoff von zentraler Bedeutung″. Sie liefere gerade im Winter Energie, wenn die Sonne weniger scheint.

Sollte Elektromobilität gefördert werden? Nach Auffassung des Professors sollten Stadt und Kreis bei der Anschaffung von eigenen Fahrzeugen auf Elektroautos setzen. Auch im Nahverkehr ist Elektromobilität wichtig, weshalb die elektrische Buslinie M1 der Stadtwerke ein erster wichtiger Schritt sei. Die E-Mobilität muss laut Große Ophoff allerdings eher durch den Bund gefördert werden. Die Kommunen sollten ihre finanziellen Mittel besser in Radwege, Abstellmöglichkeiten, Fahrradstraßen sowie in den öffentlichen Nahverkehr investieren″.

Kaufprämie für Lastenräder? In Münster wird der Kauf von Lastenrädern mit elektrischer Tretunterstützung mit einer Kaufprämie bis zu 1000 Euro bezuschusst. Ein Modell auch für unsere Region? Wenn Lastenräder Autos oder Lieferfahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen, dann ist das sicherlich sinnvoll″, erklärt der Vorsitzende des Osnabrücker Klimabeirats. Er zeigt sich jedoch überzeugt, dass die Stadt den Radverkehr auch für Lastenfahrräder und Pedelecs besser dadurch unterstützen könne, wenn die Radwege dafür ausgebaut und optimiert werden. Gerade die in Osnabrück immer beliebteren Lastenräder benötigten ja auch breitere Radwege, als dies früher üblich war.

Wie sollte der Nahverkehr ausgebaut werden? Wie kann der Nahverkehrsausbau dazu beitragen, das Ziel des Masterplans 100 Prozent Klimaschutz zu erreichen und die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren? Große Ophoff sagt: Der Nahverkehr braucht eine optimierte Linienführung, attraktive Taktzeiten, günstige Preise und eine gute Anbindung an das Umland.″ Zudem wünscht er sich, dass die Buslinien und der Eisenbahnverkehr komplett elektrifiziert werden. Die E-Busse in Osnabrück seien ein sehr gelungenes Konzept.

Sind Elektro-Tretroller hilfreich? Auch die Elektro-Tretroller, die auf deutschen Straßen bald legal genutzt werden dürfen, könnten bei der Verbindung aus öffentlichem Nahverkehr und den Wegen von der Wohnung zur Haltestelle eine interessante Rolle spielen″. Sie könnten einfach im Bus oder Zug mitgenommen werden. Mit dem neuen Verkehrsmittel verbindet er die Hoffnung, dass es dazu beiträgt, sich aus Spaß alternativ fortzubewegen.

Wo ist der größte Nachholbedarf? Den größten Nachholbedarf sieht Große Ophoff neben dem Verkehr im Bereich der Gebäude. Die energetische Modernisierung der Bestandsgebäude sei die wichtigste Aufgabe. Mit 30 Prozent hätten die Gebäude gefolgt vom Verkehr mit 28 Prozent und der Industrie mit 24 Prozent den größten Anteil an der Klimabilanz von Osnabrück. Ziel müsse es sein, spätestens 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu haben.

Wo Stadt und Kreis eng zusammenarbeiten sollten: Große Ophoff wünscht sich, dass Stadt und Landkreis insbesondere bei der Bereitstellung von regenerativen Energien intensiv zusammenarbeiten″. Dies betreffe die ganze Klimaschutzregion mit Osnabrück und Rheine sowie den Kreisen Osnabrück und Steinfurt. Für zentral hält er eine enge Kooperation zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück beim ÖPNV und beim Radverkehr. Gute Erfolge seien nur zu erzielen, wenn Aktivitäten in beiden Bereichen eng verzahnt sind.

Bildtexte:
Bei der Solarenergie (hier Solardächer in Preußisch Oldendorf) sieht der Chef des Osnabrücker Klimabeirats, Markus Große Ophoff, Potenzial.
Markus Große Ophoff
Fotos:
Martin Nobbe, David Ebener
Autor:
Jean-Charles Fays


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