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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Falschparker vor Falschparker-Plakat
Zwischenüberschrift:
Aktion von ADFC und Fahrrad-Blogger
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Nachdem die Kontrolle von falsch parkenden Autos auf Radwegen in Osnabrück beim jüngsten ADFC-Fahrradklimatest schlecht abgeschnitten hat, machen die Radfahrerlobbyisten und der Fahrradblogger Daniel Doerk jetzt mit einem besonderen Plakat auf das Problem aufmerksam. Damit sorgen sie für teils kuriose Fotomotive. Acht Fotos von Autos, Bullis und Lkw, die halb oder komplett auf einem Radweg in Osnabrück stehen, zieren ein Plakat, das an der Straße Am Kirchenkamp hängt. In der Mitte prangt groß die Frage: Warum kümmert sich in Osnabrück eigentlich niemand um # Falschparker auf Radwegen? Diese Frage bewegt wohl nicht nur den Osnabrücker Fahrradblogger Daniel Doerk, sondern auch den ADFC und zahlreiche Radfahrer, die sich täglich über zugeparkte Radwege ärgern.

Laut einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Osnabrücker Grünen von 2018 sind innerhalb eines Jahres 6122 Verstöße festgestellt worden. In 44 Fällen sind Autos abgeschleppt worden. Das Thema macht Radfahrern täglich zu schaffen″, sagt Doerk. Dass das Problem besteht, zeigen auch Fotos, die der Blogger machte, seitdem das Plakat am 31. Mai aufgehängt wurde:

Im Fahrradklimatest, der im April veröffentlicht wurde und bei dem die Stadt schlecht abschnitt, bewerteten die Umfrageteilnehmer die Kontrollen von Falschparkern auf Radwegen besonders schlecht (Note 5, 1). Doerk selbst sei fünfmal vor Ort gewesen, seit das Plakat die Werbefläche ziere, viermal habe ein Fahrzeug auf dem Radweg gestanden, berichtet er. Einmal habe er aber auch beobachten können, wie ein Umzugswagen auf den Weg habe fahren wollen, dann jedoch wieder weggefahren sei und um die Ecke gehalten habe möglicherweise, weil der Fahrer das Plakat sah. Bei einem stichprobenartigen Ortsbesuch unserer Redaktion stand kein Fahrzeug auf dem Radweg.

Tatsächlich wurde der Standort für die Werbung der etwas anderen Art das Plakat hängt bis zum 10. Juni nur an dieser Stelle absichtlich gewählt, wie Doerk zugibt. Ich wusste, dass genau da viele Leute auf dem Radweg parken.″ Ein Motiv, das sich also zum Fotografieren anbietet und den Weg ins Internet finden sollte. Darauf hoffen die Initiatoren, damit möglichst viele Menschen von dem Problem erfahren.100 Euro Bußgeld?

Abgesehen davon, dass die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, gering sei, seien die Bußgelder für Falschparker bislang zu niedrig, finden die Initiatoren der Aktion. Der ADFC fordert intensivere Kontrollen seitens der Stadt sowie eine Erhöhung der Bußgelder von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Gegenwärtig ist es eine Straßengefährdung zum Discountpreis. Blockiert ein Auto den Radweg, muss es auch mal abgeschleppt werden. Es kommt ja auch kein Radfahrer auf die Idee, sein Fahrrad mitten auf der Straße abzustellen″, teilt Wolfgang Driehaus vom ADFC Osnabrück mit.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Osnabrücker Stadtrat, Volker Bajus, ist für eine Erhöhung des Bußgeldes. In seinen Augen wären die bundesweit derzeit diskutierten 100 Euro angesichts der Risiken durchaus angemessen. Er vermutet allerdings, dass die meisten Menschen Rad- und Fußwege aus Gedankenlosigkeit missbrauchen. Offensichtlich ist ihnen nicht klar, dass sie damit Radler und Fußgänger in Gefahr bringen.″

Bildtexte:
Mit diesem Plakat soll auf falsch parkende Autos aufmerksam gemacht werden, die Radwege blockieren.
Am Kirchenkamp haben Fahrradaktivisten dieses Plakat aufgehängt und sich dann mit der Kamera auf die Lauer gelegt. Erfolgreich.
Fotos:
Meike Baars, Doerk
Autor:
Nadine Sieker


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