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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Fridays for Future″, Kinderrechte und Computerspiele
Zwischenüberschrift:
Junge Klimaschutzaktivisten stellen im Beirat für Kinderinteressen ihre Arbeit vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Jugendbewegung Fridays for Future″ und das Computerspiel Minecraft″ haben auf dem ersten Blick wenig miteinander zu tun. Bei der Sitzung des Beirats für Kinderinteressen am Dienstagabend im Gemeinschaftszentrum (GZ) Ziegenbrink standen trotzdem beide Themen auf dem Plan und fanden auch zueinander. Zwei Aktivisten von Fridays for Future″ gaben Einblicke in die Arbeit der jungen Klimaschützer.

Bevor sich die Teilnehmer des Beirats für Kinderinteressen an einen Tisch setzten, zeigte ihnen die Leiterin des Gemeinschaftszentrums, Andrea Krüßel, den neuen Spielplatz. Mit einem großen Sandkasten, einer Wasserbaustelle und einem großen Klettergerüst steht er kleinen und größeren Kindern zur Verfügung. Durch einen neuen Zugang an der Auffahrt des Zentrums ist er auch für Rollstuhlfahrer oder mit Kinderwagen leicht zugänglich. Ein weiterer Teil soll um das Zentrum herum gebaut werden, so Krüßel. Dafür werden noch Projektträger gesucht, die das Thema inhaltlich begleiten. Klar ist: Es soll nah an der Natur sein.

Die Natur schützen das ist auch das primäre Ziel der Jugendlichen, die sich in dem Netzwerk Fridays for Future″ engagieren. In Osnabrück hat die Bewegung am 1. Dezember 2018 angefangen, freitags zu streiken zwei Wochen, nachdem Greta Thunberg in Schweden damit begonnen hat, wie Lars Binsenthal sagte. Er vertrat mit Dörthe Winkler die Osnabrücker Gruppe.

Mittlerweile sei die Gruppe stark gewachsen, berichtete der 16-Jährige. Anfangs waren nur drei bis fünf Leute bei den Streiks dabei, heute hat sich ein harter Kern von 50 Schülern herausgebildet, die jeden Freitag dabei sind; hinzu kommen durchschnittlich 100 Jugendliche, die teilnehmen, wenn es eine Demonstration gibt. Es sind aber auch schon wesentlich mehr Jugendliche zu den Aktionen gekommen.

Lars Binsenthal und Dörthe Winkler betonten nochmals, dass es ihnen nicht darum gehe, Forderungen zu stellen. Aber sie machten klar, dass in ihren Augen Akteure wie die Osnabrücker Stadtwerke aus der Kohle-Energie aussteigen sollten, um das Klima nicht noch mehr zu schädigen.

Mittlerweile seien die Aktivisten von Fridays for Future″ im Gespräch mit allen Ratsfraktionen, sagte Binsenthal. Aber auch mit Organisationen wie der Seebrücke, die sich gegen eine europäische Abschottungspolitik und eine Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer wendet, sei man im Dialog. Flüchtlinge fliehen auch vor den Folgen des Klimawandels″, erläuterte Binsenthal den Zusammenhang.

Wir werden immer mehr″, betonte Dörthe Winkler. Die Osnabrücker Gruppe sei mit allen anderen Gruppen in Deutschland vernetzt. Jeden Sonntag finden Telefonkonferenzen statt, bei denen sich die Aktivisten austauschen. In der Osnabrücker Planungsgruppe sind 20 Schülerinnen und Schüler aktiv, dazu kommen 50, die mithelfen, so die beiden Jugendlichen. Am Freitag vor Pfingsten findet zum ersten Mal eine Aktion in Bad Laer statt. Am 14. Juni gibt es einen bundesweiten Clean up″-Tag, an dem Innenstädte gesäubert werden. Winkler und Binsenthal kündigen zudem an, auch in den Ferien an jedem Freitag präsent sein zu wollen.

Und was hat das alles nun mit dem Spiel Minecraft″ zu tun? An die weltweite Klimabewegung hängen sich auch die Game Days″. Die dreitägige Veranstaltung, die vom 16. bis 18. August im Haus der Jugend und in der Stadtbibliothek stattfindet, will Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern zusammenbringen, damit sie gemeinsam spielen und die kreativen und produktiven Elemente von digitalen Spielen kennenlernen. Ein Beispiel ist Minecraft″, bei dem es auf Kreativität ankommt.

Sarah Weber und Stefan Berendes von der LAG Jugend und dem Verein Film Niedersachsen″ stellten die Game Days″ vor und wiesen darauf hin, dass es eben nicht nur blutrünstige Ego-Shooter gibt und dass Spiele nicht grundsätzlich aus einer bequemen Konsumhaltung heraus gespielt werden.

Beispielhaft dafür sei die Aktion Game Jam for Future″, ein Workshop für junge Erwachsene, bei dem Jugendliche ab 16 Jahren ihr eigenes Spiel entwickeln sollen, bei dem es auch um politische und gesellschaftliche Inhalte geht wie beispielsweise die Klimaproblematik.

Stadtjugendpfleger Nils Bollhorn stellte zum Schluss der Sitzung kurz den Inhalt des Weltkindertags am 22. September vor, der in diesem Jahr wieder auf dem Markt stattfindet. Das Motto wird in diesem Jahr sein: Kinder haben Rechte″.

Die nächste öffentliche Sitzung des Beirats für Kinderinteressen findet am Dienstag, 10. September, statt. Wer Themen dafür vorschlagen möchte, kann eine Mail an Markus Fischer-Kiepe (info@ treffhaste.de) oder Karin Wank (wank@ osnabrueck.de) schreiben.
Autor:
Thomas Wübker


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