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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Miniaturbäume in schönen Pflanzschalen
Zwischenüberschrift:
20. Osnabrücker Bonsaitage zeigen dieses Wochenende fernöstliche Gartenkunst
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück An diesem Wochenende veranstaltet der Club der Bonsaifreunde im Botanischen Garten seine 20. Ausstellung. An beiden Tagen werden knapp 80 besonders schöne Baumexemplare im Miniaturformat präsentiert. Eine große Pflanzen- und Händlerbörse bietet Liebhabern zudem die Möglichkeit, Einzelstücke zu kaufen.

Der Bonsai oft bis zu 100 Jahre alt und doch kaum höher als einen Meter. Der zwergwüchsige Baum zeigt die typischen Merkmale aus knorrigem Stamm, dicht verästelter Krone und zahlreichen Blättern, Blüten oder Nadeln. Heinz Lücking (77) hütet in seinem Garten mehr als 60 Outdoor-Exemplare. Locker eine Stunde investiert er täglich, um die Miniaturbäume zu bewässern, mit Dünger zu versorgen, Triebe zurückzuschneiden und nach möglichen Schädlingen zu schauen. Es ist mein Hobby″, sagt er. Und wenn der Faktor , Zeit′ keine Rolle spielt, kann man sogar heimische Pflanzen in freier Natur sammeln und einen Bonsai selbst aus einem Steckling ziehen.″

Fünf seiner schönsten Gewächse hat Lücking jetzt zum Botanischen Garten gebracht, wo am Samstag und Sonntag der 1985 gegründete Club der Bonsaifreunde seine 20. Ausstellung veranstaltet.

Lücking zieht hauptsächlich Bäumchen aus europäischen Arten von der Lärche aus dem Hochgebirge bis hin zu Linden und Azaleen. Dabei kommt die spezielle Kunstform der jahrhundertealten Gestaltung ursprünglich aus Fernost. Das japanische Wort Bonsai″ bedeutet übersetzt so viel wie Anpflanzung in einer Schale″. Und dass die Schale eine entscheidende Rolle spielt, kann Lücking nur bestätigen: Die Schale ist wie beim Bild der Rahmen. Das Ganze ist als Einheit zu sehen: die Glasur sollte zur Rinde des Baumes passen und die Höhe zum Durchmesser des Stammes.″ Er berichtet weiter, dass ein Baum ohne das entsprechende Pflanzengefäß sehr schnell normal″ in die Höhe und Breite wachsen würde, und erzählt von der Kunst, die Pflanze durch entsprechenden Wurzelballenschnitt klein zu halten.

Wir tun der Natur keine Gewalt an″, sagt er und betont, dass die Pflanzen oft anders als in der freien Natur –, an einem idealen Standort stehen sowie regelmäßig mit Wasser und Dünger versorgt und auf Pilzbefall untersucht werden. Seine beiden mitgebrachten Satsuki-Azaleen haben sich längst ihrer Umgebung angepasst und blühen üppig in den verschiedensten Rosétönen, sein Ahorn kommt aus Japan und ist mittlerweile über 50 Jahre alt. Mit den anderen 19 Vereinsmitgliedern trifft Lücking sich jeden letzten Freitag im Monat in der Gärtnerei Trentmann. Dort geben sie sich gegenseitig Tipps zu Aufzucht und Pflege, veranstalten Workshops über Rückschnitt, Drahten oder Gestaltung, weiterhin unternehmen sie gemeinsame Fahrten zu Händlern. Jährlich präsentieren die Bonsai-Fans außerdem ihre eigene Ausstellung. Sie wollen damit im Raum Osnabrück die Miniaturbäume und ihre Geschichte einem breiten Publikum zugänglich machen.

Dieses Wochenende ist es wieder so weit: Gut 80 der schönsten zwergwüchsigen Bäumchen sind am Samstag, 25., und Sonntag, 26. Mai, von 10 bis 18 Uhr im Bohnenkamp-Haus des Botanischen Gartens an der Albrechtstraße zu bestaunen. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei. Neben einer Bonsaibörse bietet der Osnabrücker Keramik- und Holzbrandkünstler Martin Englert individuell gefertigte Pflanzenschalen an. Im Januar hatte er bei einem Wettbewerb in Kyoto eine Silbermedaille erhalten was für einen Europäer im Bonsai-Mutterland Japan als besondere Leistung gelten darf.

Bildtext:
Bonsai-Züchter aus Leidenschaft: Heinz Lücking hegt und pflegt seine Miniaturbäume, von denen er einige an diesem Wochenende im Botanischen Garten zeigt.
Foto:
David Ebener
Autor:
Monika Vollmer


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