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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Überschrift:
Es fehlt an ausreichenden Stromspeichern
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Rekord bei Wegwerfstrom″ und dem Kommentar Windkraftausbau rasch beenden″ von Manuel Glasfort (Ausgabe vom 14. Mai).

Warum meint Herr Baethge , Überschüssige Öko-Energie wird zum Problem′? Hier sollte stehen, dass der Braunkohlestrom mit den schädlichsten Emissionen aller Kraftwerke die Stromnetze massiv blockiert und auch damit zum Problem wird.

Im Internet ist zu lesen: , Braunkohlestrom ist aus mehreren Gründen für die Konzerne attraktiv:

Das EU-Handelssystem für Verschmutzungsrechte produziert durch eine Flut von

Gratiszertifikaten nur einen läppischen CO2-Preis.

Durch diesen niedrigen CO2-Preis werden teuer produzierende Gaskraftwerke eher aus dem Markt gedrängt als die schmutzigeren Braunkohlemeiler.

Die Braunkohletagebaue als energieintensive Betriebe sind zumindest einstweilen von der Erneuerbare-Energie-Umlage ausgenommen.′

Es ist erschreckend für die Energiewende, dass der Ausbau der Windenergie an Land fast zum Stillstand gekommen ist; die Ursache für den heftigen Rückgang liegt in dem komplizierten Ausschreibungsmodell.

Die Bundesregierung läuft dabei große Gefahr, dass sie die Windindustrie wie bereits schon die Solarindustrie in Kürze (!) zum Erliegen bringt. Damit riskiert sie sehr viele Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien und auch den verstärkten Verlauf des Klimawandels. Daher müssten für eine nachhaltige Energiewende diese Vorschläge zum Einsatz kommen:

Aufwendige Ausschreibungen für Windkraftanlagen beenden für schnelleren Ausbau.

Erzeugung von Wasserstoff (als Speichermöglichkeit) aus , Wegwerfstrom von WKA′.

Mehr virtuelle Kraftwerke aufbauen (Zusammenschaltung von dezentralen Stromerzeugungseinheiten mit Windkraft-, Fotovoltaik- und Biokraftwerken); dadurch könnten weniger Stromtrassen im Bundesgebiet notwendig sein und gebaut werden.

Renditen der Netzbetreiber (circa neun Prozent [!]) abbauen, damit der Strompreis niedriger wird.

CO2-Steuer vorantreiben, um das Verursacherprinzip ernst zu nehmen, und damit den Strompreis von der EEG-Umlage und der Stromsteuer entlasten.″

Günter Enge
Bramsche

Wo kommt der Strom denn her? Einfach so aus der Steckdose? Nach Atomkraft- und Kohle-Ausstieg, welche beschlossen und zwingend notwendig sind, werden wir jede Kilowattstunde aus Windenergie dringend brauchen!

Der eigentliche Skandal besteht auch nicht im wechselnden Windangebot, sondern in der Tatsache, dass in über 20 Jahren erfolgreicher Entwicklung der erneuerbaren Energien keine ausreichenden und wirtschaftlichen Stromspeicher entwickelt wurden. Dies wäre sicher möglich gewesen, wenn die politische Fehlsteuerung nicht dazu geführt hätte, dass die Zahlungen für den , Wegwerfstrom′ immer komfortabel an den Stromkunden weitergeleitet werden konnten und die Energieversorger somit nicht zur Entwicklung von Lösungen gezwungen waren.

Und bei der Argumentation , Das ist alles so teuer mit der Stromspeicherung′ müssten endlich ehrlich die Kosten für die immer noch ungelöste Atommülllagerung beziehungsweise die Folgekosten aus dem Klimawandel berücksichtigt werden.

Zum Thema , Verschandeln der Kulturlandschaft′ ist festzustellen, dass die Windenergieanlagen zwar höher werden, dabei aber aufgrund der größeren Leistung immer weniger Anlagen benötigt werden, wodurch der Eingriff in das Landschaftsbild eher geringer wird. Außerdem benötigen wir für unsere Kultur Strom, und unsere Landschaft benötigt ein moderates Klima und somit Klimaschutz. Windenergie schadet damit nicht unserer Kulturlandschaft, sondern ist für ihre Rettung quasi zwingend erforderlich.″

Birte Seidel
Osnabrück

Im Kommentar zur Überschussproduktion der regenerativen Energien werden mal wieder die Zweifel an der Energiewende geschürt. Die Schlussfolgerung, dass die Politik den Windkraftausbau

an Land beenden sollte, ist definitiv falsch. Sie hilft dem Klima und damit uns allen nicht weiter.

Wir sind es, die die Folgen einer Klimakatastrophe wie zum Beispiel Migrationsbewegungen in nie gekannter Größe tragen müssen. Was hilft uns eine Kulturlandschaft ohne Windräder, wenn die südlichen Länder Europas zur Wüste werden? Fakt ist, dass nur Solar- und Windkraft ausreichend Potenziale zur klimaneutralen Deckung des deutschen Energiebedarfs bieten.

Bereits im Jahr 2040 muss es eine Energieversorgung ganz ohne fossile Energieträger geben. Zuerst ohne Kohle, dann ohne Erdöl und zuletzt ohne Erdgas. Bestehende Probleme sind natürlich noch zu lösen. Verdoppeln wir zum Beispiel die erneuerbare Stromerzeugung, haben wir, über das Jahr gesehen, immer noch keine regenerative Vollversorgung. Spitzen bis zu 200 Prozent sind dann möglich, hier helfen aber die geplanten Stromtrassen auch nicht weiter.

Anstatt sich nur auf den Netzausbau zu konzentrieren, bei dem der Umfang und die Notwendigkeit sowieso fraglich sind, muss eine dezentrale Energiewende mit Sektorkopplung und Speicher massiv vorangebracht werden. [...]″

Michael Heckmann
Vorsitzender des Vereins für Saubere Energie e. V.
Bissendorf

Bildtext:
Windenergieanlagen werden zwar höher, aber aufgrund der größeren Leistung werden immer weniger Anlagen benötigt, wodurch der Eingriff in das Landschaftsbild eher geringer wird, unserem Leser zufolge.
Foto:
dpa/ Stefan Sauer
Autor:
Günter Enge, Birte Seidel, Michael Heckmann


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