User Online: 1 | Timeout: 22:52Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Anstoß für die Maiwoche
 
Wie umweltfreundlich ist die Maiwoche?
Zwischenüberschrift:
Palmblätter statt Plastikteller / Marketing will Ökokonzept in Angriff nehmen
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Mit dem traditionellen Fassanstich vor dem Historischen Rathaus startete gestern Nachmittag die 47. Osnabrücker Maiwoche. In den kommenden Tagen werden dazu wieder Hunderttausende Besucher in der Innenstadt erwartet. Sie dürfen sich auf rund 120 Bands und Künstler freuen, die auf bis zu acht Bühnen zwischen Neumarkt und Rathaus auftreten werden. Heute und morgen findet parallel zum größten Straßenfest der Region auch noch das Hasestraßenfest statt. Anders als an diesem Wochenende können die Maiwochengänger voraussichtlich ab Montag ihre Regenjacke zu Hause lassen: Pünktlich zu Wochenbeginn sollen sich die Regenwolken verziehen, sodass die Osnabrücker Maibock und Maibowle ohne ängstlichen Blick gen Himmel genießen können.
Foto:
David Ebener

Osnabrück Die Maiwoche hat begonnen. In den nächsten Tagen werden Hunderttausende Besucher erwartet. Sie genießen Live-Musik, Maibowle, Bier und vielfältiges Essen. Dabei wird Müll produziert und ordentlich Strom verbraucht. Wie nachhaltig ist die Maiwoche?

Plastikgeschirr, Plastikbesteck, Plastikbecher und Strohhalme: Auch auf der Maiwoche kommen sie in diesem Jahr noch zum Einsatz. Einweggeschirr findet Verwendung bei Speisen, sofern dafür Messer und Gabel benötigt werden, zum Beispiel bei stark saucenbehafteten Speisen wie Currywurst, Grillschinken oder Ähnlichem″, heißt es vom Fachbereich Bürger und Ordnung auf Anfrage unserer Redaktion.

Die übrigen Speisen würden auf unbeschichteter Pappe oder Schälchen ausgegeben. Diese Regelung entspricht einer Satzungsänderung aus dem Jahre 1991″, heißt es weiter. Spätestens ab dem Jahr 2021 wird sich das ändern müssen, denn ab dann sind Plastikgeschirr und - besteck sowie Strohhalme von der EU verboten.

Das ist ein schwieriges Thema″, sagt Maiwochen-Gastronom Christoph Sierp, der mit seiner Eventfirma die Stände zwischen Neumarkt und Domhof betreibt. 25 Essensstände hat er dort an externe Anbieter vergeben. Einige hätten bereits auf Alternativen aus Palmblätter oder Zuckerrohr umgestellt. Aber der Einsatz von Mehrweggeschirr ist bis jetzt noch auf freiwilliger Basis″, so Sierp. Jeder mache sich aber Gedanken, um gute Lösungen zu finden.

Anders sieht es bei den Getränken aus. Die Maiwoche ist eines der wenigen Feste, wo fast komplett in Gläsern ausgeschenkt wird″, sagt der Eventmanager. Die 22 Getränkestände auf seiner Fläche betreibt er selbst. An jeder kommen rund 1500 Gläser zum Einsatz. In der Summe sind es also satte 33 000 Stück. Auch alle Flaschen seien selbstverständlich Mehrwegflaschen. Damit die Gläser und Flaschen nicht achtlos stehen gelassen oder mitgenommen werden, sind sie bepfandet. Für den entstandenen Müll sind die Standbetreiber selbst verantwortlich. Sierp hat nach eigenen Angaben 40 zusätzliche Mülltonnen aufstellen lassen, die ebenso wie die städtischen Tonnen täglich geleert werden.

Wie viel Müll an den zehn Maiwochentagen entsteht, kann der Osnabrücker Service Betrieb nicht sagen. Für die Maiwoche machen wir keine Zwischenwiegung, sondern integrieren es in die Touren″, sagt Sprecherin Katrin Hofmann auf Anfrage. 2017 waren es rund acht Tonnen, wie unsere Zeitung damals berichtete. Zum Vergleich: Am diesjährigen Städteputztag sind sieben Tonnen zusammengekommen.

Bei einer Großveranstaltung wie der Maiwoche wird natürlich auch viel Strom verbraucht, schließlich müssen acht Bühnen und insgesamt 120 Stände versorgt werden. Daten zum Gesamtüberblick gibt es nicht. Sierp schätzt den Strombedarf für seine Maiwochen-Ausrüstung auf 20 000 Kilowattstunden, das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von fünf Vier-Personen-Haushalten.

Bisher gibt es kein echtes Ökokonzept für die Maiwoche″, gibt Petra Rosenbach, Geschäftsführerin des Osnabrücker Stadtmarketings, zu. Vor drei, vier Jahren hätten sie sich mit dem Konzept der Maiwoche beschäftigt: Wo wollen wir hin? Was sind unsere Ziele? In den letzten zwei Jahren stand dann die Sicherheit im Fokus. Mit der Umweltfreundlichkeit hätten sie sich bisher nicht konkret befasst. Das ist aber eine gute Anregung für die Zukunft″, sagt Rosenbach.

An kleinen Stellschrauben, die sie beeinflussen können, hätten sie aber bereits gedreht: So gibt es in diesem Jahr weniger Flyer. Denn gerade an den Getränkeständen seien sie oft nur als Bierdeckel genutzt worden.

Bildtext:
Die Maibowle ist angerichtet: Bis Sonntag, 19. Mai, wird in der Osnabrücker Innenstadt gefeiert.
Foto:
David Ebener
Autor:
Lea Becker


Anfang der Liste Ende der Liste