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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Junger Hase stirbt durch Hundebiss
 
Hund beißt Hasenbaby tot
Zwischenüberschrift:
Frauchen hatte auf dem Westerberg wie so viele Halter den Leinenzwang ignoriert
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Nach dem Tod eines Rehs vor wenigen Wochen musste am Freitag ein junger Hase sein Leben nach einem Hundebiss lassen. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass die Hunde nicht angeleint waren.

Für Osnabrücks amtlich bestätigten Jagdaufseher Reinhold Rethschulte ist der neuerliche Vorfall, der sich bereits am Freitagmittag auf dem Kammweg auf dem Westerberg zwischen dem Gut Muesenburg und dem Büdchen ereignete, ein neuerlicher Beweis dafür, dass etliche Hundehalter den Leinenzwang, der auf dem Westerberg vom 1. April bis zum 15. Juli gilt, beharrlich ignorieren.

Rethschulte will dem Vorfall nachgehen. Zeugen hatten die Attacke auf den Hasen beobachtet, und Osnabrücks Jagdaufseher konnte an dem toten Tier die DNA des Hundes sichern.

Osnabrück Es war ein ungleicher Kampf, dessen Ende vorhersehbar war: Am vergangenen Freitagmittag hat ein frei laufender Hund auf dem Kammweg auf dem Westerberg einen jungen Hasen aufgespürt und getötet. Der kleine Hase wurde zum Opfer, weil einmal mehr ein Hundehalter den Leinenzwang missachtete.

Die Hundebesitzerin soll noch versucht haben, den Hasen aus den Fängen ihres Hundes zu befreien, scheiterte aber. So hätten es ihm Zeugen berichtet, sagt Osnabrücks Jagdaufseher Reinhold Rethschulte, der durch Zufall eine Stunde nach dem Geschehen, das sich zwischen dem Büdchen und dem Gut Muesenburg ereignete, vor Ort war.

Weiteren Aussagen zufolge sei die Frau als der Hund den Junghasen gefangen hatte mit ihrem Vierbeiner in ein Gebüsch gelaufen, um dem Hund den Hasen abzunehmen. Das müsse wohl sehr problematisch gewesen sein, denn der kleine Hase habe das Zerren des Hundes an der einen Seite und das Zerren der Hundehalterin an der anderen Seite körperlich nicht überstanden, beschreibt Rethschulte das qualvolle Ende des Jungtieres.

Dank der Zeugen liegt Osnabrücks Jagdaufseher eine Beschreibung der Hundehalterin vor: Demnach handelt es sich um eine weibliche Person, etwa 30 bis 35 Jahre alt, mit blonden Haaren. Der Hund sei relativ groß und schwarz, so die Beschreibung. Als die Zeugen das Geschehen mit ihrem Handy fotografieren wollten, soll sich die Hundehalterin mit dem Hund in dem Gebüsch versteckt haben″, so Rethschulte. Als von der Stadt Osnabrück bestätigter Jagdaufseher und als solcher mit polizeilichen Befugnissen ausgestattet, hat Rethschulte die Ermittlungen aufgenommen. Dabei setzt er auch auf weitere Bürger, die den Vorfall beobachtet haben und sachdienliche Hinweise zu der Hundehalterin, die auf dem Westerberg wohnen soll, geben können. Rethschulte ist unter der Telefonnummer 0171 4929334 zu erreichen. Mit der an dem getöteten Hasen sichergestellten DNA des Hundes könnte Rethschulte gegebenenfalls eine Täterschaft zweifelsfrei nachweisen.Unverständlich

Das Problem ist am anderen Ende der Leine″, sagt Rethschulte, der nach eigenem Bekunden Hunde liebt. Umso unverständlicher ist es für ihn, dass die Besitzer dem Leinenzwang nicht nachkommen. In großen Teilen der Stadt, wie zum Beispiel im Heger Holz und am Rubbenbruchsee, herrscht ganzjähriger Leinenzwang. Am Tatort Westerberg gilt der Leinenzwang für die Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli. Bei einem Kurzbesuch auf dem Westerberg hat unsere Redaktion am Montag zwischen 13.20 Uhr und 13.50 Uhr insgesamt 18 Hunde gezählt, von denen die Mehrheit, nämlich zehn, nicht angeleint war. Meine Aufgabe als Jagdaufseher besteht in erster Linie darin, Wild vor Gefahren aller Art zu schützen und deren natürlichen Lebensraum zu erhalten. Daher ist es für mich immer wieder unverständlich, dass Mitbürger unserer Stadt sich nicht an Gesetze und Regeln unserer Gemeinschaft halten″, beklagt Rethschulte. Dabei würden viele Hundebesitzer die Vorschriften und ihre Geltungsbereiche kennen. In diesem Fall dürfte nicht nur der Anfangsverdacht auf Jagdwilderei, sondern auch ein Verstoß nach dem Tierschutzgesetz durch Unterlassung vorliegen. Bisher wurde von Amts wegen immer Vorsatz unterstellt, da den Hundehaltern die Leinenregelung bekannt ist.″ Der Tod des kleinen Hasen ist mithin kein Kavaliersdelikt, sondern ein Gesetzesverstoß, der auch dementsprechend geahndet wird.

Die große Freifläche auf dem Westerberg ist Bestandteil des Jagdreviers Osnabrück Nord. Um den Rückgang der Tierarten wie Hase und Fasan zu stoppen, finde seit mehr als 20 Jahren in diesem Bezirk keine Jagd auf Niederwild mehr statt, so Rethschulte.

Bildtexte:
Für die, die es noch nicht nicht wissen: Leinenzwang″ bedeutet nicht, dass es reicht, eine Leine dabei zu haben. Leinenzwang″ heißt, dass an einem Ende der Hund und am anderen der Mensch befestigt werden muss.
Dieser kleine Kamerad hat eine Hundeattacke überlebt. Seinem Kollegen auf dem Westerberg wurde dieses Glück nicht zuteil.
Fotos:
Jörn Martens, Reinhold Rethschulte

Kommentar
Zur Kasse bitten

Wo Einsicht fehlt, kann Nachsicht nicht helfen. Hundebesitzer, die sich nicht an den Leinenzwang halten, müssen zur Kasse gebeten werden und zwar ohne Ausnahme.

Denn den Leinenzwang gibt es nicht, weil Papier bedruckt werden musste, sondern damit die Tierwelt geschützt wird. Dass dieser Schutz dringend notwendig ist, zeigt der Tod des kleinen Junghasen auf dem Westerberg.

Der tut nichts, der will nur spielen.″ Dieser Satz wird so oder in abgewandelter Form gerne von Hundebesitzern zur Charakterisierung ihrer angeblich fehlerfreien Lieblinge herangezogen. Dabei zeugt er von nicht mehr und nicht weniger als der eigenen Unkenntnis. Denn Hunde sind nun einmal Tiere mit eigenen Instinkten, denen sie gerne nachgehen. Dafür können sie nichts. Es ist Aufgabe ihrer Besitzer, sie im Zaum oder eben an der Leine zu halten.

Viele Hundebesitzer, vielleicht sogar die meisten, verhalten sich korrekt und nehmen Rücksicht auf Wildtiere und Menschen, die den Kontakt mit Hunden aus welchen Gründen auch immer scheuen. Für den Rest gilt: Wem es nicht anders beizubringen ist, der soll eben Bußgelder zahlen gerne auch in schmerzhafter Höhe. d.kroeger@ noz.de
Autor:
Dietmar Kröger


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