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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Müllsheriff-Prinzip in anderen Städten
Zwischenüberschrift:
Umgang mit wilden Müllkippen: So machen es Neukölln, Duisburg und Wiesbaden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Zahl der illegalen Müllkippen hat in Osnabrück einen neuen Rekordwert erreicht. Eine Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen, sind sogenannte Müllsheriffs. Einige Städte haben mit den Abfalldetektiven schon gute Erfahrungen gemacht. Beispiel Neukölln: Allein in diesem Bezirk fällt nach Angaben von Sprecherin Jacqueline Behrens etwa ein Sechstel des illegalen Mülls auf Berlins Straßen an. Weil die Ordnungsamtsmitarbeiter nur bis 22 Uhr arbeiten dürfen und dazu in Dienstkleidung unterwegs sein müssen, habe sich Neukölln für unkonventionelle Lösungen entschieden, um Müllsündern auf frischer Tat das Handwerk zu legen.

Zunächst wurde ein Sicherheitsdienst beauftragt. Für die externen Müllsheriffs hat der Bezirk laut Behrens in den vergangenen Jahren rund 146 000 Euro ausgegeben. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen ist mittlerweile ausgelaufen, dafür wurden hauptamtliche Müllsheriffs eingestellt.

Bislang hat der Bezirk circa 10 000 Euro an Bußgeldern eingenommen. Viele Verfahren sind wegen der Einsprüche vor dem Amtsgericht noch nicht abgeschlossen, sodass die Höhe der verhängten Bußgelder noch nicht abschließend beziffert werden kann″, sagt Behrens.

Nach Auffassung des Bezirksamts kann der Einsatz von externen Müllsheriffs nicht als Steuerverschwendung, sondern eher als Anschubfinanzierung für eine saubere Stadt bezeichnet werden, teilt die Sprecherin mit. Ein Problem gebe es allerdings noch: Auf Landesebene ist es noch immer nicht gelungen, die Rahmenarbeitszeit der Ordnungsämter weiter in die Abendstunden auszuweiten und von der Verpflichtung zum Tragen von Dienstkleidung abzusehen. Das sind beides Sachverhalte, die ein Ertappen auf frischer Tat erheblich erschweren″, so Behrens.

Beispiel Duisburg: In Duisburg gibt es schon seit einigen Jahren die Arbeitsgruppe Abfallaufsicht″ beim Ordnungsamt. Die 18 Mitarbeiter kümmern sich nach Angaben von Stadtsprecherin Gabi Priem vor allem um unangemeldeten Sperrmüll, Elektroschrott und andere Abfälle auf öffentlichen Flächen. Das ist aber nicht alles, wie Priem erklärt: Es werden auch geringfügige Ordnungswidrigkeiten wie etwa eine weggeschnippte Zigarettenkippe, ein ausgespucktes Kaugummi oder gar vom Hundehalter nicht entfernter Hundekot durch die Kollegen vom Außendienst der Abfallaufsicht geahndet.″

Auch in Duisburg sind die Mülldetektive ein Kostenfaktor. Dennoch sagt Priem: Die Stadt Duisburg duldet das rücksichtslose Verhalten durch illegales Abladen von Müll nicht.″ Die Refinanzierung der Mülldetektive stehe dabei an zweiter Stelle.

Beispiel Wiesbaden: Seit 2008 ist ein Außendienstmitarbeiter des Umweltamtes in der Stadt unterwegs. Sein Ziel ist es, Verursacher konsequent zu ermitteln, um die Möglichkeit der Rückforderung der Entsorgungskosten wahrzunehmen″, wie Andreas Hohmeister vom Wiesbadener Umweltamt mitteilt.

Auch in der hessischen Landeshauptstadt stehen die Einnahmen durch Bußgelder nicht an erster Stelle. Ohnehin werde eine Vielzahl von Bußgeldverfahren mangels fehlender Solvenz der Betroffenen niedergeschlagen. Hohmeister sagt aber: Eine Refinanzierung der Personalkosten durch Bußgeldeinnahmen ist nach unseren Erfahrungen ausgeschlossen.″

Der Erfolg lasse sich jedoch nicht nur in Zahlen messen. Einstige Hotspots seien durch den Einsatz des Müllsheriffs von diesem zweifelhaften Status befreit worden. Zudem liege die Aufklärungsquote bei den sogenannten Wildablagen bei etwa 15 bis 20 Prozent.

In Osnabrück hatte der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) die Installation von Müllsheriffs zur Diskussion gestellt. Hintergrund: Seit Jahren wächst das Problem der illegalen Müllkippen vor allem an Containerstandorten im Stadtgebiet.

Bildtext:
Ein Anblick, der schwer zu ertragen ist: Beim Containerplatz am Ickerweg wurde Müll abgeladen.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sebastian Philipp


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