User Online: 1 | Timeout: 19:06Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ideologische Verkehrspolitik mit dem Mantra „Autos raus″
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief von Wolfgang Möller Neumarkt endlich endgültig für Autos sperren″ (Ausgabe vom 11. April) mit Bezug auf den Artikel Auch Busse müssen Neumarkt umfahren Stadt will im Sommer mit Platzumbau beginnen″ (Ausgabe vom 23. März.

Sicherlich ist aus städtebaulicher Sicht eine attraktive fußläufige Verbindung zwischen den Fußgängerzonen Altstadt und Neustadt, deren Schnittstelle der Neumarkt bildet, ohne Zäsur durch eine stark befahrene Straße wünschenswert. Der Neumarkt stellt bislang jedoch gleichzeitig den zentralen Abschnitt der wichtigsten innerstädtischen Osnabrücker Ost-West-Verkehrsachse dar. Die seitens der Osnabrücker Ratsmehrheit geplante Teileinziehung des Neumarktes (Nutzung künftig nur für den ÖPNV, Radfahrer und Fußgänger) bewirkt erhebliche Umwege (4, 7 km statt 0, 7 km) des motorisierten Individualverkehrs über den Wallring mit der Folge erheblicher dortiger Staubildungen, solange keine verkehrstechnisch leistungsfähigen und umfeldverträglichen Alternativrouten geschaffen werden.

Die verkehrs- und städteplanerisch wünschenswerte Trennung von starken Fußgängerströmen und starken Kfz-Verkehrsströmen war in Form des Neumarkt-Tunnels in Osnabrück bereits in den 70er-Jahren verwirklicht, der bis in die 2000er-Jahre sehr gut von den Neumarkt querenden Fußgängern angenommen wurde. Der Tunnel wurde trotzdem einer ideologischen Verkehrspolitik geopfert, die dogmatisch dem Mantra , Autos raus′ frönt ohne jedoch eine Sofortlösung für die daraus entstehenden Konflikte zwischen Kfz- und Fußgängerverkehr am Neumarkt parat zu haben. Die Folge waren bereits erste schwere, zum Teil tödliche Verkehrsunfälle am Neumarkt, die dort vorher jahrzehntelang nicht zu beklagen waren.

Das Konzept eines autofreien Neumarktes wird nicht zu mehr Aufenthaltsqualität führen, solange dort rund 2000 Busse pro Tag verkehren. Die Johannisstraße zeigt seit Jahren anschaulich, dass ein Miteinander von ÖPNV und Fußgängern nur schwer möglich ist und weder die Attraktivität steigert noch Aufenthaltscharakter schafft. [...]

Einen Platz mit Aufenthaltsqualität als fußläufige Verbindung zwischen Neu- und Altstadt schaffen zu wollen so die offizielle Begründung für die geplante Maßnahme –, kann deshalb nicht überzeugen. Denn der Neumarkt wird eben nicht wirklich als städtischer , Platz′ gestaltet werden, sondern seine Funktion als Verkehrsfläche für den ÖPNV [...] wird den Gesamtcharakter des Neumarktes dominieren!

Um wirklich einen Platz mit Aufenthaltsqualität für Fußgänger zu schaffen, müsste der ZOB verlegt werden, aber dennoch in Zentrumsnähe verbleiben. Konstruktive Alternativ-Vorschläge zur ZOB-Verlegung in den Bereich Seminarstraße/ Große Rosenstraße wurden ja bereits in einem vor einigen Jahren von Geschäftsleuten aus der Osnabrücker City vorgelegten Entwurf konkret aufgezeigt. Diese Vorschläge wurden aber seinerzeit von den Stadtwerken Osnabrück und den politischen Entscheidungsträgern der Stadt Osnabrück leider ohne argumentativ nachvollziehbare beziehungsweise durch fachlich nicht überzeugende Begründungen [...] kategorisch abgelehnt!

Auch im aktuellen Gutachten des ÖPNV-Planers Matthias Schmechtig wurde diese Variante leider nicht berücksichtigt. Somit sprechen viele Argumente gegen eine Sperrung des Neumarktes für den motorisierten Individualverkehr, solange kein Konzept zur umfeldverträglichen und sicheren Führung der vom Neumarkt verdrängten Kfz-Verkehre über verkehrstechnisch leistungsfähige Alternativrouten existiert und der motorisierte Individualverkehr in der Innenstadt nicht durch einen attraktiven ÖPNV und Radverkehr substituiert wird. Denn Staus und Umwegfahrten erzeugen mehr Lärm, mehr Schadstoffe, mehr Unfälle ...″

Reimer Thiessen
Belm
Autor:
Reimer Thiessen


Anfang der Liste Ende der Liste