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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht auf anonyme Investoren setzen
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel So soll sich die Osnabrücker Innenstadt verändern 100 Bürger, Experten und Politiker arbeiteten eineinhalb Jahre am Masterplan″ (Ausgabe vom 18. April).

„[...] Die Planer bezeichnen die Ecke Pottgraben/ Konrad-Adenauer-Ring als , Eingang zur Innenstadt′ aus der Fahrtrichtung Hannoversche Straße. Gleichzeitig erklären sie in anderen Gremien auf Nachfrage, dass es nicht notwendig sei, den Neubau der Eisenbahnbrücke An der Petersburg, also an genau diesem Eingang, für eine zeitgemäße Erweiterung zu nutzen. Sie beharren auf einer zweispurigen Unterführung, die nicht einmal einer von den Osnabrücker Planern so umworbenen Protected Bike Lane Platz bietet. Geschweige denn, dass die Straßenführung zu Stoßzeiten den Verkehr auf den Wall und in die Innenstadt verteilen kann, ohne Stau bis in die Hannoversche Straße hinein zu verursachen.

Die alte Brücke stand rund 100 Jahre. Wer weiß, wann es die nächste Gelegenheit geben wird. Die Planer preisen die Bebauung eines zurückliegenden Bereiches südlich der Süsterstraße an. Sie ignorieren aber die Probleme und Nachteile für die Anwohner, die wenige Meter weiter in einem nahezu identischen Fall durch den Bau des Neustadt-Carres entstanden sind und in Bürgerforen vorgetragen wurden. Auch wenn es nicht Teil des Artikels gewesen ist: Unsere Stadtplaner geben vor, Grünflächen zu schaffen, und bebauen Teile des Schlossgartens. Es gibt viele weitere Beispiele, die die Bewohner des Stadtteils Innenstadt viel näher und intensiver erleben als diejenigen, die sich nur hin und wieder in der Innenstadt aufhalten.

Rat und Verwaltung verweigern seit Jahren den direkten Dialog mit den Stadtteilbewohnern und berufen sich stattdessen auf Bürgerwerkstätten, die zwar wichtig sind, aber in denen die Anliegen der Bewohner der Innenstadt an den Rand gedrängt werden. Denn die Mehrheit der Teilnehmer kommt aus dem Landkreis und anderen Stadtteilen.

Die Stadtplaner schaffen Voraussetzungen für Großprojekte, die nur von Wohnungsbaugesellschaften zu stemmen sind. Am Berliner Platz sollten ja bereits zwei investitionswillige Grundstücksnachbarn von der Bauverwaltung verpflichtet werden, eine Gesellschaft zu gründen. Nur die Intervention des Oberbürgermeisters konnte diesen Wahnsinn stoppen.

Die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung vergraulen immer häufiger die natürlichen Investoren. Nämlich die wenigen verbliebenen alteingesessenen Osnabrücker Familien mit Grundbesitz in der Innenstadt, die auch selbst noch dort wohnen. Die nächste Generation wird wohl kaum noch in der Innenstadt anzutreffen sein. Sie hat dann an , Investoren′ verkauft und ist in den Landkreis gezogen, zahlt dort ihre Steuern und verbringt ihre Freizeit in gepflegten Gärten, während unsere Planer die Innenstadt entweder mit Hochpunkten bebauen oder mit profanen Grasflächen und Büschen , entsiegeln′, die nach wenigen Jahren zur Müllhalde werden. Den Verfall der Innenstadt werden die Planer nicht dadurch aufhalten, dass sie auf anonyme Investoren irgendwo aus Deutschland oder dem Ausland setzen. Es ist höchste Zeit, dass sich die Planer mit den Betroffenen zusammensetzen. Denn sonst erleben wir bei der Wohnbebauung in der Osnabrücker Innenstadt den gleichen Niedergang wie in der Geschäftswelt. Der inhabergeführte Einzelhandel wird genauso wie das vom Privateigentümer verwaltete Wohnungsangebot durch Ketten und Großinvestoren ersetzt. Die Innenstadt verliert ihren Charme und wird eine von vielen in Deutschland.″

Marius Meinert
Osnabrück

Bildtext:
Dieses spitze Eckgrundstück zwischen Pottgraben und Konrad-Adenauer-Ring könnte mit einem Hochhaus bebaut werden, schlagen die Planer vor als städtebaulicher Anker″.
Foto:
Wilfried Hinrichs
Autor:
Marius Meinert


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