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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schülern drohen weiter „Wanderklassen″
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Drangvolle Enge im Treppenhaus″ (Ausgabe vom 19. März).

Noch immer werden die Schüler an den beiden Förderschulen Anne-Frank-Schule und Montessori-Schule in den dort seit Jahren aufgestellten Containerklassen unterrichtet. Als langjähriger Begleiter einer Pflegefamilie mit zwei förderschulbedürftigen Kindern möchte ich mich mit deutlichen Worten an die dafür verantwortlichen Politiker im Stadtrat Osnabrück wenden: Seit mehr als einem Jahrzehnt erheben Eltern und Schüler beider Schulen die Forderungen, die aufgestellten Container [. . .] zu beseitigen.

Die seit nunmehr acht Jahren genehmigten Pläne zur Schulsanierung und zum Schulanbau an diesen Schulen bleiben bis heute in den Schubladen. Gründe dafür sehe ich mittlerweile darin, dass der zukünftige Bedarf an Förderschulen durch den Fortschritt in der Pränatal-Diagnose und jetzt auch durch gesetzliche Krankenkassenleistungen für Abtreibungen rapide sinken wird. Statt klare politische Signale zu setzen und dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen mit hoher Priorität zur , Chefsache′ zu machen, schreiten die begonnenen Erweiterungsbauten an diversen Gymnasien im Stadtgebiet voran. Der begonnene Erweiterungsbau des Kreishauses mit 120 neuen Büroräumen geht zwar offenbar mit der geplanten , Innenstadtschule′ einher; die Beseitigung der untragbaren Verhältnisse an den Förderschulen und die Schaffung neuer Klassenräume [. . .] bleiben aber für lange Zeit weiterhin zulasten der dortigen Lehrer und Schüler auf der Strecke.

Einen weniger langen Atem als alle Betroffenen an den Förderschulen haben offenbar die Akteure am Ratsgymnasium. Mit Unterstützung der CDU plädieren alle Gremien , laut brüllend′ und öffentlichkeitswirksam für einen Neubau mit direktem Blick auf den Schlossgarten. Ein Anbau im Schulinnenhof gilt unter Berufung auf den , Denkmalschutz′ als unerwünscht. Jedenfalls wird für das Ratsgymnasium erneut ein beachtlicher Geldbetrag aus dem vom Stadtrat bereits bewilligten 80 Millionen schweren Schulsanierungsprogramm eingefordert.

Augenscheinlich ist es das politische Ziel, jungen humanistischen Denkern den Weg in die Führungsebenen unseres christlich-europäischen Abendlandes zu bereiten. Damit das an den Gymnasien vermittelte Wissen weiterhin angemessen kultiviert werden kann, hat die Generalsanierung des Theaters am Dom mit Renovierungskosten zwischen 80 und 100 Millionen Euro bei einem großen Teil der Ratsherren hohe Priorität. Als für mich zumindest irritierend und tendenziös klingt im NOZ-Artikel vom 19. März 2019 der Satz: , Da, wo der Solitärbau hinsoll, haben 40 Jahre lang Container gestanden.′ Galten diese Container auf dem Gelände des Ratsgymnasiums nicht bis heute auch als , Alibi-Funktionsräume′, um EU-Fördergelder für Erweiterungsbau erhalten zu haben und neuerdings auch für den , dringend benötigten Solitärbau′ als Argumentationshilfe?

Wer sich mit Containerklassen , bestens auskennt′, um eine Formulierung aus dem genannten NOZ-Artikel aufzugreifen, sind die Behinderten an den beiden Förderschulen, deren Lehrer und die Eltern dieser Schüler. Den Schülern drohen vorerst wohl weiterhin , Wanderklassen′ und Unterricht in den dort zahlreich aufgestellten , Blechhütten′, geduldet und jedenfalls wohl im Einklang stehend mit Genetikern, Ethikern und vielen unserer Politiker im Stadtrat.″

Hubertus Gödecker
Osnabrück
Autor:
Hubertus Gödecker


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