User Online: 2 | Timeout: 15:07Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neuer Dürresommer droht
 
Mehr Löschhubschrauber gefordert
Zwischenüberschrift:
Wetterdienst: Trockenheit von 2018 könnte übertroffen werden / Bauern beunruhigt
 
Mehr Löschhubschrauber gefordert
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Zu wenig Regen, zu trockene Böden: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einem neuen Dürresommer, der den zurückliegenden sogar noch übertreffen könnte. Land- und Forstwirte sind beunruhigt.

Nach Berechnungen des DWD sind die Böden im April deutlich weniger feucht gewesen als zur selben Zeit des extrem trockenen Vorjahres. Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden″, sagte Udo Busch, Leiter Agrarmeteorologie des DWD, gestern. Dann würden auch die Landwirte in Deutschland wieder mit Ernteausfällen rechnen müssen. Im vergangenen Jahr hätten die Reserven in den tieferen Bodenschichten vielen Pflanzen über die Trockenheit hinweggeholfen. Momentan seien diese Speicher aber weniger gut gefüllt als im Vorjahr.

DWD-Meteorologin Corina Schube sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: Ein Problem könnte es mit den Sommersaaten geben, die gerade ausgebracht wurden. Sie haben erst kleine Wurzeln, und da wir zuletzt viel Sonne und Wind hatten, sind die oberen Bodenschichten sehr trocken.″ Falls es nicht bald mehr Regen gebe, könne es sein, dass die Sommersaat schlecht gedeihe. Zwar erwartet der DWD ab dem kommenden Wochenende deutschlandweit wechselhafteres Wetter und kühlere Temperaturen. Schube schränkte aber ein: Was wir im Moment nicht sehen, ist ein flächendeckender Landregen von zwei, drei Tagen, wie die Landwirte ihn gerne hätten.″

Den Dürresommer 2018 haben die Bauern noch in unguter Erinnerung, entsprechend beunruhigt äußerte sich Bauernpräsident Joachim Rukwied gestern. Vielerorts habe der Winterregen nicht ausgereicht, die Bodenvorräte wieder aufzufüllen, stellte Rukwied fest. Es gibt daher eine gewisse Nervosität, aber noch bin ich gelassen, denn wir haben eine alte Bauernregel, die sagt: Ist der Mai kühl und nass, füllt′s dem Bauern Scheun und Fass.″

Zu schaffen macht die Trockenheit nicht nur der Landwirtschaft, auch die Wälder leiden. Unsere Waldbesitzer sind sehr verzweifelt aufgrund dieser warmen Temperaturen. Es besteht die Sorge vor einer explosiven Vermehrung des Borkenkäfers″, sagte Larissa Schulz-Trieglaff, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW). Nach der Dürre und den Stürmen im vergangenen Jahr liege noch viel Totholz in den Wäldern ein idealer Angriffspunkt für den Borkenkäfer und andere Schädlinge.

Mit der Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. Fast überall im Land liegt das Risiko laut DWD mindestens auf Stufe 3 von 5. Die höchste Stufe wurde für Brandenburg, Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie für das östliche Niedersachsen ausgerufen. Bereits am Wochenende waren die traditionellen Osterfeuer vielerorts abgesagt worden.

Osnabrück Die anhaltende Trockenheit in Deutschland setzt Land- und Forstwirtschaft zu. Unterdessen herrscht in weiten Teilen des Landes eine hohe Waldbrandgefahr. Der Deutsche Feuerwehrverband fordert mehr Löschhubschrauber. Wie stark sind die Wälder von der Trockenheit betroffen? Das Bundeslandwirtschaftsministerium erwartet für 2018 und 2019 eine Schadholzmenge von 70 Millionen Festmetern. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) geht davon aus, dass der wirtschaftliche Schaden sich auf 2, 5 Milliarden Euro beläuft. Erst Anfang April hatte der Deutsche Forstwirtschaftsrat in der Warnemünder Erklärung″ vom Bund Hilfsmittel in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren gefordert, um die Folgen von Dürre, Stürmen und Borkenkäferbefall zu bewältigen. Wie groß ist die Waldbrandgefahr? Groß. In verschiedenen Teilen Deutschlands ist es bereits zu Bränden gekommen. Im emsländischen Geeste geriet am Montag eine kleine Waldfläche in Brand, die Feuerwehr vermutet ein nicht vollständig gelöschtes Osterfeuer als Ursache. Zudem gerieten in Goldenstedt bei Vechta und in der Grafschaft Bentheim zwei Moorflächen in Brand. Die Ursachen sind noch unklar. Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, appellierte gestern an die Bürger, kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe zu entfachen. Außerdem sollten sie im Wald nicht rauchen und ihre Autos nicht auf Wiesen abstellen. Die heißen Katalysatoren können eine trockene Wiese in Brand setzen″, warnte Ziebs. Sind die Feuerwehren ausreichend ausgestattet, um Waldbrände effizient zu bekämpfen? Ziebs bejaht die Frage, allerdings mit einer Einschränkung: Löschflugzeuge seien zwar nicht notwendig, wohl aber mehr Löschhubschrauber mit Außenbehältern. Das ist ein vielfach praktiziertes Verfahren, scheitert aber manchmal an der Zahl der verfügbaren Hubschrauber″, sagte Zieps. Die größten Wasserbehälter fassen nach seinen Angaben 5000 Liter und können nur von Helikoptern der Bundeswehr vom Typ CH-53 geflogen werden. Die sind aber nicht immer verfügbar. Hier müsste die Bundeswehr ein paar mehr Hubschrauber vorhalten″, forderte Ziebs. Löschflugzeuge sind aus Sicht des Funktionärs allerdings nicht erforderlich. Welche Folgen hatte die Dürre 2018 für die Landwirte und wie stellen sie sich auf den Klimawandel ein? Bauernpräsident Joachim Rukwied beziffert die Dürreschäden auf drei Milliarden Euro. Bund und Länder hatten zwar Hilfen in Höhe 340 Millionen Euro locker- gemacht. Den Großteil der Schäden müssen die Betriebe selbst tragen. Daher ist trotz der Dürrehilfen die Situation in vielen Betrieben angespannt″, sagte Rukwied. Vor dem Hintergrund des Klimawandels setze die Landwirtschaft auf wassersparende Anbauverfahren wie Mulchsaat oder auf häufige Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte.

Bildtext:
Vertrocknete Maisfelder wie dieses in Bayern waren 2018 kein seltener Anblick. Der Wetterdienst warnt vor einem weiteren Dürrejahr.
Foto:
dpa
Autor:
Manuel Glasfort


Anfang der Liste Ende der Liste