User Online: 1 | Timeout: 15:45Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Verbraucher zahlen immer mehr für Strom
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Strom so teuer wie nie zuvor″ und dem Kommentar Teure Kugel Eis″ von Manuel Glasfort (Ausgabe vom 2. April).

Redispatch-Maßnahmen (solche, die der Netzstabilität dienen) sind teuer und werden zur Netzstabilität benötigt. Aber sind sie auch in immer steigender Zahl gerechtfertigt?

Würde Strom aus konventionellen Kraftwerken, der die Stromnetze verstopft, bei hoher Einspeisung aus Fotovoltaik und Windkraft so weit wie technisch möglich heruntergefahren werden, würden weniger Netzeingriffe stattfinden müssen, und es entstünden natürlich weniger Kosten für den inländischen Verbraucher.

Andersherum: In Phasen, in denen wetterbedingt eher zu wenig als zu viel erneuerbarer Strom produziert wird, sind vermehrte Netzeingriffe nur zu erklären, wenn zum Beispiel in Frankreich im Winter bei hoher Stromnachfrage bis zu zwölf Kernkraftwerke wegen Sicherheitschecks keinen Strom einspeisen.

In so einer Phase einer angespannten Netzsituation und hoher Strompreise bei wenig Wind- und Solarstrom fahren die Netzbetreiber und Energieversorger vielerorts in Europa ihre Reservekraftwerke hoch. Den nötigen Strom bezieht Frankreich dann auch aus Deutschland. Das führt unter anderem zu den bekannten enormen Exportüberschüssen und zeigt, dass Deutschland eben wenig auf Stromimport aus französischen Atomkraftwerken und polnischen Kohlekraftwerken angewiesen ist.

Die mit dem Export von Strom erzielten Preise liegen zudem deutlich über den Börsen-Strompreisen am Termin- und Spotmarkt. Stromeinkäufer können am Spotmarkt, an dem auch der Strom aus erneuerbaren Energien gehandelt wird, im Mittel für 3, 78 ct/ kWh einkaufen. Es liegt zumindest die Vermutung nahe, dass auch teilweise der vom Verbraucher bezahlte EEG-Strom an der Börse von Händlern günstig eingekauft und mit erheblichen Aufschlägen ins Ausland verkauft wird.

Wo bleiben diese zusätzlichen Einnahmen, die zu erhöhten Preisen abgegeben werden? Ein weiteres Phänomen: Wenn wegen der Herbststürme die Windkraftanlagen viel Strom produzieren, halten sich ausgerechnet in dieser Zeit die Netzbetreiber mit Redispatch-Maßnahmen zurück. Die Strompreise werden auf vielfache Weise gezielt in die Höhe getrieben. So werden die Stromkosten über die EEG-Umlage künstlich in die Höhe getrieben. Je niedriger die Erlöse an der Strombörse (gut für Strom-Einkäufer), umso höher die EEG-Umlage (schlecht für Stromverbraucher).

Mit Stand vom Februar 2019 weist das EEG-Konto einen Überschuss in Höhe von 5, 70 Milliarden Euro auf. Obwohl die Börsenstrompreise sinken, zahlen deutsche Verbraucher also immer mehr. Der Privatkunde wird gnadenlos abgezockt. […]″

Gerd Hündorf
Bisssendorf

Bildtext:
Die Strompreise werden auf vielfache Weise gezielt in die Höhe getrieben, so die Meinung unseres Lesers.
Foto:
dpa/ Silas Stein
Autor:
Gerd Hündorf


Anfang der Liste Ende der Liste