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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Konkurrenz für Leysieffer zu groß?
Zwischenüberschrift:
Süßwaren- und Café-Geschäft: Viele Marktbegleiter mit bekannten Namen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
McCafé, Bäckerei, Starbucks oder Coffee Fellows, die Konkurrenz im Café-Geschäft ist groß. Haben kleinere Player wie das Osnabrücker Traditionsunternehmen Leysieffer in diesem Umfeld überhaupt eine Chance?
Osnabrück Mit rund 2, 85 Milliarden Euro bezifferte das Statistik-Portal Statista zuletzt den Umsatz der steuerpflichtigen Cafés in Deutschland Tendenz steigend. Verteilt wird dieser auf mehr als 11 600 Cafés, darunter auch jene des bundesweit bekannten Osnabrücker Traditionsunternehmens Leysieffer, das am Dienstag überraschend Insolvenz angemeldet hatte.

Dabei müsste das Unternehmen, das mit der Erfindung der Himmlichen″ stark gewachsen ist, mit seinen Produkten eigentlich voll im Trend liegen: Nicht nur Kaffeehäuser boomen, auch Schokolade ist laut einer Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) die Lieblingssüßigkeit der Deutschen. Mehr als neun Kilogramm hat jeder Bundesbürger der Verbandsschätzung nach im vergangenen Jahr vertilgt auch wenn der heiße Sommer den Appetit bremste.Chance für kleine Firmen?

Allerdings: Anders als das Exportgeschäft stagniert der Inlandsmarkt für die deutsche Süßwarenindustrie seit Jahren, so der Verband. Dass in diesem Umfeld allerdings kleinere Unternehmen wenig Chancen haben, dem widerspricht der BDSI deutlich: Die deutsche Süßwarenindustrie ist mit mehr als 200 Unternehmen stark mittelständisch geprägt″, heißt es auf Anfrage.

Und trotz des Booms, auch in einem zweiten Standbein des Familienunternehmens, Cafés und Bistros, ist die Konkurrenz hart: Große Ketten wie Starbucks, Tchibo oder Coffee Fellows haben bundesweit einen Namen. Hinzu kommen regionale Player, Bäckereien oder der gemessen an seinen rund 840 Filialen größte Kaffeebarbetreiber in Deutschland, McCafé. Der Kunde hat die Qual der Wahl. Können in diesem Umfeld kleine Traditionsfirmen überhaupt bestehen?

Mit der Differenzierung des Produktportfolios hat sich Leysieffer keinen Gefallen getan. Ein Café bietet mittlerweile jeder Kiosk an auch wenn sich über die Qualität diskutieren lässt″, schätzt Barbara Engels im Gespräch mit unserer Redaktion die Lage ein. Sie ist Analystin im Bereich Strukturwandel und Wettbewerb beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Auch die Arbeit mit Franchise-Nehmern einen solchen Partner hat das Familienunternehmen Leysieffer sieht sie bei einem kleinen Filialnetz kritisch: Es lohnt meist nur, wenn ein großes Netz aufgebaut wird. Sonst sind die Kosten, die durch die Verwaltung entstehen, zu groß.″

Und noch etwas kommt für Engels bei Leysieffer hinzu: Es brauche eine starke Marke, die auch abseits des Stammhauses funktioniere. Ist das nicht der Fall und werden Emotionen nicht geweckt, wird es problematisch. Das ist ein Teil des Problems bei Leysieffer gewesen″, so die Einschätzung Engels′. Teure Lagen wie an Flughäfen täten ihr Übriges.

Bei dem Osnabrücker Familienbetrieb sieht die IW-Analystin noch eine weitere Herausforderung: Nach Aussage von Firmenchef Jan Leysieffer in früheren Interviews hat das Unternehmen auf Marktanalysen verzichtet und stattdessen auf das Bauchgefühl, das Traditionelle, vertraut. Ein Vorgehen, das noch zeitgemäß ist?

Die Nachricht über die Insolvenz der Osnabrücker Confiserie- und Café-Kette Leysieffer hatte am Dienstag eingeschlagen wie eine Bombe. Eine seit Jahren nicht ausgelastete Produktion, sinkende Umsätze und Jahresfehlbeträge haben das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren belastet. In Eigenregie will sich Leysieffer sanieren, gesucht wird ein Investor. 350 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.

Bildtext:
Das Osnabrücker Traditionsunternehmen Leysieffer ist insolvent. Ein Blick auf die Geschäftszahlen zeigt: Der Niedergang deutete sich an.
Foto:
David Ebener
Autor:
Nina Kallmeier


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