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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bewegende Schicksale
Zwischenüberschrift:
GSG-Schüler veröffentlichen Begleitheft „Gedenke Mein!″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Zwei Jahre lang haben Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums die Hintergründe eines Gräberfeldes auf dem Johannisfriedhof erforscht. Ihre Ergebnisse haben sie nun in dem Begleitheft Gedenke Mein! zusammengefasst.

Als am Palmsonntag, 25. März 1945, die ersten Bomben fielen, hatte es Hildegard Schürmann mit ihren drei Kindern gerade noch in den überfüllten Luftschutzstollen an der Brinkstraße geschafft. Nur direkt am Eingang war noch Platz, doch dieser sollte für die Kinder keinen ausreichenden Schutz bieten. Durch die Wirkung des Drucks explodierender Luftminen starben die zweieinhalbjährigen Zwillinge Heiko und Udo und ihr fünfeinhalbjähriger Bruder Horst.

Es sind tragische Schicksale wie dieses, das die Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums im Rahmen des Seminarfachs Tür an Tür Kriegsgräber aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Johannisfriedhof Osnabrück″ aufgearbeitet und in dem knapp 50-seitigen Begleitheft Gedenke Mein! dokumentiert haben.

Zu dessen Vorstellung und mit Antikriegsliedern musikalisch untermaltem Gedenken an die Toten fanden sich Schüler, Lehrer, Kooperationspartner und Interessierte nun am Ehrenfeld auf dem Johannisfriedhof ein. Mithilfe großer Stellwände veranschaulichten Schüler die Schicksale jener Menschen, die etwa bei dem folgenreichen Bombenangriff am Palmsonntag 1945 („ Qualmarum″) ums Leben kamen. Wir sind froh und auch erleichtert, dass wir nach der intensiven Arbeit die Ergebnisse nun der Öffentlichkeit präsentieren können″, betonte Geschichtslehrerin Sylvia Langscheidt, die das arbeitsreiche Projekt initiiert und begleitet hatte.

Auf die Geschichte hinter den Grabsteinen ging die Schülerin Madeleine Riebau in ihrer Ansprache ein. Sie wollten lieben, lachen und leben und der Krieg hat ihnen alles genommen″, betonte sie und stellte die Frage: Wer wart ihr? Um das herauszufinden, nutzten die Schüler zahlreiche Quellen und wurden vor allem am Osnabrücker Standort des Niedersächsischen Landesarchivs fündig. Genauere Informationen zu den bestatteten Personen erhielten sie zudem durch Listen, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bereitgestellt hatte. Auch die Entstehung des Ehrenfeldes selbst rekonstruierten die Schüler anhand von Archivmaterialien. So wurden 1958 Kriegsopfer von verschiedenen Osnabrücker Friedhöfen umgebettet und ihre Gräber auf dem Johannisfriedhof zusammengelegt. Am Totensonntag, 23. November 1958, fand im Beisein von Angehörigen die Eröffnung des Gräberfelds statt, das ausdrücklich als Mahnmal des Friedens″ angelegt ist. Es sind überwiegend zivile Opfer, die auf dem Ehrenfeld ihre letzte Ruhe gefunden haben.

1434 Menschen kamen allein in Osnabrück in Folge der Luftangriffe ums Leben. Besonders verhängnisvoll erwies sich auch der schwere Angriff am 21. November 1944, bei dem im Stollen des Kinderheims am Schölerberg um 12.20 Uhr 96 Personen, darunter 56 Kinder, durch eine Kohlenmonoxidvergiftung ums Leben kamen, nachdem eine Bombe den Stolleneingang getroffen hatte. Unter den Opfern befand sich auch die 44-jährige Margarete Borgmann mit ihren beiden Kindern Ursula und Siegfried, über die das Begleitheft Auskunft gibt.

Ohne die Mithilfe vieler Kooperationspartner wie des Landesarchivs, der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge wäre unser Heft nicht möglich geworden″, dankte Madeleine Riebau abschließend im Namen ihrer Mitschüler.

Bildtexte:
Zur Präsentation waren auch Angehörige der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft gekommen.
Das Begleitheft Gedenke Mein! fasst die Forschungen der Schüler zusammen.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Christoph Beyer


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