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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrücker CDU wechselt das Personal
 
Jasper hört als Bürgermeister auf
Zwischenüberschrift:
CDU Osnabrück dreht das Personalkarussell / Wechsel auf allen Ebenen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Bei den Osnabrücker Christdemokraten ist das Personalkarussell in Schwung gesetzt worden. Prominenteste Änderung: Burkhard Jasper verabschiedet sich nach mehr als zwei Jahrzehnten aus dem Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters der Stadt Osnabrück. Der 64-jährige Landtagsabgeordnete möchte sich künftig auf seine parlamentarische Arbeit konzentrieren. Als seine Nachfolgerin ist die bisherige Ratsvorsitzende Eva-Maria Westermann im Gespräch, die in diesem Amt wiederum von Rita Feldkamp beerbt wird. Dass eine Frau in Jaspers Fußstapfen treten und auch der Ratsvorsitz in weiblicher Hand bleiben soll, ist laut CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde kein Zufall: Ich möchte das auch als Signal verstanden wissen, dass sich noch mehr Frauen in der CDU engagieren.″

Nach fast 23 Jahren tritt Burkhard Jasper als ehrenamtlicher Bürgermeister von Osnabrück zurück und löst damit einem umfassenden personellen Umbruch in der Osnabrücker CDU aus.

Osnabürck Jasper teilte der CDU-Ratsfraktion am gestrigen Abend seinen Entschluss mit, Ende April aus dem Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters auszuscheiden.

In einem Brief an den Oberbürgermeister schreibt Jasper, das Amt habe ihm besonders wegen der vielfältigen Kontakte″ viel Freude bereitet. Er wolle aber den Zeitpunkt des Ausstiegs selbst bestimmen und die Entscheidung treffen, solange ich für meinen Einsatz viel Zuspruch aus der Bevölkerung erfahre″.

Jasper will sich künftig stärker auf die Landespolitik konzentrieren. Der 64-Jährige ist Mitglied des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft des Landtags und gilt in der Fraktion als Experte für kulturpolitische Fragen. Außerdem arbeitet er in der Enquetekommission zur Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in Niedersachsen mit.

Damit geht eine Ära zu Ende″, sagte CDU-Kreisvorsitzender Fritz Brickwedde. Jaspers Rücktritt als Bürgermeister nach fast 23 Jahren sei eine Zäsur″ für die Stadt und die Partei. Wir sind sehr stolz auf ihn und auf das, was er für die Stadt und unser Gemeinwesen insgesamt geleistet hat und leistet.″ Jasper verstehe es wie kaum ein anderer, auf die Menschen zuzugehen. Besonders würdigte Brickwedde Jaspers Einsatz, als 2013 nach dem Wechsel des damaligen Stadtoberhaupts Boris Pistorius ins Innenministerium die Stelle des Oberbürgermeisters für ein Dreivierteljahr unbesetzt war. Jasper habe die Stadt in dieser Zeit in herausragender Weise repräsentiert, so der CDU-Chef.

Erster Repräsentant der Stadt und Chef der Verwaltung ist der direkt gewählte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU). Ihm stehen drei ehrenamtliche Bürgermeister zur Seite, die in seiner Vertretung repräsentative Aufgaben übernehmen. Neben Jasper sind das derzeit Birgit Strangmann (Bündnis 90/ Die Grünen) und Uwe Görtemöller (SPD).

Für die Nachfolge Jaspers schlägt die CDU die derzeitige Ratsvorsitzende Eva-Maria Westermann vor. Die 53-jährige Sparkassenkauffrau aus Voxtrup ist nach längerer Krankheitspause in die Politik zurückgekehrt. Sie gehört dem Rat seit 2006 an, ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Jugend- und Sozialpolitik. Westermann wird mit der Wahl zur Bürgermeisterin kraft Amtes Mitglied des Verwaltungsausschusses. Ihr Mandat im Aufsichtsrat des Klinikums übernimmt Nachwuchskraft Marius Keite (34).

Für den Ratsvorsitz schlägt die CDU Rita Feldkamp vor, die ebenfalls seit 2006 dem Rat angehört. Die 54-jährige Leitende Regierungsdirektorin bei der Landesschulbehörde hatte bei der Kommunalwahl 2016 in ihrem Wahlkreis Pye mit 1584 Stimmen ein herausragendes Wahlergebnis erzielt. Dass die CDU zwei Frauen in diese Spitzenämter entsende, sei kein Zufall″, sagte CDU-Chef Fritz Brickwedde unserer Redaktion. Er habe sich als Kreisvorsitzender immer darum bemüht, Frauen in die Verantwortung zu bringen. Ich möchte das auch als Signal verstanden wissen, dass sich noch mehr Frauen in der CDU engagieren″, so Brickwedde.

Das Personalkarussell bekommt durch einen zweiten prominenten Wechsel zusätzlichen Schwung: Katharina Pötter, bisher erste stellvertretende Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, ist mit großer Mehrheit in den Verwaltungsvorstand gewählt worden. Sie wird das Dezernat für Soziales und Bürgerservice vermutlich im Mai antreten. Für sie rückt Ingo Dauer in den Rat nach. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender wird Günter Sandfort. Der 55-jährige Caritas-Direktor gehört dem Fraktionsvorstand bereits als zweiter Stellvertreter an. Dieses Amt reicht er an Rita Feldkamp weiter.

Günter Sandfort soll als Nachfolger von Katharina Pötter den Vorsitz des Finanzausschusses übernehmen. Sandfort bleibe sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, so Brickwedde. Der Vorsitz des Finanzausschusses ermögliche ihm aber tiefere Einblicke in alle Politikfelder.

Bildtexte:
UNERMÜDLICH: Burkhard Jasper ging hin, wenn ein Repräsentant der Stadt gefragt war nicht nur bei prestigeträchtigen Anlässen wie der Eröffnung der Nordamerika-Tierwelt Manitoba im Zoo, wo dieses Foto entstand.
SOLL BÜRGERMEISTERIN WERDEN: Eva-Maria Westermann.
Soll Vorsitzende des Rates der Stadt Osnabrück werden: Rita Feldkamp.
Fotos:
Jörn Martens, Archiv/ Hermann Pentermann, Archiv/ CDU

Kommentar
Vorbild an politischer Kultur

Vor ziemlich genau neun Jahren, im März 2010, wollte die CDU-Fraktion von der Verwaltung wissen, wer aus der Stadtspitze wie oft Bürgerforen geleitet hatte. Das Ergebnis: Bei bis dahin 87 Bürgerforen hatte Bürgermeister Burkhard Jasper 35-mal die Leitung inne. Der damalige Oberbürgermeister Boris Pistorius saß nur 16-mal vor. Dieses Detail macht deutlich: Jasper nimmt seine Basisarbeit sehr ernst. Er ist fleißig, er hört zu. Er ist eine ehrliche Haut.

Der politische Dauerläufer hat es nicht nach ganz oben gebracht. Mit seiner Kandidatur für den Bundestag ist er 2005 gescheitert, holte dann aber bei der Landtagswahl 2013 das Direktmandat. Wie es seine Art ist, hat er sich auf Landesebene schnell den Ruf des unermüdlichen, faktensicheren Arbeiters erworben, dem es nicht um persönlichen Ruhm, sondern um die Sache geht.

Seine größte Stärke aber ist die Nähe zu den Menschen. Er kümmert sich, wenn ihm ein Senior vorführt, dass die Fußgängerampel zu kurz geschaltet ist. Er kümmert sich, wenn eine Seniorin das Grab ihres Mannes nicht mehr gut erreichen kann, weil die Stadt eine Tür des Friedhofs geschlossen hat. Jasper kommt gern zum Vereinsjubiläum und zur Karnevalssitzung. Und er hat schon zahllosen Bürgern namens der Stadt zu ihren runden Geburtstagen gratuliert. Es ist ihm jedes Mal anzusehen, welche Freude ihm Begegnungen dieser Art bereiten, die für andere ungeliebte Pflichtübungen sein mögen.

Jasper ist ein Vorbild an politischer Kultur und Rechtschaffenheit. Wenn alle Politiker davon etwas hätten, würde sich keiner von der Politik missachtet fühlen und hätten die Populisten keine Basis. w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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