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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Busverkehr viel zu unattraktiv
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Mobilitätskonzept der Stadt Osnabrück, u. a. zum Artikel Im Bus wollen alle vorne sitzen″ (Ausgabe vom 27. Februar).

Wer als Verkehrsteilnehmer den Osnabrücker Busverkehr nutzt, kennt bereits ebenso lange die Ergebnisse angehender Untersuchungen, wie der Busverkehr in Osnabrück im Gespräch und streckenweise leider auch im Gerede ist.

Was den Modal Split zugunsten der Busnutzung voranbringt, ist leicht aufgezählt und weder durch einen Buchstaben vor der Liniennummer noch elektrische Fahrzeugantriebe oder gar Gleise im Straßenraum und eine Straßenbahn zu ersetzen: Autofahrer steigen nie um. Wer mit dem Bus unterwegs ist, muss oftmals auf dem Weg zu seinem Ziel den Bus wechseln und sich auf Anschlüsse verlassen. In Osnabrück ist er dabei weitgehend verlassen. Weite Umsteigewege allein am Neumarkt und ausnahmslos unzuverlässige Anschlüsse bieten keinen Anreiz zum Umsteigen.

Das Warten an Busstationen im Stadtgebiet zeigt dem Fahrgast die ihm entgegengebrachte Wertschätzung: Fahrpläne mit kleiner Schrift verbergen sich nicht selten an unbeleuchteten Stellen. Und Haltestellenmasten zeigen mehrjährige Schmutzschichten, unten denen einst Stationsnamen und Fahrtrichtung der Stadtbusse für Orientierung sorgten.

Die Bahnreform vor 25 Jahren ist beim Osnabrücker Stadtrat bis heute nicht angekommen: Das Land hat bereits vor Jahrzehnten eine Reihe neuer Züge aus und nach Hannover und Braunschweig, Bielefeld und Bremen, Hengelo und Münster sowie Wilhelmshaven in Tagesrandlage bestellt, die gern und gut genutzt werden nur nicht von Reisenden, die den Stadtbus zum und vom Hauptbahnhof nutzen wollen oder müssen.

Wer früh mit einem dieser Züge verreisen will, wartet auf Linienbusse vergebens: Die schlafen noch. Wer zum Tagesende mit den letzten Zügen Osnabrück erreicht, stellt fest, dass die Stadtbusse längst schlafen gegangen sind.

Autofahrer werden an vielen Ampeln ausgebremst. Ihr Schicksal teilen auch Busnutzer, die zudem an Stationen auf Weiterfahrt warten müssen, bis der unumgängliche Fahrgastwechsel abgeschlossen ist. Sparsame Städte geben darum ihrem Busverkehr wenigstens an fast allen Lichtsignalanlagen zuverlässig grünes Licht. Flotteres Vorankommen lockt neue Fahrgäste an und verbessert die Kostendeckung. Die Beschleunigung an Ampeln spart zudem Busse, Werkstattpersonal und Fahrer. Osnabrück zählt zu den wenigen so reichen Städten, die sich Verschwendung beim Stadtbusverkehr nach wie vor leisten können.″

Martin Sturm

Osnabrück

Bildtext:
Umsteigen am Neumarkt ist für Osnabrücker Busnutzer Alltag.
Foto:
Archiv/ Jörn Martens
Autor:
Martin Sturm


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