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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schüler streiken trotz Note-6-Drohung
Zwischenüberschrift:
Protestveranstaltung in der Innenstadt / AfD kritisiert Jungendliche als Schulschwänzer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wer bei Fridays for Future″ mitstreikt, kann an manchen Osnabrücker Schulen von den Fachlehrern eine 6 in der mündlichen Mitarbeit bekommen: Bloß eine theoretische Möglichkeit oder bereits ein angewandtes Mittel?

Ganz genau wissen es die Schüler nicht. Zumindest haben wir nicht gehört, dass es tatsächlich gemacht wurde″, so Lili vom Gymnasium In der Wüste″ bei der Protestveranstaltung am Freitag vor dem Osnabrücker Theater. Sie geht dort in die elfte Klasse und organisiert die freitäglichen Streiks mit. Bei ihr habe sich auch keiner gemeldet, dessen versäumte Teilnahme am Unterricht mit einer 6 bewertet worden sei. Ohnehin würden viele Lehrer und auch ihr Schulleiter betonen, dass die Note 6 für die mündliche Mitarbeit im Verhältnis betrachtet werden müsse. Werde eine Stunde mit ungenügend″ bewertet, spiele dies in der Benotung der gesammelten Leistungen keine so gewichtige Rolle. Wüsten-Schulleiter Nils Fischer wollte das Vorgehen an seiner Schule in dieser Woche nicht kommentieren.

Die Schüler merkten an, dass von Lehrern oftmals bloß eine positive oder negative Tendenz zur Mitarbeit vermerkt werde. Bei der monatlichen Leistungsbewertung sei die Einzelnote aus den betreffenden Stunden folglich weniger bedeutsam, analysierte Lili. Mitorganisator Lars von der Gesamtschule Schinkel pflichtete ihr bei. An seiner Schule würden zwar ohnehin keine Sechsen für das Versäumen aufgrund des Streiks gegeben. Käme es aber vor, könnte man eine 6 aus der versäumten Stunde auch mit einer guten Mitarbeit in der Folgestunde wieder ausgleichen. Egal ob Konsequenzen oder nicht, circa 50 Schüler streikten diesen Freitag erneut.

Vor der Demonstration am Mittag wurden Workshops zum Thema Ökologischer Fußabdruck″ und zum Klimaschutzgesetz veranstaltet. Auffällig war, dass viele Privatleute Materialien für Schilder oder Lebensmittel brachten. Auf einem Banner präsentierten die Streikenden erneut ihre Forderungen an die städtische Politik, beispielsweise zum öffentlichen Nahverkehr. Dieser müsse attraktiver gestaltet werden, um eine Alternative zum Auto darzustellen, so Lars von der Gesamtschule Schinkel.

Auf Anfragen der SPD- und Grünen-Fraktion wolle man sich in den nächsten Wochen zu einem Forum zusammensetzen. Die Inhalte der Bewegung und der Klimaschutzpolitik in Osnabrück ständen auf der Tagesordnung. Wir werden darauf achten, dass wir dabei nicht aus irgendeiner Richtung vereinnahmt werden″, betonte Mitorganisator Jan Küter-Luks.

Unterdessen kritisierte die AfD-Fraktion im Landkreis Osnabrück in einer Pressemitteilung die Stellungnahmen der SPD Osnabrück und ihrer Nachwuchsorganisation Jusos″ zu den Schülerstreiks und auch die Veranstaltungen selbst. Die Sozialdemokraten würden damit offenen Rechtsbruch″ fördern. Die Kinder und Jugendlichen bezeichnete die AfD-Fraktion als Schulschwänzer, die einen fadenscheinigen Grund für ihre Unlust am Unterricht vorbringen″. Weiter betonten die Rechtspopulisten, dass sie sowohl den Hype um Greta Thunberg als auch den gesamten Unfug der angeblich menschengemachten Klimaerwärmung″ ablehnen.

Bildtext:
Von möglichen Sanktionen lassen sich einige Schüler nicht abschrecken. Am Freitag trafen sie sich wieder vormittags zum Protest.
Foto:
Felix Westhoff
Autor:
Felix Westhoff


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