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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie ein leeres Geschäft zum Stadtteilbüro wird
Zwischenüberschrift:
Bürgerforum diskutiert über das Förderprojekt „Soziale Stadt″ für Schinkel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mehr Lebensqualität für den Osnabrücker Stadtteil Schinkel: Das Bürgerforum diskutierte über die Soziale Stadt″. In den Stadtteil soll viel Geld fließen.
Osnabrück Die Schaufenster sind zugeklebt. Das Sanitätsgeschäft Mennewisch ist vor ein paar Jahren ausgezogen. Seitdem steht das Haus Tannenburgstraße 61 leer. Bald zieht ein neuer Mieter ein die Stadt Osnabrück will dort ein Stadtteilbüro einrichten. Damit dürfte das Haus zu einem Knotenpunkt für das Programm Soziale Stadt″ werden. Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, berichtete im Bürgerforum am Donnerstagabend, dass dort von Mai an der Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familien″ mit dem Projekt Jugend stärken vor Ort″ anzutreffen ist. Im Sommer sollen sich das Quartiersmanagement für soziale Angelegenheiten, ein Sanierungstreuhänder für städtebauliche Belange und ein Sanierungsmanager für energetische Fragen dazugesellen.15 Millionen Euro

Die Soziale Stadt Schinkel″ wird vom Bund, vom Land und von der Stadt gefördert. Während eines mehrjährigen Programms geht es um die Stabilisierung und Aufwertung″ des Stadtteils. Während der kommenden vier Jahre geben das Land und der Bund 660 000 Euro und die Stadt 340 000 Euro in das Projekt. Insgesamt sollen im Laufe der kommenden zehn Jahre 15 Millionen in den Stadtteil Schinkel fließen und zwar zwischen Hasepark und der Tannenburgstraße, zwischen der Bahnunterführung auf der Buerschen Straße bis zur Schinkelkurve und entlang der Schützenstraße. Das Gebiet umfasst 94 Hektar. Der SPD-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Frank Henning, der das Bürgerforum leitete, rechnet damit, dass aus dem Projekt auch Anstöße für weitere Investitionen folgen werden: Dann werden auch private Eigentümer etwas tun.″

Zum Programm gehört eine ständige Bürgerbeteiligung. Im April sind Kinder, Jugendliche und Sportler dabei, wenn es um den Plan für den Großspielplatz Hasepark″ geht. Derzeit befindet sich dort ein Basketballplatz. Die erste große Veranstaltung der Sozialen Stadt″ ist für Samstag, 22. Juni, geplant. Dann heißt es am Heinz-Fitschen-Haus: Schinkel isst gut.″

Zwar heißt das Programm Soziale Stadt″, doch manchen kommt das Soziale zu kurz. Sie rechnen vor, dass viel Geld in Gebäude fließen soll. Frank Henning meinte, die Soziale Stadt″ sei sehr betonlastig″: Aus meiner Sicht besteht eine gewisse Schieflage.″ Er folgerte daraus: Wir müssen die soziale Seite stärker in den Blick nehmen.″ Kinderarmut im Viertel

So sieht es auch Carsten Friderici, Vorsitzender des Bürgervereins Schinkel. Er erinnerte an den hohen Anteil an Hartz-IV-Empfängern und Alleinerziehenden sowie an die Kinderarmut im Stadtteil: Wir müssen Kinder aus prekären Situationen herausholen.″ Seine Hoffnung sei, dass mit der Sozialen Stadt″ die Ungleichheit verringert werde.

Eine Anwohnerin fragte: Was ist mit der älteren Bevölkerung fällt die hinten runter? Ein Schinkelaner schlug vor, in dem geplanten Stadtteilbüro auch eine Beratungsstelle für Ältere einzurichten. Es gibt immer mehr Rentner, die ihre Mieten nicht zahlen können.″ Für Henning ist die Frage nach bezahlbarem Wohnraum ein Top-Thema″. Tatsächlich möchte die Kontaktstelle Wohnraum″ in dem neuen Stadtteilbüro Sprechstunden anbieten.

Wie in anderen Bürgerforen stellten Sabine Steinkamp und Marvin Schäfer vom Fachbereich Städtebau ihre Arbeit in der Kontaktstelle vor. Die besteht zum Teil darin, dass sie von Bürgern Anregungen für besondere Wohnformen entgegennehmen. Es geht ihnen um Ideen und Potenziale, die über den Behördenalltag hinausgehen. Sie unterstützen Eigentümer, die Wohnraum anbieten wollen, und knüpfen Kontakte zu den jeweils passenden Ansprechpartnern. Dabei kann es um die Frage gehen, wie ein leer stehendes Zimmer zu neuem Wohnraum werden kann oder wie es möglich ist, dass Mieter die Gartenarbeit übernehmen und dafür günstiger wohnen.

Auch wenn Eigentümern im Alter das Haus zu groß geworden ist und sie im Quartier in eine kleinere Wohnung ziehen wollen, kann die Kontaktstelle weiterhelfen. Steinkamp und Schäfer wiesen aber darauf hin, dass sie keine Wohnungen vermitteln: Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Vernetzen.

Stadtrat Wolfgang Beckermann beobachtet eine teils negative Diskussion″ um die Soziale Stadt″. Dabei würden leicht die vielen Chancen″ des Programms übersehen das im Übrigen generationsübergreifend sei. Und: Wir sind hier mit einem riesigen Programm unterwegs, und wir sind damit erst am Anfang.″ Und CDU-Ratsherr Günter Sandfort sieht in dem Projekt einen Segen für die Stadt″: Wir wissen vom Quartier Rosenplatz, dass auch viele soziale Projekte gelaufen sind.″

Bildtext:
Neues Leben hinter den Schaufenstern: An der Tannenburgstraße 61 soll das Stadtteilbüro für das Programm Soziale Stadt″ einziehen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Jann Weber


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