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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schnell gearbeitet auf der Knollstraße
Zwischenüberschrift:
Kanalbau drei Monate vor dem Zeitplan
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die gute Nachricht: Die Großbaustelle Knollstraße liegt drei Monate vor dem Zeitplan. Die schlechte Nachricht: Die Straße kann trotzdem nicht früher für den Verkehr freigegeben werden.

Osnabrück Oberbürgermeister Wolfgang Griesert kam persönlich zur Baustelle, um den Medien beide Seiten der Nachricht zu erklären. Die Stadtwerke-Tochter SWO Netz GmbH hat die letzten Kanalbauarbeiten in offener Bauweise abgeschlossen. Ein wichtiges Etappenziel sei damit erreicht zwölf Wochen vor dem geplanten Termin. Das Ende der Arbeiten ist fast schon in Sichtweite″, sagte Griesert. Ende November/ Anfang Dezember soll die Knollstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Drei Jahre nach dem Start der Bauarbeiten.

Anlieger und Autofahrer werden tief durchatmen, wenn der letzte Stein gesetzt und die letzte Markierung gezogen ist. Denn seit Oktober 2016 ist die Verbindung zwischen Innenstadt und den östlichen Stadtteilen gekappt. Mit durchschnittlich 8000 Fahrzeugen am Tag habe die Knollstraße eine bedeutende Rolle″ im innerstädtischen Verkehrsnetz, sagte Griesert.

Auch große Verkehrserzeuger liegen an der Knollstraße wie KME, Ameos-Krankenhaus, Karl-Luhmann-Heim, Senioreneinrichtungen und das Schulzentrum Sonnenhügel. Das stellte hohe Anforderungen an die Baustellenlogistik, denn die Einrichtungen mussten für den Liefer- und Besucherverkehr erreichbar bleiben. Aber auch einfache Alltagsfragen erforderten kluge Lösungen, zum Beispiel: Wo können die Anwohner die Mülltonnen an den Abfuhrtagen platzieren?

Zu Anfang lief nicht alles glatt. Wir haben Sachen im Boden gefunden″, sagte Heinz-Werner Hölscher, Geschäftsführer der SWO Netz. Die Sachen″ das waren asbesthaltige Baustoffe, wie Hartmut Diekmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Baufirma, erklärte. Die ungesunde Altlast musste behutsam entsorgt werden, was Zeit kostete. Diese Zeit holten die Bauarbeiter im langen Sommer 2018 wieder auf. Jetzt sind sie sogar drei Monate vor der Zeit fertig. Ein Puffer für die weiteren Abschnitte″, sagte Griesert. Aber kein wirklicher Zeitgewinn.

Der Grund: Die Planer haben die Knollstraße in sechs Bauabschnitte von jeweils 300 Meter Länge geteilt, die nacheinander abgearbeitet wurden und werden. Der Abschnitt vor dem Schulzentrum Sonnenhügel kann nur in einem bestimmten Zeitfenster in Angriff genommen werden nämlich in den Sommerferien, um den Schülerverkehr nicht zu behindern. Deshalb kann die Knollstraße trotz dreimonatigen Zeitgewinns nicht vorzeitig fertiggestellt und freigegeben werden.

Im Abschnitt zwischen Richthofenweg und Potsdamer Straße hat die SWO Netz GmbH jetzt die offenen Kanalbauarbeiten beendet. Hier hat der Straßenbau inzwischen begonnen. Im nächsten Schritt folgt der Kanalbau zwischen Dr.-Pelz-Straße und Hesselkamp. Hier arbeiten wir im Schlauchlinerverfahren″, erklärte Hölscher. Dabei wird ein Schlauch aus Kunstharz in den alten Kanal gestülpt. Härtet der Schlauch aus, passt er sich an die Kanalwand an – „ sozusagen als ein glattwandiges Rohr im Rohr″, so Hölscher weiter. Der Vorteil: Das Verfahren ermöglicht eine geschlossene Bauweise. Die Einschränkungen für die Anlieger sind geringer. Hölscher: Anwenden können wir dieses Schlauchlinerverfahren aber nur in diesem Abschnitt, da der Altkanal hier noch nicht so marode ist wie in den anderen Abschnitten.″ Nach den Sommerferien steht der finale Teilbereich bis zum Hesselkamp an.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert dankte den Anliegern für ihr Verständnis. Und er lobte die Verkehrsteilnehmer: Radfahrer und Fußgänger sind am Rande der Baustelle in der Regel überwiegend rücksichtsvoll miteinander umgegangen hierfür allen Beteiligten mein herzlichster Dank.″

Bildtext:
Die Bauarbeiten (im Bild Peter Herzberg) auf der Knollstraße kommen schneller voran als geplant.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Ganz ohne Prämie

Die Baustelle Knollstraße musste im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt der Verkehrsdebatte als Beispiel für das angebliche Baustellen-Missmanagement in Osnabrück herhalten. Denn es war in der Tat schwer zu vermitteln, warum 1800 Meter Kanal- und Straßenbau volle drei Jahre dauern müssen. Die Botschaft, die Oberbürgermeister Wolfgang Griesert jetzt mit seinem Besuch an der Knollstraße aussenden wollte, ist daher unüberhörbar: Das Baustellen-Management ist besser als sein Ruf. Und er hat recht. Am Hasetor konnten die Fahrspuren im Oktober drei Wochen vor der Zeit freigegeben werden, an der Knollstraße liegen die Kanalarbeiten sogar drei Monate vor dem Zeitplan. Natürlich hat der lange Sommer den Planern in die Karten gespielt. Aber ohne eine perfekte Planung, Koordination und Abstimmung wäre der Zeitgewinn nicht möglich gewesen. Es bedurfte nicht einmal einer Beschleunigungsprämie, um die Baufirmen zur Eile anzutreiben. Sie haben ein eigenes Interesse daran, schnell fertig zu werden, weil in dieser Phase der überhitzten Baukonjunktur die nächsten Aufträge schon drängen.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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