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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Jetzt geht es ans Geldeinsammeln
Zwischenüberschrift:
Große Mehrheit im Rat für die Theatersanierung / Verwaltung muss 50 Millionen Euro einwerben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die erste Hürde ist genommen: Der Rat der Stadt Osnabrück hat dafür gestimmt, die Sanierung des Theaters Osnabrück in Angriff zu nehmen. Aber nicht alle Abgeordneten stimmten der Vorlage der Verwaltung zu.

Osnabrück Das Plädoyervon CDU-Ratsfrau Brigitte Neumann fällt leidenschaftlich aus. Sie eröffnet am Dienstagabend im Ratssitzungssaal die Debatte über die Sanierung des Theaters am Domhof und wirbt für einen einstimmigen Beschluss, um die Sanierung auf den Weg zu bringen. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Frank Henning, fordert ebenfalls eine große Mehrheit″ für die Sanierung, Der kulturpolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Bracke, möchte ein Zeichen fürs Theater setzen″, und am Ende verabschiedet der Rat tatsächlich den Beschluss, die Sanierung des Theaters in die Wege zu leiten″. Nur FDP und Piraten stimmen dagegen; der BOB enthält sich.

Es wäre allerdings falsch, aus Gegenstimmen und Enthaltungen auf eine Anti-Theater-Haltung zu schließen. Im Gegenteil: Robert Seidler von der FDP setzt seiner Kritik an den Plänen ein Bekenntnis zum Theater voraus: Das Theater steht nicht infrage″, sagt er, und die Sanierung steht nicht infrage″. Aber: die Kosten von 62 Millionen Euro ohne Risikozuschlag seien nicht richtig kalkuliert″. Unter anderem sei die Raumakustik im Großen Haus noch nicht untersucht und deshalb auch nicht in die Kostenansätze eingeflossen. Außerdem erfordere es ein zusätzlicher Veranstaltungsort im Foyer nach Seidlers Worten, den Vorderbau abzureißen″, eine Maßnahme, die ebenfalls nicht in die Kosten eingerechnet sei.

Im Änderungsantrag der FDP zur Beschlussvorlage der Verwaltung nennt Seidler noch weitere Lücken im derzeitigen Planungsstand. Daraus folgert er: Die Sanierung des Theaters am Domhof birgt unkalkulierbare Risiken und ist auch nach erfolgter Sanierung nur bedingt für die Anforderungen an ein modernes Theater gerüstet. Deshalb favorisiert Seidler eine Doppellösung: Das Theater am Domhof soll künftig lediglich das Schauspiel beherbergen. Für Musiktheater und Konzerte solle hingegen ein Neubau entstehen. Einen Standort hat er auch schon ausgemacht: Der Ringlokschuppen wäre sein Favorit. Mit einer Kostenschätzung kann er allerdings nicht dienen; das sei Aufgabe der Verwaltung.

Auch Kerstin Albrecht vom BOB steht grundsätzlich zum Theater. Für sie ist die Sanierung aber nicht die optimale Lösung: Sie votiert für einen Neubau, glaubt darüber sogar Einsparungen bei den laufenden Kosten zu erzielen.

Die Verwaltung hat sich indes offenbar schon festgelegt, wie ein Broschüre zeigt, die Stadt und Theater gemeinsam erstellt haben: Da ist ausschließlich von der Sanierung des Hauses am Domhof die Rede. Dabei hebt Bracke in seinem Plädoyer für den Ratsbeschluss deutlich hervor: Wir beschließen keinen Bauauftrag.″ Es gehe um Signale für eine vielfältige Kultur in Osnabrück.″ Deshalb taucht in der Verwaltungsvorlage auch der Satz auf, die Finanzierung dürfe nicht zu Leistungs- und Angebotseinschränkungen bei anderen Kulturträgern führen″.

Mit dem Beschluss beauftragt der Rat nun die Kulturverwaltung und das Theater, rund 50 Millionen Euro an Drittmitteln einzuwerben. Denn der Beschluss besagt auch, dass die Stadt ein Drittel der Gesamtkosten trägt und zwei Drittel über weitere Förderer″ finanziert werden. Ein Jahr räumt der Zeitplan dafür ein ein Jahr, in dem Zeit ist, sich über das Theater der Zukunft″ und über neue Zielgruppen″ zu unterhalten auch das hat Bracke gefordert.

Bildtext:
Von außen sieht das Theater am Domhof ganz gut aus. Innen herrscht dringender Sanierungsbedarf jetzt kann die Arbeit losgehen.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Ralf Döring


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