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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Remarque wäre gegen ein Abschiebezentrum
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Einrichtung einer zentralen Abschiebestelle in Osnabrück, unter anderem zu den Artikeln Neue Aufgabe für das Flüchtlingshaus″ (Ausgabe vom 27. Februar) und Kritik an Abschiebestelle reißt nicht ab″ (Ausgabe vom 5. März).

Zunächst hatte ich die Meldung, das Land Niedersachsen wolle seine zentrale Abschiebebehörde am Standort des Flüchtlingshauses oder Erich-Maria-Remarque- Hauses am Natruper Holz etablieren, für einen verfrühten Aprilscherz gehalten.

Das schriftstellerische Werk Erich Maria Remarques ist ein Plädoyer gegen Krieg und Vertreibung, in seinen Romanen hat er sich stets auf die Seite der Geflüchteten gestellt. Und nun also neben diesem Haus, das seinen Namen trägt, ein Zentrum für Abschiebungen?

Die Stadt Osnabrück arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich an ihrem Profil der Friedensstadt und verweist hierbei auf das Werk Remarques und auch das Schicksal Felix Nussbaums, der vor den Nazis geflohen war und 1945 in Auschwitz umgebracht wurde. Große Teile der Osnabrücker Zivilgesellschaft leben diesen Friedensgedanken, unzählige Ehrenamtliche kümmern sich um Geflüchtete und halten seit Jahren eine , Willkommenskultur′ aufrecht. Auch deshalb gehört Osnabrück zu den wenigen Städten Deutschlands, in denen bei der letzten Bundestagswahl die AfD keine Chance hatte. Die Entscheidung des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius, der vor gar nicht langer Zeit noch ein vehementer Gegner dieser , Anker-Zentren′ war, eine solche Einrichtung an diesem Standort zu etablieren, kann deshalb nur als instinktlos bezeichnet werden.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass Lager die Integration und Teilhabe der Geflüchteten nachhaltig erschweren.

, Die Unterbringung in Anker-Zentren und anderen Lagern bedeutet einen starken Eingriff in die Autonomie von Flüchtlingen. Solche Einrichtungen können daher nur Notbehelfe in Phasen akuten Wohnraummangels sein, um eine drohende Obdachlosigkeit zu verhüten. Die dezentrale Unterbringung aller Geflüchteten muss ab dem Moment der Aufnahme die Perspektive und das Ziel von Politik und Gesellschaft sein.′ (Niedersächsischer Flüchtlingsrat).″

Marita Thöle

Osnabrück

Der Name Erich Maria Remarque steht in unserer Friedensstadt für die Einhaltung des Friedens, der Mitmenschlichkeit und der Menschenwürde. Remarque hatte in seinem Schweizer Exil zahlreiche politische Flüchtlinge und Verfolgte des NS-Regimes persönlich aufgenommen.

Heute dagegen gelten die Grundrechte unserer Verfassung, die allen Menschen kraft ihres Menschseins besitzen; sie bilden die ethische und rechtliche Basis für die grundrechtlich gesicherte Menschenwürde. Wenn nun in Osnabrück neben dem Aufnahmezentrum für Geflüchtete ein , Abschiebezentrum′ entstehen soll, wo viele Menschen gegen ihren Willen und vermutlich auch unter Einsatz von Zwangsmaßnahmen in ihre Heimat abgeschoben werden, so bleibt dies unvereinbar mit den Idealen der Menschenrechte und des Namensträgers Remarque.

Als Mitglied der Remarque-Gesellschaft wirkt es für mich recht peinlich, wenn der Name Remarque in diesem Zusammenhang benutzt wird. Unter diesen Gesichtspunkten sollte die Namensgebung für ein , Abschiebezentrum′ gründlich überdacht werden.″

Angelika Regenbogen

Osnabrück

Bildtext:
Passt der Name Erich-Maria-Remarque-Haus″ zu einem Abschiebezentrum in unmittelbarer Nachbarschaft?
Foto:
Martens
Autor:
Marita Thöle, Angelika Regenbogen


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