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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Verfolgt, vertrieben, aber nicht vergessen
Zwischenüberschrift:
Acht neue Stolpersteine
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Am 19. Oktober verlegt Gunter Demnig erneut Stolpersteine in Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Osnabrück.

In über 500 Städten Deutschlands hat der Kölner Künstler seit Ende der Neunzigerjahre sein Projekt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus realisiert. Am Ort ihrer jeweils letzten freiwilligen Wohnoder Wirkungsstätte werden Stolpersteine in den Gehweg eingelassen, auf denen Namen und Schicksale der Opfer zu lesen sind.
Die Route der verlegten Steine führt über sechs Stationen in der Weststadt. Erinnert wird an das Schicksal von acht Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Osnabrück. Sie waren Menschen jüdischen Glaubens, eine Frau, deren Leben wegen einer psychischen Erkrankung als unwert″ erklärt wurde, und ein Deserteur.
Um 11 Uhr wird am Blumenhaller Weg 44a ein Stolperstein für Richard Werner verlegt, der als Halbjude″ im Winter 1944/ 45 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Die Patenschaft für diesen Stolperstein″ übernimmt die Evangelisch-Reformierte Gemeinde Osnabrück.
Um 11.30 Uhr wird an der Auguststraße 5 an den Wehrmachtssoldaten Ewald Schawe erinnert, der als Deserteur bei seiner Flucht im Jahr 1944 tödlich verletzt wurde. Pate für diesen Stolperstein ist die Hans-Calmeyer-Initiative.
In der Augustenburger Straße 22 lebte der bereits 1904 zum evangelischen Glauben konvertierte Klempner Hermann Behr, der wegen Rassenschande″ verurteilt und im KZ Sachsenhausen ermordet wurde. Der Stolperstein in Erinnerung an Hermann Behr wird um 12 Uhr verlegt. Die Patenschaft für diesen Stein übernehmen Angehörige.
Dem schließt sich um 12.30 Uhr an der Martinistraße 43 die Verlegung des Steins für das Euthanasieopfer Luise Brammer an. Sie wurde in der Tötungsanstalt″ Hadamar ermordet. Die Patenschaft für ihren Stolperstein übernimmt Heiko Mitlewski.
An der Martinistraße 28 erfolgt um 13 Uhr die Verlegung des Steins zum Gedenken an die Jüdin Röschen Wertheim, Witwe des Kaufmanns Simon Wertheim und gemeinsam mit ihrem Bruder Gustav Stein und ihrem Sohn Alfred Wertheim Besitzerin des Kaufhauses S. Wertheim″ an der Großen Straße. Röschen Wertheim wurde nach ihrer Deportation in das Getto Riga für tot erklärt″. Die Patenschaft übernehmen Helma und Hartmut Beyer.
Die letzten Steine werden gegen 13.30 Uhr für die jüdische Familie Leeser, für Adolf und Johanna Leeser und ihre Tochter Irmgard Zimmt, an der Langen Straße 52 verlegt. Adolf und Johanna Leeser wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Dasselbe Schicksal ereilte ihre Tochter Irmgard. Die Patenschaften für die Stolpersteine werden von Renate und Dieter Putzke sowie Prof. Dr. Sabine Kirchhoff und Dr. Thomas Eberbach übernommen.

Weitere Informationen zu
dem Projekt Stolpersteine
unter Telefon 05 41/ 323-
22 87 und im Internet unter
www.osnabrueck.de/ stolpersteine

Bildtext:
Richard Werner mit seinen Enkeln Anfang der Vierzigerjahre.
Foto:
privat


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