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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Viele Briten kamen erst nach der Armee
Zwischenüberschrift:
Fast die Hälfte zog nach 2010 an die Hase / Einst größte Auslandsgarnison
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In Osnabrück leben Hunderte Briten. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei ihnen vor allem um Überbleibsel der einstmals größten britischen Auslandsgarnison handelt. Doch Irrtum: Wie die Statistik zeigt, kamen viele der britischstämmigen Osnabrücker erst nach dem Abzug der Streitkräfte in die Stadt.

Osnabrück Aus Anlass des bevorstehenden Brexits hat die Stadt Osnabrück ein wenig in ihrer Statistik gekramt. 420 Menschen mit einer britischen Erststaatsbürgerschaft lebten demnach Ende 2018 in Osnabrück sowie 374 mit einer britischen Zweitbürgerschaft. Bei ihnen handelt es sich den Angaben zufolge aber bei Weitem nicht nur um ehemalige Soldaten und ihre Angehörigen. Fast die Hälfte der heute in Osnabrück lebenden Briten zog erst nach 2010 an die Hase da war die Armee schon weg.

Insgesamt verteilten sich den städtischen Statistikern zufolge die 794 britischen Staatsangehörigen Ende 2018 auf 461 Haushalte. Darüber hinaus gab es 126 gemischte Haushalte″. So nennen wir Haushalte, in denen mindestens eine britische mit mindestens einer nicht-britischen Person zusammenlebt″, wird Frank Westholt vom städtischen Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik in der Mitteilung zitiert. In rund der Hälfte der britischen Haushalte lebe nur eine Person.

Die Fachleute gingen ferner der Frage nach, wie viele Briten zwischen 1975 und 2018 die Staatsbürgerschaft gewechselt haben. Das Ergebnis: Zwei Drittel wechselten sie erst nach 2015. Zur Erinnerung: Am 23. Juni 2016 stimmte eine knappe Mehrheit von 51, 89 Prozent der Wahlberechtigten für den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU.

Dass 68 Britinnen und Briten nach 2015 die Staatsangehörigkeit gewechselt haben, ist durchaus ein aussagekräftiges Merkmal zur Stimmung der britischen Bevölkerung in Osnabrück mit Blick auf den Brexit″, wird Westholt zitiert. Deshalb zogen die Statistiker bei ihren Beobachtungen auch jene Menschen ein, die zwar keine britische Staatsangehörigkeit mehr haben, aber britischer Herkunft sind. So kommen 124 Personen hinzu, sodass wir von insgesamt 918 Menschen mit britischen Wurzeln sprechen″, so Westholt. 251 von ihnen kamen in Osnabrück zur Welt. Haben Kinder mindestens ein Elternteil mit britischem Migrationshintergrund, überträgt sich dieser auf die Kinder, bis sie das 18. Lebensjahr vollendet haben″, erläutert Westholt.

Der Brexit″ der Armee aus Osnabrück liegt mittlerweile zehn Jahre zurück. Offiziell begangen wurde er am 19. Juli 2008 mit einer Abschiedsparade. Den endgültigen Schlusspunkt des langen Abschieds markierte aber der 31. März 2009: Der letzte britische Standortkommandeur, Colonel Mark Cuthbert-Brown, kam noch einmal auf einen kleinen Plausch bei Oberbürgermeister Pistorius vorbei und bestieg anschließend ein Flugzeug nach London. Damit endete die Geschichte der einstmals größten britischen Auslandsgarnison. Bis zu 14 000 Soldaten waren seit Ende des Zweiten Weltkriegs an der Hase stationiert gewesen.

Bildtext:
Im strömenden Regen verabschiedeten sich die britischen Streitkräfte am 19. Juli 2008 mit einer Parade offiziell aus Osnabrück. Brigadier Julian Free übergab dem damaligen Oberbürgermeister Boris Pistorius (beschirmt von Verbindungsoffizier Christopher Lineker) ein Zeremonienschwert.
Foto:
Archiv/ Michael Hehmann
Autor:
Jörg Sanders


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