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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie fühlt sich die Friedensstadt an?
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Kulturverwaltung lädt zur Ideenwerkstatt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nächstes Jahr ruft die Kulturverwaltung das Kulturextra Frieden″ aus, drei Jahre später gedenkt die Stadt der Verkündung des Westfälischen Friedens vor dann 375 Jahren. Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger eine große Rolle spielen.

Osnabrück Mal wieder ein großes Friedensfest mit den gekrönten Häuptern Europas wie 1998? Patricia Mersinger will das nicht ausschließen. Vorgaben will sie indes keine machen: Sie wünscht maximale Bürgerbeteiligung, wenn 2023 des 375. Jubiläums des Westfälischen Friedens gedacht wird. Sie wünscht überhaupt, dass die Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger das Thema Friedensstadt″ aktiv mitgestalten. Dabei herrschen offenbar Defizite – „ was beschäftigt die Menschen?″, fragt Mersinger deshalb. Um das herauszufinden, lädt sie Donnerstag zu einer Ideenwerkstatt Frieden″ in die katholische Familienbildungsstätte (Fabi).

Achtzig Anmeldungen gebe es bisher, sagt Mersinger. Ein paar Plätze sind noch frei″, ergänzt sie; der Raum in der Fabi bietet bis zu hundert Leuten Platz. Dort will Mersinger am Donnerstag erste Ideen vorstellen, die die Kulturverwaltung bereits zum Friedensthema entwickelt hat. Vor allem aber sollen sich die Teilnehmer äußern zu Fragen, die Mersinger per Mail verbreitet hat. Sie kreisen alle um das Thema Frieden, und das ziemlich weiträumig: Was ist Frieden? steht da, und Was macht Frieden erlebbar/ fühlbar? Gerade Letzteres nennt sie oft: Frieden fühlen. Denn die Bürger sollen Multiplikatoren werden″ für die Idee der Friedensstadt.

Dahinter steht der dringende Wunsch, das Label von der Friedensstadt stärker im Bewusstsein zu verankern, und dabei meint sie nicht nur die Köpfe der Osnabrückerinnen und Osnabrücker, sondern offenbar auch Herzen und Seelen. Das kommende Jahr stellt in diesem Prozess gewissermaßen den Testlauf für 2023 dar, wenn die Stadt den 125. Geburtstag ihres berühmtesten Sohnes Erich Maria Remarque und den 25. Geburtstag des Felix-Nussbaum-Hauses feiert und sich zudem eben die Schließung des Westfälischen Friedens zum 375. Mal jährt.

Für 2020 hat Mersinger das Kulturextra Frieden″ ausgerufen, nach den Themen Raum″ im letzten und Klang″ in diesem Jahr. Der Gedanke ist der gleiche: Unter dem Dach des Kulturextras sollen die Akteure der Stadt ihre Kräfte bündeln. In diesem Jahr spielt dabei das Deutsche Musikfest der Kulturverwaltung in die Hände, kommt Anlass also von außen. Beim Frieden lässt sich die Stadt indes das Heft nicht aus der Hand nehmen: Längst sitzen die Verantwortlichen von Afrika-Festival und Interkulturellen Wochen zusammen, um die beiden Veranstaltungsreihen zu einem Friedensfestival im kommenden Jahr zu verschmelzen. Hintergrund: Die Stadt muss sparen und hat deshalb die beiden Festivals fusioniert.

Für dieses neue Format erhofft sich Mersinger Impulse von der Ideenwerkstatt. Dabei will sie den Gedankenfluss so wenig wie möglich einschränken deshalb vermeidet sie in den Fragen ihrer Einladungsmail konkrete Details, sondern fordert eher zum kollektiven Brainstorming auf. Ich habe da meine Gedanken″, sagt sie, aber wir wollen das nicht beeinflussen.″ Nur so viel: Das Kulturextra stellt aus ihrer Sicht einen Zwischenschritt″ auf dem Weg zum Jahr 2023 dar.

Für die Aktivitäten in diesem Jahr gibt es bereits eine Arbeitsgruppe in der Verwaltung. Die will jedoch ergründen, was die Menschen beschäftigt″, um die Erkenntnisse in die Entwicklung des Formats″ für 2023 einzubinden. Und wenn die Ideenwerkstatt zu dem Ergebnis kommt, dass gar kein Interesse an besonderen Aktivitäten besteht? Den Fall schließt die Kulturverwaltung offenbar aus; so ein Großformat″ müsse von der eigenen Kraft″ getragen werden, von der Energie, die aus der Bürgerschaft erwächst. Aber werden nun Königshäuser eingeladen, den 375. Jahrestag der Verkündung des Westfälischen Friedens in Osnabrück zu feiern? Noch nicht″, sagt Mersinger. Ausschließen will sie es nicht so wie in ihrer Ideenwerkstatt vor allem gilt: Es existieren keine Denkverbote; alles ist möglich.

Bildtexte:
GROSSER AUFLAUF: Um den 350. Jahrestag des Westfälischen Friedenstags in Osnabrück zu feiern, waren 1998 etliche gekrönte Häupter nach Osnabrück gekommen.
Hoher Besuch; Königin Silvia und König Carl XVI Gustaf von Schweden.
Fotos:
Klaus Lindemann, Michael Münch
Autor:
Ralf Döring


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