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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Reportage Bäume pflanzen zur Weltrettung Wälder spielen eine wichtige Rolle als CO2 - Speicher″ (Ausgabe vom 13. Februar).

In dem Artikel wird behauptet, dass es sehr aufwendig sei zu ermitteln, wie viel CO2 ein einzelner Baum aus der Atmosphäre , filtert′. So schwierig ist das aber gar nicht. Man braucht nur die Menge Kohlenstoff im Holz des Baumes zu bestimmen, nicht zu berücksichtigen braucht man das jährlich anfallende Laub, denn es gibt bei der Verrottung alles CO2 wieder frei.

Bei der in dem Artikel genannten 29 Meter hohen Ulme im Berliner Tiergarten, die 1825 gepflanzt wurde, kann man so rechnen: Ohne den Baum zu kennen, gestehen wir ihm großzügig zehn Festmeter (= Kubikmeter) Holz zu. Trockenes Ulmenholz enthält circa 50 Prozent Kohlenstoff und wiegt circa 700 Kilogramm pro Kubikmeter. Damit errechnet sich die Kohlenstoffmenge zu 3, 5 Tonnen; die gleiche Menge ist in 13 Tonnen Kohlenstoffdioxid, und mit diesem Ergebnis kann man schön den , Nutzen′ eines einzelnen Baumes für die Klimarettung berechnen: Die Ulme hat in 194 Jahren 13 Tonnen CO2 gebunden. Das sind durchschnittlich 67 Kilogramm pro Jahr.

Ein Pkw mit einer Kilometerleistung von 15 000 und einem Ausstoß von 100 Gramm/ Kilometer CO2 produziert 1500 Kilogramm CO2 im Jahr. Daraus folgt: Die Menge CO2 , die ein einzelner Pkw ausstößt, kann von 22 Ulmen gebunden werden, natürlich nur so lange, wie sie wachsen; verrotten sie oder werden sie verheizt, ist der ganze Nutzen dahin.

Weiter wird berichtet: Im deutschen Wald mit seinen rund 90 Milliarden Bäumen seien etwa 1, 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Kurz nachgerechnet: Pro Baum wären das gerade mal 13 Kilogramm. Na ja, wenn man alle Weihnachtsbäume mitgezählt hat, könnte das durchaus stimmen.

Schließlich wird behauptet, jährlich würden 17 Millionen Tonnen Kohlendioxid durch den deutschen Wald aus der Luft geholt. Das könnte wohl stimmen, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn die gleiche Menge wird doch wohl jedes Jahr wieder freigesetzt, wenn der Zuwachs an Holz durch Einschlag genutzt wird, um zum Beispiel verbrannt zu werden oder einfach nur verrottet, was Holz am Ende fast immer tut.

Unterm Strich holt der deutsche Wald überhaupt kein CO2 aus der Luft, solange die gesamte Holzmasse nicht zunimmt.″

Werner Lohrie

Bad Iburg

Bildtext:
Mit dem Wald empfinden viele Menschen in Deutschland eine große emotionale Verbundenheit.
Foto:
imago/ Westend61
Autor:
Werner Lohrie


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