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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Millionen für E-Busse
 
Angezapft
Zwischenüberschrift:
Osnabrück sammelt Fördermittel ein
 
Wie die Stadtwerke ihre 70 Millionen Euro teure Elektrobus-Flotte bezahlen
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück 70 Millionen Euro kostet die Stadtwerke Osnabrück der Aufbau ihrer Elektrobus-Flotte. Mehr als die Hälfte des Geldes schießt die öffentliche Hand zu, wie Projektverantwortliche am Montag bekannt gaben.

Durch geschicktes Kombinieren von Fördertöpfen bei Bund und Land sei es gelungen, den finanziellen Eigenanteil der Stadtwerke auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Allein 14, 9 Millionen Euro fließen aus dem Sofortprogramm Saubere Luft″ von Berlin nach Osnabrück. Eine weitere Zuwendung des Bundes in vergleichbarer Höhe wird noch erwartet.

Auch das Land Niedersachsen beteiligt sich mit mehreren Millionen Euro an den Kosten, die durch den ÖPNV-Systemwechsel in Osnabrück entstehen. Die erste von fünf großen E-Bus-Linien soll Anfang April an den Start gehen.

70 Millionen Euro kostet die Stadtwerke Osnabrück der Aufbau ihrer Elektrobus-Flotte. Mehr als die Hälfte des Geldes holen sie aus unterschiedlichen Fördertöpfen. Der dickste Zuschuss kommt vom Bund.

Osnabrück Es war ein kleines Schild, das führende Köpfe der Stadtwerke am Montag vor prächtiger E-Bus-Kulisse in die Kamera hielten. Aber darauf stand eine große Zahl: 14, 9 Millionen Euro. So viel steuert allein das Bundesumweltministerium (BMU) zur Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs in Osnabrück bei. Doch bei dieser Summe soll es nicht bleiben. Mindestens ein weiterer Förderbescheid aus Berlin in vergleichbarer Höhe wird an der Alten Poststraße noch erwartet.

Dank weiterer Zuschüsse aus anderen Quellen gelingt es damit in Osnabrück, den Eigenanteil an den Gesamtkosten von 70 Millionen Euro für einen vollständigen Systemwechsel um mehr als die Hälfte zu drücken. Das Land Niedersachsen beteiligt sich zum Beispiel über verschiedene Wege an der Fahrzeugbeschaffung, am Aufbau der Ladeinfrastruktur sowie am Umbau von Busbetriebshof und Buswerkstatt. Der Bund finanziert mit seinem Sofortprogramm Saubere Luft″ einen Großteil der Mehrkosten, die beim Kauf von Bussen mit Elektro- statt Dieselmotor entstehen. Darüber hinaus trägt es Ausgaben für Schnellladestationen im Stadtbusnetz mit.

Pionierarbeit geleistet

Wir haben die zur Verfügung stehenden Fördertöpfe ordentlich anknabbern können″, stellte Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes zufrieden fest. Und das sei gar nicht leicht gewesen. Es habe Jahre gedauert, die jeweiligen Förderbestimmungen von Bund und Land miteinander in Einklang zu bringen, sodass eine Kombination diverser Steuermittel möglich wurde. Vom Wissen und den Erfahrungen der Osnabrücker könnten andere Städte, die ebenfalls auf E-Bus-Verkehr umsteigen wollen, nun profitieren. Rolfes: Wir haben für die gesamte Bundesrepublik Pionierarbeit geleistet.″

Guido Giesen, der sich für die Osnabrücker Stadtwerke ebenso hartnäckig wie geschickt durch den Förderdschungel gekämpft hat und damit als heimlicher Vater des Millionensegens gelten darf, rechnete vor, dass sich die teure Revolution im Fuhrpark des Verkehrsbetriebs wegen der hohen Förderquote bereits um 2026 herum bezahlt machen könnte. Entwickeln sich die Preise für Sprit und Strom realistisch, ist der E-Bus ab etwa 2026 wirtschaftlicher als der Diesel.″ Dabei hole das Elektrofahrzeug das Geld vor allem durch preiswerteren Energieverbrauch wieder rein, teilweise auch durch geringere Wartungskosten.

Wie Verkehrsbetriebsleiter André Kränzke ankündigte, soll die erste rein elektrisch betriebene Metrobus-Linie M1 zwischen Düstrup und Haste (bislang Linie 41) spätestens Anfang April an den Start gehen. Die 13 nötigen E-Gelenkbusse seien inzwischen angeliefert und würden nun für den Dienst im Alltag vorbereitet. Vereinzelt sind sie schon im Schülerverkehr unterwegs″, sagte Kränzke und berichtete von begeisterten Busfahrern″.

Langer Bestellzettel

Für 49 weitere E-Gelenkbusse plus Ladestationen läuft seit Ende 2018 eine europaweite Ausschreibung. Das Verfahren ist erneut zweistufig: In Runde eins können sich interessierte Hersteller um eine Teilnahme bewerben, in Runde zwei dürfen ausgewählte Firmen konkrete Angebote für das geforderte Paket abgeben. Den Auftrag wollen die Stadtwerke im Frühsommer erteilen. E-Bus-Projektleiter Joachim Kossow: Die 49 neuen Fahrzeuge werden dann schrittweise bis 2022 auf den Hauptlinien M2 bis M5 zum Einsatz kommen.″

Bildtext:
ABNEHMER GEFUNDEN: Das Bundesumweltministerium fördert die Elektrifizierung des Osnabrücker Stadtbusverkehrs mit zunächst 14, 9 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm Saubere Luft.
Kleines Schild, große Zahl (von links): Verkehrsbetriebsleiter André Kränzke, E-Bus-Projektleiter Joachim Kossow, Stadtwerke-Finanzexperte Guido Giesen und Mobilitätsvorstand Stephan Rolfes präsentieren den Förderbescheid.
Fotos:
Gert Westdörp

E-Bus-Schnuppertag
Wer sich persönlich einen Eindruck von den neuen Osnabrücker E-Bussen verschaffen möchte, hat dazu am Samstag, 23. Februar, Gelegenheit und zwar beim E-Bus-Schnuppertag″ der Stadtwerke von 10 bis 14 Uhr auf dem Platz der Deutschen Einheit (Theater). Dort haben Besucher die Möglichkeit, einen ausgestellten E-Gelenkbus von außen und innen zu erkunden. Wer die Fahrzeuge außerdem in Aktion erleben will, kann an einer der kostenlosen Rundfahrten teilnehmen. Für Fragen rund um die E-Busse stehen Experten der Stadtwerke, des niederländischen Herstellers VDL Bus & Coach sowie des E-System-Lieferanten Schaltbau Refurbishment (Dinslaken) bereit.

Kommentar
Standards gesetzt

Es mag sich nur um ein Detail handeln. Aber dass Stromabnehmer auf dem Dach von Elektrobussen in Deutschland standardmäßig vorne angebracht sind, ist nur ein Beispiel dafür, wie die Osnabrücker Stadtwerke mit ihrer systematischen Verbannung des Dieselantriebs aus dem öffentlichen Nahverkehr schon jetzt Maßstäbe gesetzt haben. Vor allem was das Ausschöpfen von Fördertöpfen bei Bund und Land betrifft, sind die Projektverantwortlichen an der Alten Poststraße den Planern in anderen Städten, die mit einem vollelektrischen ÖPNV liebäugeln, weit voraus. Dicke Bretter haben sie dafür bohren müssen, besonders in Hannover und Berlin, wo die meisten Mittel abzugreifen waren. Doch wenn am Ende mehr als die Hälfte der Gesamtkosten für die E-Bus-Flotte von Zuschussgebern geschultert werden, hat sich jede Mühe gelohnt.
Autor:
Sebastian Stricker


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