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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwischen Alpakas und Umweltinsel
 
Zu viel virtuelles Wasser gibt Punktabzüge
Zwischenüberschrift:
Die Landesgartenschau-Landschaft von Insa Winkler
 
Zweitägiger Schülerkongress auf Schloss Ippenburg
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
BAD ESSEN. Jenseits der kultivierten Ippenburger Schau- und Küchengärten befindet sich eine Landschaft, die nicht weniger als das Zusammenspiel von Mensch, Land und Wasser zum Thema hat: eine Wasserlandschaft mit Umweltinsel und Urstromtal, mit Alpakas, offenem Atelier und den Skulpturen internationaler Künstler. Sie ist auch Schauplatz eines Schülerkongresses zum Thema Virtuelles Wasser″ (siehe auch den weiteren Bericht auf dieser Seite), der den Höhepunkt des Umweltbildungsprojektes Wasser, Kunst & coole Köpfe″ markiert.

Das gestalterische Gesamtkonzept dieser anlässlich der Landesgartenschau geschaffenen Landschaft stammt von der Umweltplanerin Insa Winkler aus Hude im Oldenburger Land. Das Besondere an ihren Arbeiten ist die Verbindung von Kunst und Landschaft, die sie auch auf Schloss Ippenburg realisiert hat, und mit der sie vor allem auch Kindern den Zugang sowohl zur Kunst als auch zu ökologischen Zusammenhängen ermöglicht. Durch Kunstwerke, die wie aus der Landschaft kreiert sind, wird das kreative Schaffen mit Materie für Kinder vorbildhaft und nachvollziehbar″, erklärt sie den reduzierten Stil der Arbeiten.
Bei den Künstlern handelt es sich, neben Insa Winkler selbst um den Hamburger Skulpturenmeister Jan Koblasa, der mit dem Dialog zweier Köpfe″ den Rundgang durch das Urstromtal eröffnet, um Ingo Warnke, der mit Der Tiegel″ Wasser als konzentrierte Energie symbolisiert, und um Jo Kley, der das Labyrinth von Jericho als Symbol des fruchtbaren Zweistromlandes dargestellt hat. Außerdem dabei: Frank Jörg Haberland, dessen Steine EAT″ den Gegensatz zwischen sprachlichem und bildnerischem Ausdruck veranschaulichen und schließlich Boudewijn Payens, dessen Sediment″ Wachsen und Leben ohne Wasser nicht möglich thematisiert.
Doch nicht nur die Kunstobjekte haben Symbolcharakter, auch die Wasserlandschaft selbst will Insa Winkler als Teil eines Ganzen verstanden wissen, das von seiner Dreiteilung lebt. So sieht sie das Urstromtal gewissermaßen als Übergang zwischen den Ippenburger Gärten und der für die Region prägenden bäuerlichen Kulturlandschaft. Eine Ausstattung der archaisch anmutenden Anlage mit Bänken und befestigten Wegen verbietet sich für die Planerin dabei von selbst: Durch den Verzicht darauf falle es dem Besucher leichter, sich in eine andere, eine urwüchsige Welt zu denken. Die entstandenen Trampelpfade sind somit Prozess; die Alpakas, die sich auf den Hügeln tummeln, gewissermaßen Konkurrenten des Menschen in der Landschaft. Einer Landschaft, die von allen Altersgruppen angenommen wird″, wie Winkler betont. Dennoch: In erster Linie richtet sich das vielfältige Umweltbildungsprogramm während der Landesgartenschau natürlich an Kinder und Jugendliche. Den erwähnten Schülerkongress zum Thema Virtuelles Wasser″ haben denn auch Lehramtsstudenten im Fach Geografie der Universität Osnabrück vorbereitet.

Weitere Informationen rund um die Landesgartenschau im Internet unter www.noz.de/ Landesgartenschau.

Bildtext:
Die ungewöhnliche Landschaft von Ideengeberin Insa Winkler zeigt das Zusammenspiel von Mensch, Land, Wasser und Alpakas.
Fotos:
Kerstin Balks/ privat

DAS LANDESGARTENSCHAU-PROGRAMM FÜR DIE NÄCHSTEN TAGE

Samstag, 18. September: Blumenhallenschau Von den Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Heimatgenüsse stellen sich vor, ganztägig, Forum Natur; Konzert mit dem Blasorchester Musikverein Dedensen, 11 Uhr, Waldbühne; mittelalterliche Vorführungen von Salientes fori″, 14 Uhr, NDR-Garten/ Schloss Ippenburg; Andacht zur Mittagsstunde, 14 Uhr, Himmelsterrasse; OS-Märchenfrauen, 15 bis 16.30 Uhr, Himmelsterrasse; Konzert mit dem Duo Marshall & Alexander, 20.30 Uhr, Kirchplatz.
Sonntag, 19. September: Blumenhallenschau Von den Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Heimatgenüsse stellen sich vor, ganztägig, Forum Natur; Luftballonkünstler Rüdiger und Cordula Paulsen, 13 bis 17 Uhr, Solepark; Konzert mit dem MGV Kirchlengern, 13.30 Uhr, Waldbühne; Gottesdienst, 14 Uhr, Himmelsterrasse; Führung durch die Ausstellung Wasser-Wissen″, 14/ 15/ 16 Uhr, Remise/ Schloss Ippenburg; Konzert mit dem Posaunenchor Peter und Paul Hermannsburg, 14.30 bis 15.30 Uhr, Himmelsterrasse; Blumiges aus Garten, Natur und Landschaft: Gedichte und Geschichten von Goethe bis Rilke, 15 bis 18 Uhr, NDR-Garten/ Schloss Ippenburg; Konzert mit den Kreisposaunenchören aus dem Sprengel Osnabrück, 15.30 Uhr, Waldbühne.
Montag, 20. September: Blumenhallenschau Von Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Einfach kochen Lecker essen mit dem Bad Essener Urmeersalz, 12 Uhr, Gartenküche im Küchengarten/ Schloss Ippenburg.
Dienstag, 21. September: Blumenhallenschau Von Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Schaukochen des Dehoga-Kreisverbands Wittlage, 11 Uhr, Gartenküche im Küchengarten/ Schloss Ippenburg.
Mittwoch, 22. September: Blumenhallenschau Von Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Schaukochen des Slow Food Conviviums Osnabrück, 11 bis 16 Uhr, Küchengarten/ Schloss Ippenburg; Andacht zur Mittagsstunde, 14 Uhr, Himmelsterrasse; Blumige Geschichten, 14.30 bis 15.30 Uhr, Himmelsterrasse.
Donnerstag, 23. September: Blumenhallenschau Von Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Gartenfestival Ländliches Herbstfest″, 9 bis 19 Uhr, Schloss Ippenburg; angehende Landschaftsgärtner bauen einen temporären Garten zum Thema des Gartenfestivals, 9 bis 17 Uhr, Lernbaustelle/ Schloss Ippenburg; Schaukochen des Landfrauenverbands Weser-Ems, 11 Uhr, Gartenküche im Küchengarten/ Schloss Ippenburg; Andacht zur Mittagsstunde, 14 Uhr, Himmelsterrasse; Lesung Gedanken zwischen Himmel und Erde″, 14.30 bis 15.30 Uhr auf der Himmelsterrasse.
Freitag, 24. September: Blumenhallenschau Von Farben des Herbstes″, 9 bis 19 Uhr, ehemaliges Hallenbad; Gartenfestival Ländliches Herbstfest″, 9 bis 19 Uhr; angehende Landschaftsgärtner bauen einen temporären Garten zum Thema des Gartenfestivals, 9 bis 17 Uhr, Lernbaustelle/ Schloss Ippenburg; Wachsverarbeitung, 9.30 bis 15 Uhr, Forum Natur; Schaukochen des Landfrauenverbands Weser-Ems, 11 Uhr, Gartenküche im Küchengarten/ Schloss Ippenburg; Workshop Gartentherapie, Sole-Arena; Andacht zur Mittagsstunde, 14 Uhr, Himmelsterrasse.

BAD ESSEN. Am Tag, als der Regen kam genau drei Wochen zuvor hätte der Staatssekretär wohl kaum über virtuelles Wasser gesprochen. Denn das Wasser, das die Parkplätze an der Ippenburg überschwemmt hatte, war sehr real. Nun sind die Folgen des Unwetters lange überwunden, und Stefan Birkner aus dem niedersächsischen Umweltministerium eröffnete bei Sonnenschein den Schülerkongress zum Thema Virtuelles Wasser″.
Der Gast aus Hannover war beeindruckt von dem tollen Rahmen, den die Landesgartenschau diesem innovativen Kongress bietet″. Er unterstrich, dass gerade jungen Leuten der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser nahegebracht werden sollte, denn sie hätten es bald in der Hand, dass auch zukünftige Generationen noch genug von diesem Lebensmittel abbekämen.
Geografie-Studierende der Universität Osnabrück, die den Kongress mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der niedersächsischen Bingo-Stiftung vorbereitet hatten, übergaben dem Staatssekretär ein T-Shirt mit einem großen Wassertropfen darauf. Er sagte zu, es bei der nächsten Ministerrunde überzuziehen.
In der Remise vor dem Schloss ließen sich 110 Schüler von Gymnasien aus Osnabrück, Bramsche und Melle erst einmal erklären, was denn mit virtuellem oder verstecktem Wasser überhaupt gemeint sei. Referent Henning Smolka rechnete vor, was jeder Deutsche so am Tag an Frischwasser verbrauche zum Trinken, Waschen, Zähneputzen, WC-Spülen und so weiter. Dabei kämen 121 Liter zusammen. Neben diesem direkt sichtbaren Verbrauch stehe der 35-mal so hohe indirekte oder virtuelle Verbrauch. Er stecke im Herstellungsprozess der Produkte, die wir verzehrten oder nutzten. Zum Beispiel habe ein Big Mac in dem Moment, wo wir hineinbissen, bereits den Verbrauch von 2400 Litern verursacht. Auch Baumwollprodukte schlügen erheblich zu Buche. Smolka: Außer den Würdenträgern hier in der ersten Reihe tragen ja fast alle Jeans, wie ich sehe. 100 Jeans mal 10 000 Liter, das ergibt eine Million Liter oder 1000 Kubikmeter Wasser, die zur Produktion eurer Jeans verwendet wurden, das ist mehr, als in diesen Raum hineinpassen würde.″
Freilich sollten die Schüler nicht nur beschallt″ werden, sondern durch eigene Aktionen das Thema verinnerlichen. Diesen Aspekt hoben insbesondere Viktoria Freifrau von dem Bussche und Gerhard Lohmeier als Ideengeber des Projekts Wasser, Kunst und coole Köpfe″ hervor. Fachlehrer der drei beteiligten Gymnasien, Dozenten und Studenten des Fachbereichs Geografie der Uni hatten gemeinsam sechs Spielstationen in den Ippenburg-Gärten vorbereitet.
Da war etwa das GlobalMonopoly″: Zehn Mannschaften stellen zehn Länder dar, arme und wohlhabende, trockene und wasserreiche. Blaue Plastiksäcke und Luftballons markieren Wasservorräte. Wenn nun die USA Soja in Brasilien einkaufen, entziehen sie dem Land automatisch auch eine bestimmte Menge Wasser. Jedes Land muss seine Bevölkerung ernähren, mit dem Geld auskommen und seine Wasserbilanz im Blick behalten. Wer beim Kassensturz nach der letzten Spielrunde zu viel virtuelles Wasser angesammelt hat, wird mit Punktabzügen bestraft.
Am heutigen Samstag wird das Projekt fortgesetzt. Wenn Besucher der Landesgartenschau Gruppen von Schülern bei ungewöhnlichen Tätigkeiten sehen, können sie sich gern informieren″, sagte Lohmeier.

Bildtext:
Einige Schülerinnen beim Sammeln ihrer virtuellen Wasservorräte.
Foto:
Michael Hehmann
Autor:
Kerstin Balks, jod


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